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Thomas Müller besitzt erst seit Frebruar 2009 einen Profivertrag © imago

Im Test gegen Argentinien feiern die Jungstars Müller und Kroos wohl ihr Nationalelf-Debüt. Ballack traut den beiden viel zu.

Von Daniel Rathjen

München - Der Bundestrainer will "wichtige Erkenntnisse" sammeln.

Joachim Löw formt seinen Kader für die WM. Und der Kick gegen Argentinien (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE) ist ein Härtetest.

Gute Chancen auf einen Einsatz haben die beiden Jungstars Thomas Müller und Toni Kroos, die in ihrer heimischen Allianz Arena vor ihrem DFB-Debüt stehen.

"Ich will sehen, wer es schaffen kann", sagt Löw dazu.

Für Müller wäre der erste Einsatz für die A-Nationalmannschaft eine weitere Station eines permanenten Höhenflugs.

Der kometenhafte Aufstieg des 20-Jährigen ist der Stoff, aus dem die Träume aller Nachwuchsakteure gemacht sind.

"Ein Debüt gegen solch eine große Mannschaft wäre klasse", sagt Müller zu Sport1.de.

Er bemüht sich, bodenständig zu bleiben und ist beim Thema WM öffentlich noch sehr vorsichtig. Beim FC Bayern kommt so etwas gut an bei den Oberen.

"Es ist schön, dabei zu sein in so jungen Jahren", fügt er in feiner Profi-Rhetorik an.

Gute WM-Chancen

Nervös oder aufgeregt sei er kaum: "Warum sollte ich das sein? Das sind doch auch alles nur Fußballer. Ich weiß, was ich kann und brauche mich nicht zu verstecken."

Wohl wahr. Der Offensivallrounder weiß nur zu gut, dass er sich durchaus Hoffnungen auf ein Ticket für Südafrika machen darf.

Bei 33 Partien stand er in dieser Saison für seinen Verein auf dem Platz. 13 Tore hat er auf seinem Konto, hinzu kommen zehn Vorlagen.

Müller ist Stammspieler bei Trainer Louis van Gaal, der ihn vor allem für seine Flexibilität schätzt.

Der Youngster ist konstant geworden. Eine zwischenzeitliche Flaute im Dezember, als es bei ihm nicht lief, hat er ohne nachhaltigen Schaden überstanden.

Erst im Februar 2009 hatte er seinen Profivertrag beim FC Bayern unterschrieben, er hatte Angebote von 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen.

Anfang Januar war Müller dann von Löw zum Fitnesstest der DFB-Auswahl in Stuttgart berufen worden.

"Daher kenne ich schon alle Kollegen bei der Nationalmannschaft", erklärt Müller.

Er ergänzt: "Wenn die Leistung in der Rückrunde stimmt, kann es gut sein, dass ich für die WM nominiert werde. Aber ich denke jetzt nicht, ich muss unbedingt da hin, sonst bin ich todtraurig, wenn es nicht klappt. Wichtig ist für mich, dass ich nicht nur ein gutes Jahr habe, sondern 15 gute Jahre."

Druck ist kein Problem

Dass er mit dem Druck beziehungsweise dem harten Kampf um die Plätze klarkommt, hat er bereits in München bewiesen. Damit ist er gewappnet für die Ansprüche im Team von Löw.

Kroos ist für Müller Kollege und Konkurrent. Beide haben in Bayerns A-Jugend zusammen gespielt.

Sowohl im Verein (wenn Kroos nach der Saison tatsächlich zurückkehrt) als auch in der Nationalmannschaft werden sie sich auf den Flügeln begegnen.

Ballack zollt Respekt

Es ist wahrscheinlich, dass gegen Argentinien beide jeweils eine Halbzeit ran dürfen.

Deutschlands Kapitän Michael Ballack traut den Emporkömmlingen schon den großen Sprung zu.

"Sie haben zuletzt hervorragend gespielt. Sie haben es verdient, dabei zu sein", sagt der 33-Jährige, der gegen Argentinien im zentralen defensiven Mittelfeld in Bastian Schweinsteiger einen neuen Partner bekommen wird. So wird auf der rechten Seite eine Position frei.

Neben Müller hat auch Kroos einiges vorzuweisen.

Bei Bayer Leverkusen ist die Münchner Leihgabe in dieser Saison zu einer festen Größe geworden. In 24 Spielen verbuchte er neun Tore und sieben Vorlagen.

Selbst Franz Beckenbauer spricht voller Begeisterung von dem ebenfalls 20-Jährigen.

"Warum soll er nicht mit zur WM? Vor zwei Jahren bei der U-17-WM wurde er zum besten Spieler des Turniers gewählt. Ich hatte damals auf der Tribüne in Korea schon das Gefühl: Kroos wird der neue Michael Ballack", schwärmte der "Kaiser" zuletzt.

Es scheint, als könne Löw weder mit Müller noch mit Kroos auch nur irgendetwas falsch machen.

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