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Oliver Bierhoff übernahm den Posten als DFB-Manager im Jahr 2004 © getty

Der DFB-Manager kann sich ein weiteres Engagement nach der WM vorstellen. Löw habe noch keineswegs seinen Abgang beschlossen.

Frankfurt - Oliver Bierhoff kann sich vorstellen, trotz der jüngsten Querelen mit der Führung des DFB auch über die WM 2010 in Südafrika hinaus Teammanager der Nationalmannschaft zu bleiben.

"Ich bin Manager bei Deutschlands liebstem Kind. Da schmeißt man nicht mal eben so hin. Es gehört auch mal dazu, solch schwierigen Momente durchzustehen und wir haben jetzt ein großes Ziel vor Augen", sagte der 42-Jährige im Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Bierhoff versicherte, dass er auch nach den geplatzten Gesprächen über eine vorzeitige Vertragsverlängerung nie daran gedacht habe, die Brocken hinzuschmeißen 201377(DIASHOW: Reizfigur Oliver Bierhoff).

Löw laut Bierhoff noch unentschlossen

Bierhoff glaubt auch nicht, dass sich Bundestrainer Joachim Löw aufgrund der Vorkommnisse zu Beginn des Monats schon entschieden habe, nach der WM als Bundestrainer aufzuhören.

"Natürlich war es überflüssig und unschön, dass Inhalte der Verhandlungen an die Öffentlichkeit gekommen sind", so Bierhoff: "Aber daraus zu schließen, wir hätten bereits eine negative Entscheidung getroffen, ist falsch."

"Unstimmigkeiten" ausgeräumt

Gleichzeitig betonte der frühere DFB-Kapitän aber nochmals, dass die Gespräche über eine Verlängerung erst nach dem Turnier in Südafrika wieder aufgenommen werden.

Bis dahin gelte die volle Konzentration der Vorbereitung auf die WM: "Einigkeit herrscht bei uns, dass wir bis zur WM Vollgas geben. Was danach kommt, kann keiner von uns voraussagen. Das lassen wir ganz entspannt auf uns zukommen."

Die "Unstimmigkeiten" mit den Verantwortlichen des DFB seien ausgeräumt.

"Wir sind ein gutes Team"

Ob sich möglicherweise nach der WM die Wege von ihm und Löw trennen, ließ Bierhoff offen.

"Wir sind ein gutes Team, das nun schon fast sechs Jahre lang sehr eng und erfolgreich zusammengearbeitet hat, aber der weitere Berufsweg wird uns sicher mal eines Tages wieder auseinander führen."

Stand der Dinge sei aber weiterhin, "dass wir uns nach der WM erst mal beide gemeinsam über unsere Zukunft unterhalten und dann mit anderen reden".

An Spekulationen, dass DFB-Sportdirektor Matthias Sammer Löw beerben könnte, wollte sich Bierhoff nicht beteiligen: "Die Frage stellt sich ja derzeit nicht. Und von diesen ganzen Was-wäre-wenn-Spekulationen halte ich wenig und möchte sie daher nicht kommentieren."

Verhältnis zu Zwanziger normalisiert

Sein Verhältnis zu DFB-Präsident Theo Zwanziger, der sich vor allem in den Verhandlungen von Bierhoff sehr enttäuscht gezeigt hatte, sei inzwischen wieder einigermaßen normal: "Wir haben zuletzt wieder gute Gespräche geführt."

Bierhoff wehrte sich aber gegen den Vorwurf, er habe einzelne Vertragsinhalte ohne Absprache mit den Trainern verankert haben wollen:

"Wir haben uns als Team zusammengesetzt und unsere wesentlichen gemeinsamen Vorstellungen miteinander besprochen. Aber jeder einzelne kennt die gesamten Vertragsdetails des anderen natürlich nicht."

Kahn-Kritik zurückgewiesen

Auch die unter anderem von Oliver Kahn geübte Kritik, dass er selbst als Löw-Vertrauter und gleichzeitiges Präsidiumsmitglied des DFB gar nicht die Verhandlungen hätte führen dürfen, wies Bierhoff zurück:

"Laut meinem Vertrag gehört es zu meinen Aufgaben, im Sinne des DFB die Verhandlungen mit dem Trainerteam zu führen. So war auch immer mein Denken und Anspruch."

Im Sommer 2009 aber hätten ihm Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach klar gemacht, dass er diese Rolle bei den neuen Vertragsverhandlungen nicht übernehmen sollte, sondern dass sie mich zu dem Team Löw gezählt hätten: "Wenn auch mit Bedauern, ich habe das akzeptiert."

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