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Herbert Fandels letztes großes Turnier als Schiedsrichter war die EM 2008 in Österreich und der Schweiz © getty

Der designierte Schiri-Boss ist für mehr Transparenz im Schiedsrichterwesen und fordert Konsequenzen aus dem Fall Amerell.

Frankfurt/Main - Der designierte Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel hat sich nach dem "Fall Wolfgang Amerell" für mehr Transparenz im Schiedsrichterwesen des DFB stark gemacht und wäre auch zu einer Zusammenarbeit mit der DFL bereit.

"Ich stehe für mehr Transparenz und wäre bereit, alle Fragen mit DFL und DFB zu bearbeiten", sagte Fandel im "kicker":

"Die Schiedsrichter müssen aber gegenüber den Vereinen unabhängig bleiben."

Fandel, der Schiedsrichter-Chef Volker Roth beim DFB-Bundestag im Oktober beerben soll, fordert Konsequenzen aus dem Fall Amerell.

"Ich bin ein Kämpfer"

"Wir müssen jetzt sicher über neue Strukturen im Schiedsrichterwesen nachdenken", sagte der 45 Jahre alte ehemalige Bundesliga-Referee und Unparteiische der FIFA, der die Funktion des höchsten Schiedsrichter-Funktionärs beim DFB trotz der Affäre um Amerell nach wie vor anstrebt:

"Ich bin Kämpfer. Mir geht es um die Sache."

Von einem sofortigen Rückzug von Roth hält Fandel nichts. "Bei solch einer heiklen Angelegenheit darf es keine Schnellschüsse geben. Es gibt keinen Grund, für ihn zurückzutreten", sagte Fandel.

Roth weist Fehler zurück

Roth, der DFB-Präsident Theo Zwanziger erst verspätet über die Vorwürfe gegen Amerell informiert hatte, hat selbst eigene Fehler zurückgewiesen.

Liga-Präsident Reinhard Rauball hatte dagegen scharfe Kritik an Roth geübt und eine Neustrukturierung des Schiedsrichterwesens gefordert.

"Es hat zu viel Tummeln in Eitelkeiten gegeben. Es gibt vieles, was den Grundsätzen eines geordneten Schiedsrichterwesens widerspricht. Es geht nur mit einer personellen Neuordnung. Das Schiedsrichterwesen darf kein Geheim-Orden sein", sagte Rauball in der "Welt".

Amerell tritt zurück

Der DFB wertete am Montag die Akten aus. Mit einer Erklärung des Verbandes ist am Dienstag oder Mittwoch zu rechnen.

Der 27 Jahre alte Unparteiische, der Amerell belastet hat, wird bis auf Weiteres in der Bundesliga nicht eingesetzt und hat eine eigene Stellungnahme angekündigt. Der 62-Jährige Amerell ist inzwischen von seinen DFB-Ämtern zurückgetreten.

Das bisherige Mitglied des Schiedsrichter-Ausschusses bestreitet zwar weiter die Vorwürfe, wonach er einen jüngeren Bundesliga-Unparteiischen belästigt haben soll, wird aber beim DFB von weiteren Referees belastet.

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