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Timo Hildebrand bestritt sieben Länderspiele für Deutschland © imago

Die Funkstille ist beendet: Bundestrainer Joachim Löw und Hildebrand sprechen sich aus. Ballack äußert sich zum Bierhoff-Streit.

Frankfurt/Main - Torwart Timo Hildebrand zählt trotz seines derzeitigen Reservistendaseins bei seinem spanischen Klub FC Valencia weiter zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft.

Dies versicherte Bundestrainer Joachim Löw dem siebenmaligen Nationalspieler in einem persönlichen Gespräch am Samstagabend in Frankfurt/Main, an dem auch Bundestorwarttrainer Andreas Köpke teilnahm.

"Wir haben alles aufgearbeitet, und damit ist das Thema abgehakt", sagte Löw am Montag.

Sportliche Gründe ausschlaggebend

Die Differenzen zwischen der sportlichen Führung der Nationalmannschaft und dem Schlussmann, der sich im Sommer öffentlich über seine EM-Ausbootung beklagt hatte, seien vollständig in dem rund 90-minütigen Gespräch ausgeräumt worden.

Bei dem Treffen erläuterte Löw dem ehemaligen Stuttgarter, warum er ihn nicht mit zur EM 2008 nach Österreich und in die Schweiz mitgenommen hatte.

"Ich habe ihm erklärt, dass sportliche Gründe ausschlaggebend waren", erklärte der Bundestrainer am Montag.

Löw glaubt an Vereinswechsel

Die überraschende Nicht-Nominierung des 29-jährigen Hildebrand hatte vor der EM für reichlich Wirbel gesorgt.

Für den Bundestrainer zählt Hildebrand aber nach wie vor zu den besten deutschen Torhütern, obwohl er derzeit bei Valencia nur die Nummer drei ist.

"Er muss die Situation nun richtig einschätzen. Ich glaube, dass er im Winter die Chance hat, den Verein zu wechseln. Wenn er wieder regelmäßig spielt, wird er auch wieder für uns ein Thema."

Für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele am kommenden Samstag in Dortmund gegen Russland und vier Tage später in Mönchengladbach gegen Wales hat Joachim Löw die drei Torleute Rene Adler (Bayer Leverkusen), Robert Enke (Hannover 96) und Tim Wiese (Werder Bremen) nominiert.

Ballack redet über Streitauslöser

Nicht nur Hildebrand und Löw, sondern auch Kapitän Michael Ballack und Teammanager Oliver Bierhoff haben ihren Zwist ausgeräumt. Die beiden waren nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien (0:1) aneinandergeraten.

Als Gründe für den Streit nannte Ballack gegenüber dem "Kicker" die unterschiedlichen Aufgabenbereiche der beiden.

"Ich bin Kapitän und Spieler, für mich steht das Sportliche an erster Stelle. Seine Aufgabe ist mehr das Drumherum", sagte Ballack.

Rahmenprogramm passt nicht

Das Rahmenprogramm von Bierhoff (Ballonfahrten oder Bootstouren) war nicht nach dem Geschmack des 32-Jährigen

"Ich muss für mich auch in Anspruch nehmen dürfen, während eines sehr wichtigen Turniers wie der EURO an so etwas nicht teilnehmen zu wollen. Deshalb bin ich doch keine Spaßbremse."

"Werde meinen Stil nicht ändern"

Außerdem wurde auch innerhalb der Mannschaft Kritik am Führungsstil von Ballack geübt. Der Erfolg bei der EM bestätigte den Kapitän jedoch.

Der sagt deshalb: "Ich werde meinen Stil nicht ändern. Ich fühle mich als Kapitän in meiner Art, wie ich die Mannschaft nun schon seit Jahren begleite und führe, bestätigt."

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