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Michael Ballack (l.) erschien mit einem blauen Auge zur Pressekonferenz © getty

Bundestrainer Joachim Löw erklärt vor dem ersten Länderspiel des WM-Jahres gegen Argentinien seine Bereitschaft zu Experimenten.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

München - Bundestrainer Joachim Löw hat dem Leverkusener Toni Kroos und Thomas Müller von Bayern München beim ersten Länderspiel des WM-Jahres in München gegen Argentinien (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE) das Debüt in der Startformation in Aussicht gestellt.

"Ich bin als Trainer bereit, in so einem Spiel das eine oder andere Experiment einzugehen, um zu sehen, welche Spieler in der Lage sind, Akzente zu setzen", sagte Löw am Dienstag.

"Die Chance, von Anfang an zu spielen, ist sowohl bei Toni Kroos wie auch Thomas Müller gegeben."

Festlegen wollte sich der Bundestrainer allerdings erst nach dem Abschlusstraining am Dienstagabend.

Rechte Außenbahn vakant

Kroos und Müller kommen beide für die rechte offensive Außenbahn in Frage, die Bastian Schweinsteiger aller Voraussicht nach räumen wird. Der Münchner wird als neuer Partner von Kapitän Michael Ballack im zentralen Mittelfeld gebraucht.

"Das ist absolut vorstellbar", bestätigte Löw entsprechende Gedankenspiele. "Bastian kann das hervorragend, er spielt in München eine gute Saison auf dieser Position."

Es sei ihm wichtig, die Spielfeldmitte mit technisch starken Akteuren zu besetzen, die auch in der Offensive Akzente setzen und nicht "nur zurück oder in die Breite spielen", betonte Löw. Als Alternative zu Schweinsteiger steht der Stuttgarter Sami Khedira bereit.

Tasci oder Friedrich in der Abwehrmitte

Wen er an der Seite des gesetzten Per Mertesacker in der Innenverteidigung einsetzen wird, ließ der Bundestrainer dagegen offen. "Im Moment haben wir Serdar Tasci und Arne Friedrich, die dort spielen können", sagte er.

Nach der Verletzung von Heiko Westermann erhalte der Vertreter nun Gelegenheit, einen Fingerzeig in Richtung WM zu geben.

Welche Abwehrformation im ersten Spiel der Titelkämpfe von Südafrika gegen Australien auflaufe, entscheide sich aber erst in der Vorbereitungszeit, wenn Westermann wieder zur Verfügung steht.

Löw beharrt auf Standpunkt

Hinsichtlich seiner persönlichen Zukunft ist Löw trotz der öffentlichen Bitten von Franz Beckenbauer und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach nicht bereit, den zuletzt eingeschlagenen Weg zu verlassen.

"Ich sage das jetzt zum letzten Mal. Es wird bis zur WM keine Verhandlungen mehr geben. Gespräche wird es erst wieder nach dem Turnier geben", sagte der 50-Jährige.

"Das belastet mich in der Vorbereitung auf das Turnier in keinster Weise."

In Argentinien tritt dem deutschen Team am Mittwoch nun ein Gegner gegenüber, der laut Löw "viele Spieler von großer Klasse besitzt und ein sehr gutes Pressing spielt. Deswegen werden wir ein spektakuläres Spiel sehen."

Ballack: Argentinier "abgewichst"

Für die Stimmung und die Vorfreude auf die WM sei es wichtig, dass "wir ein gutes Ergebnis erzielen und auch ein gutes Spiel zeigen".

Kapitän Michael Ballack hat vor der Mannschaft von Trainer Diego Maradona großen Respekt.

"Sie sind mit allen Wasser gewaschen, einfach abgewichst, wie man im Fußballer-Jargon sagt", meinte der Mittelfeldmann vom FC Chelsea.

"Neben der sportlichen Qualität beherrschen sie das ganze Repertoire dessen, was noch zum Fußball gehört. Das macht sie als Gegner gefährlich, aber auch interessant."

Maradonas Auftritt amüsiert

Amüsiert reagierten sowohl Löw wie Ballack allerdings auf Maradonas Auftritt beim Montagstraining, das er mit Zigarre im Mund geleitet hatte.

"Ungewöhnlich", urteilte Ballack. "Das ist so bislang wohl noch nicht vorgekommen. Es hat uns aber nicht zu interessieren, denn er ist ja nicht unser Trainer."

Löw vermutete, Rauchen sei womöglich eine Voraussetzung, um argentinischer Nationalcoach zu werden.

"Cesar Luis Menotti war Kettenraucher, Maradona raucht nun sogar auf dem Trainingsplatz eine Zigarre", sagte der Bundestrainer schmunzelnd und legte eine mitgebrachte Zigarre auf den Tisch. "Ich möchte mich da gleich mal für den Posten bewerben."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Adler - Boateng, Mertesacker, Tasci, Lahm - Schweinsteiger, Ballack - Müller (Kroos), Özil, Podolski - Gomez (Klose)

Argentinien: Romero - Clemente Rodriguez, Demichelis, Samuel, Heinze - Gutierrez, Mascherano, Veron, di Maria - Messi, Higuain

Schiedsrichter: Atkinson (England)

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