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Die fünf Stürmer des DFB-Teams: Gomez, Cacau, Kießling, Podolski und Klose (v.l.n.r.) © getty

Vor dem Argentinien-Spiel stecken Klose und Podolski im Formtief, genießen aber weiter das Vertrauen. Der Stürmercheck.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

München - Die Aussage steht ohne Wenn und Aber.

"Ich sehen auf den Sturmpositionen keinen Grund, etwas infrage zu stellen", sagt Joachim Löw vor dem Auftakt ins WM-Jahr gegen Argentinien (ab 20.15 Uhr LIVE) .

Mit dem Quintett Miroslav Klose, Lukas Podolski, Mario Gomez, Stefan Kießling und Cacau hält der Bundestrainer das Nationalteam derzeit für bestens ausgestattet.

Daher lassen ihn auch die Stimmen der Kritiker kalt, die eine neue Chance für Kevin Kuranyi fordern.

Sport1.de beleuchtet die aktuelle Lage im deutschen Angriff und die WM-Perspektiven der nominierten Stürmer.

Miroslav Klose (17 Bundesliga-Saisoneinsätze/ 1 Tor / 1 Vorlage)

Der WM-Torschützenkönig von 2006 macht bei Bayern München eine schwere Phase durch. An Mario Gomez kommt er nicht vorbei.

"Ich habe immer unter Jogi Löw gespielt und gehe davon aus, dass ich auch gegen Argentinien und bei der WM spielen werde", sagte Klose dennoch selbstbewusst der "Sport-Bild".

Geschenkt haben möchte er aber nichts: "Ich will auf dem Platz beweisen, dass ich zu Recht meinen Stammplatz habe."

Löw begründet sein Vertrauen in den 31-Jährigen mit dessen Verdiensten. Daran ändert auch die maue Ligaausbeute von einem Treffer in 708 Einsatzminuten 2009/10 nichts.

"Wir wissen, was wir an Miroslav Klose haben und was er für die Nationalmannschaft geleistet hat", erklärt der Bundestrainer auch mit Blick auf das 1:0 im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Russland.

Mit 48 Toren in 93 Länderspielen liegt Klose zudem in der ewigen Bestenliste des DFB schon auf Platz drei, nur Gerd Müller (68) und Ex-DDR-Torjäger Joachim Streich (55) waren besser.

Lukas Podolski (19/1/2)

Der 24-Jährige ist aufgrund seiner 1390 torlosen Ligaminuten vom Heilsbringer zum Sorgenkind seines 1.FC Köln mutiert.

"Es ist doch klar, dass bei einem Stürmer die Minuten gezählt werden. Aber solche Phasen haben fast alle Torjäger mal durchgemacht", sagt Podolski.

"Davon lasse ich mich nicht verrückt machen."

In der Nationalmannschaft ist er trotz seiner Flaute weiter über jeden Zweifel erhaben.

"Lukas hat bei uns immer seine Leistung gebracht", urteilt Löw. 37 Tore sind bei Podolskis 69 Partien im DFB-Trikot verbucht. Es ist die beste Quote der verfügbaren Angreifer.

Gemeinsam mit Oliver Bierhoff belegt der Kölner derzeit Rang neun der ewigen DFB-Torjägerliste. Die jüngsten drei Treffer der Löw-Elf gehen allesamt auf sein Konto.

Podolskis Perspektive im Nationalteam ist auch deshalb weiterhin gegeben, weil er auch schon als linke offensive Flügelkraft gute Spiele gemacht hat und daher nicht auf einen Platz im Sturmzentrum angewiesen ist.

Mario Gomez (24/10/5)

Der Münchner steht vor der Aufgabe, nach Vereinstrainer Louis van Gaal auch Löw davon zu überzeugen, dass er im Vergleich mit Klose der bessere zentrale Stürmer ist.

Denn beide gemeinsam haben bislang nicht funktioniert. Für ihn sprechen seine starke Physis und die Vielzahl an Chancen, die er sich erarbeitet.

Gegen ihn die noch ausbaufähige Quote erfolgreicher Abschlüsse und die zuletzt selten überzeugenden Vorstellungen im DFB-Dress.

In der Nationalelf hat der für Südafrika gesetzte Gomez bislang in 31 Begegnungen elf Tore markiert.

Stefan Kießling (24/13/6)

In der Hinserie hat sich der Leverkusener nachdrücklich für die WM empfohlen. Mit 13 Treffern führt er immer noch die Bundesliga-Torschützenliste an.

Allerdings war Kießling nur noch in einem der vergangenen zehn Spiele erfolgreich.

"Mir ist klar, dass ich an den zwölf Toren in der Vorrunde gemessen werde", sagte Kießling der "Main-Post".

"Ich habe nicht das Gefühl, dass ich schlecht spiele. Ich bin nur nicht mehr so effektiv derzeit und stehe nicht immer zur rechten Zeit am rechten Ort, um das Tor zu machen."

Hinsichtlich der Chance auf seinen vierten Länderspieleinsatz und womöglich das erste Tor fürs DFB-Team gibt er sich zurückhaltend:

"Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich zeigen dürfte, was ich kann. Aber letztlich muss die Leistung im Verein stimmen. Und wenn die stimmt, werde ich in Südafrika auch dabei sein."

Cacau (16/8/1)

Die hartnäckigen Fragen, welchen Narren Löw denn bitte an dem Stuttgarter gefressen hat, hat der gebürtige Brasilianer innerhalb einer Woche schlüssig beantwortet:

Vier Tore gegen Köln, eines gegen Barcelona und zwei gegen Frankfurt - besser geht es kaum. Den großen Taten noch große Worte folgen zu lassen, liegt dem überzeugten Christen dennoch fern.

"Man darf das nicht zu hoch hängen", erklärte Cacau Sport1.de gegenüber. "Das war ein Schritt, ich muss meine Leistung weiter bringen."

Seine angenehme Zurückhaltung und seine Pflegeleichtigkeit dürften weitere Pluspunkte sein, der bei der Vergabe der WM-Tickets durchaus ins Gewicht fallen werden.

Wenn er nach vier vergeblichen Anläufen nun auch im Nationaldress treffen würde, könnte das seinen Südafrika-Ambitionen auch nicht schaden.

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