vergrößernverkleinern
Andreas Köpke hat sich als Torwart einen Namen gemacht. Weltmeister 1990, Europameister 1996, zudem Weltmeister 2014 als DFB-Torwarttrainer - die Vita ist beeindruckend. Zwei Bundesliga-Tore hat Köpke senior aber auch erzielt. Zwei mal ist er vom Elfmeterpunkt erfolgreich
Andreas Köpke, Torwarttrainer im DFB-Team, stärkt Rene adler den Rücken © getty

Andreas Köpke bezieht klar Position für Rene Adler. Die anderslautende Mei9nung von Matthias Sammer kümmert ihn nicht.

München - Nach der heftigen Kritik von Franz Beckenbauer hat Bundestorwarttrainer Andreas Köpke seiner Nummer eins Rene Adler demonstrativ den Rücken gestärkt.

"Es gibt im Moment keinen Grund, etwas zu revidieren. Manuel Neuer und Tim Wiese machen von hinten richtig Druck, und das empfinden wir als positiv. Aber wir haben weiterhin vollstes Vertrauen in Rene Adler", sagte Köpke dem "kicker".

"Einfach die Ruhe bewahren"

Der Torwart von Bayer Leverkusen sei zwar in einer "schwierigen Phase", führte Köpke weiter aus.

"Aber es ist doch nichts Außergewöhnliches passiert. Er soll einfach Ruhe bewahren und sich nicht von außen durch Panikmache nervös machen lassen. Ich gehe davon aus, dass er die Situation meistern und gestärkt daraus hervorgehen wird."

Der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw sieht den 25 Jahre alten Bayer-Keeper trotz der jüngsten Diskussionen stabil genug.

"Um seine Leistungsfähigkeit und sein Nervenkostüm mache ich mir keine Sorgen", sagte Köpke.

Adler habe schon in den WM-Qualifikationsspielen gegen Russland bewiesen, mit einer "besonderen Drucksituation" umgehen zu können.

Löw und Köpke hatten vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am 3. März gegen Argentinien (0:1) ihre Entscheidung öffentlich gemacht, dass sie mit Adler bei der WM in Südafrika als Nummer eins planen.

"Der Zeitpunkt ist egal"

Einen Zusammenhang zum aktuellen Tief des Keepers sieht Köpke aber nicht: "Das hat damit wenig zu tun. Das Thema wird man in der öffentlichen Diskussion nicht vom Tisch bekommen, egal, wann man sich entscheidet."

Adler hatte zuletzt einige Male gepatzt, zuletzt gegen die Argentinier und am Sonntag in der Liga beim 4:2 gegen Hamburg.

Dadurch war eine Diskussion um den Nachfolger von Jens Lehmann im deutschen Tor entstanden, vor allem ausgelöst durch Beckenbauer. "Wenn einer in der Schülermannschaft so einen Fehler macht, sagt man ihm: 'Such dir eine andere Sportart'", hatte der Kaiser kritisiert.

Adler sei zwar ein klasse Torhüter, "aber seitdem er weiß, dass er die Nummer eins ist, macht er einen Fehler nach dem anderen".

Zuletzt hatten bereits der Bremer Wiese und Schalkes Neuer den Druck auf Adler erhöht.

"Die Entscheidung liegt bei uns"

Die beiden Konkurrenten unterstrichen ihre Ambitionen auf den Platz im deutschen Tor. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer erklärte zudem, dass er Neuer für den besseren Torwart halten würde.

"Das ist seine persönliche Meinung, aber der Sportdirektor entscheidet nicht über die Nationalspieler. Dafür sind wird da", konterte Köpke.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel