vergrößernverkleinern
Bundestrainer Joachim Löw bestritt vier U-21-Länderspiele für Deutschland © imago

Vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel am Samstag gegen Russland lässt Löw keine Kompromisse gelten. Er will den Gruppensieg.

Düsseldorf - Joachim Löw nimmt seine Spieler mehr denn je in die Pflicht.

Vor dem richtungweisenden WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft am Samstag in Dortmund gegen den Gruppenmitfavoriten Russland stellt der Bundestrainer seine Stars auf den Prüfstand und lässt keine Kompromisse mehr gelten.

"90 Prozent reichen nicht gegen diese Topmannschaft. Nur wer hundertprozentig fit ist, kann gegen Russland spielen. Wir können keinen mitziehen. Deshalb muss ich mir ein genaues Bild von jedem einzelnen Spieler machen, jeden genau überprüfen", sagte der Bundestrainer einen Tag vor dem Treffpunkt der DFB-Auswahl am Dienstagmittag in Düsseldorf.

In der NRW-Landeshauptstadt bereitet sich der Vize-Europameister auch auf das vierte WM-Qualifikationsspiel am 15. Oktober in Mönchengladbach gegen Wales vor.

Öffentliches Training

Bereits am Dienstagnachmittag wird Löw mit seiner gezielten Vorbereitung auf das Top-Spiel der Europagruppe vier beginnen.

"Wir werden ganz gezielt trainieren, nur eben vor Publikum. Es wird kein Showtraining geben, wie es bei solchen Anlässen oft üblich ist", berichtete der 48-Jährige über den "Tag der offenen Tür" des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Düsseldorfer Arena.

Unter dem Motto "DFB hautnah" werden auf dem Stadiongelände zahlreiche Aktionen für Kinder und Jugendliche stattfinden, ehe die Mannschaft vor vermutlich rund 40..000 Besuchern ihre erste Übungseinheit bestreitet.

Playoffs ersparen

"Wir müssen die fünf bis sechs Trainingseinheiten vor dem Russland-Spiel intensiv nutzen. Wir werden gegen diese Mannschaft nur eine Chance haben, wenn jeder einzelne eine Top-Leistung abrufen kann", sagte der 48-Jährige, der sich in der vergangenen Woche eingehend mit der russischen Mannschaft beschäftigt hat.

"Da nur der Tabellenerste direkt weiterkommt, ist dieses Spiel für uns enorm wichtig. Wir wollen uns die Playoffs ersparen und mit zwei Siegen die Tabellenführung ausbauen", kündigte Löw an.

Nach dem 6:0 gegen Liechtenstein und dem 3:3 in Finnland hat der Vize-Europameister vier Zähler auf dem Konto.

Jansen fällt aus

In beiden Partien wird Marcell Jansen fehlen. Der Abwehrspieler vom HSV zog sich am Sonntag im Bundesligaspiel bei Energie Cottbus (2:1) einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu.

Damit stehen noch 21 Spieler im Kader von Löw, der vor allem auf die erfahrenen Rückkehrer Michael Ballack und Torsten Frings, aber auch auf die zuletzt ebenfalls fehlenden Per Mertesacker und Arne Friedrich baut.

"Das eröffnet mir neue Möglichkeiten", sagte Löw, der sich vor allem von seinem Kapitän Ballack einiges erhofft.

"Michael ist mit Sicherheit hoch motiviert. Es ist wichtig, dass er wieder dabei ist. Er kennt solche Spiele, weiß, wie man sich zu verhalten hat", erläuterte der Bundestrainer, der in den kommenden Tagen von seinen Spielern "volle Konzentration" fordert.

Streitereien beseitigt

Deshalb sei er auch froh darüber, dass bereits nach dem Finnland-Spiel der Streit zwischen Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Ballack beigelegt wurde.

"Es war wichtig, dass dieses Thema geklärt wurde. So etwas darf die Vorbereitung nicht stören", meinte Löw, der selbst am Samstag im Beisein von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke die Differenzen mit dem vor der EURO überraschend ausgebooteten Torwart Timo Hildebrand ausgeräumt hatte.

Hildebrand wieder ein Thema

"Wir haben alles aufgearbeitet, und damit ist das Thema abgehakt", sagte Löw über das 90-minütige Gespräch mit der aktuellen Nummer drei des FC Valencia, der bei regelmäßiger Spielpraxis wieder ein Thema für die DFB-Auswahl werden könnte.

Derzeit haben aber andere Keeper wie Rene Adler, Robert Enke oder auch Tim Wiese die Nase vorne.

Enke optimistisch

Ob Enke, der in den ersten drei Länderspielen der neuen Saison zwischen den Pfosten stand, auch gegen Russland spielt, ließ Löw allerdings noch offen.

Der Keeper von Hannover sieht sich aber im Vorteil: "Ich bin optimistisch, dass ich im Tor stehen werde."

"Zum Forum ? jetzt mitdiskutieren"

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel