vergrößernverkleinern
Michael Ballack (l.) bestritt im April 1999 gegen Schottland sein erstes Länderspiel © getty

Bundestrainer Joachim Löw will mehr als einen Leader. Derweil gehen die Sticheleien zwischen Kapitän und Manager weiter.

Düsseldorf - Joachim Löw gesteht seinem Kapitän Michael Ballack offensichtlich keinen Sonderstatus mehr zu.

"Ich brauche mehrere Leader, das habe ich immer gesagt. Einer allein ist zu wenig. Gerade wenn es auf dem Platz mal nicht so gut läuft, muss die Verantwortung auf viele Schultern verteilt werden", sagte der Bundestrainer beim Treffpunkt der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag in Düsseldorf.

Dort wird sich der Vize-Europmeister auf die kommenden WM-Qualifikationsspiele am Samstag in Dortmund gegen Russland und vier Tage später in Mönchengladbach gegen Wales vorbereiten.

Ballack enorm wichtig

Im Gespräch mit "Welt-Online" ergänzte Löw: "Es ist nicht möglich, dass ein Spieler über allen anderen steht. Wir brauchen in jedem Mannschaftsteil mehrere, die organisieren", sagte er.

"Früher waren das ein Lehmann, ein Schneider oder ein Metzelder. Die Hierarchie hat sich eben ein bisschen verändert", sagte er weiter.

Der Bundestrainer, der in den ersten drei Länderspielen der DFB-Auswahl in dieser Saison gegen Belgien, Liechtenstein und Finnland auf seinen Kapitän verzichten musste, bezeichnete den England-Legionär vom FC Chelsea allerdings auch als enorm wichtig für das Team.

Konflikt mit Bierhoff angeblich beendet

Der Bundestrainer betonte vor der ersten Trainingseinheit der DFB-Auswahl am Dienstagnachmittag im Rahmen des Fantages "DFB hautnah" vor rund 40.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Arena, dass für ihn der seit dem EM-Finale schwelende Konflikt zwischen Ballack und Teammanager Oliver Bierhoff beendet sei.

"Ich habe nach den Länderspielen gegen Finnland mit Bierhoff und Ballack gesprochen und deutlich gemacht, dass ich das Thema abhaken möchte und es auf keinen Fall in der Vorbereitung auf Russland haben will. Das ist auch passiert."

Dass der Manager und Ballack nach wie vor ein gespanntes Verhältnis haben, machte Bierhoff bei seiner Ankunft in der NRW-Landeshauptstadt aber deutlich.

Der Manager stichelt zurück

"Ballack ist nicht alleine Vize-Europameister geworden, da gehört eine Mannschaft dazu", konterte der frühere DFB-Kapitän eine Aussage von Ballack.

Der 32-Jährige hatte zuvor erklärt, dass er seinen Führungsstil nicht ändern werde, zumal er durch den zweiten Platz bei der EM in Österreich und der Schweiz in seiner Arbeit bestätigt worden sei.

Löw wollte dem Thema aber keine große Bedeutung mehr beimessen: "Ich denke trotzdem, dass eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit gefunden ist."

"Zum Forum ? jetzt mitdiskutieren"

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel