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Kommunikativ: Joachim Löw sucht immer wieder das Gespräch mit den Spielern © getty

Bundestrainer Joachim Löw spricht bei Sport1.de über Michael Ballack, Torsten Frings, Konflikte im Team und Gegner Russland.

Von Martin Volkmar

München/Düsseldorf - Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Samstag gegen Russland antritt, kann Bundestrainer Joachim Löw zum ersten Mal in der laufenden WM-Qualifikation auf Michael Ballack und Torsten Frings zurückgreifen.

"Darüber freue ich mich natürlich sehr. Beide haben große Erfahrung, dadurch bieten sich mehr Möglichkeiten", sagt Löw, der die Position von Ballack stärkt: "Es bestand nie ein Zweifel, dass Michael Ballack als Kapitän in die WM-Qualifikationsspiele gehen wird."

Im Interview mit Sport1.de spricht der Bundestrainer zudem über seinen Führungsstil, Konflikte innerhalb der Mannschaft.

Im zweiten Teil des Gesprächs lobt Löw den kommenden Gegner. Russland habe "enorme Qualität, ist technisch beschlagen" und "auf einer Stufe mit Europameister Spanien".

Zudem spricht Löw über die Situation in der deutschen Abwehr und die Verletzung von Robert Enke.

Sport1.de: Wie wichtig ist die Rückkehr der beiden Platzhirsche Michael Ballack und Torsten Frings?

Joachim Löw: Beide haben große Erfahrung, dadurch bieten sich mehr Möglichkeiten. Das gilt auch für andere Stammkräfte wie Per Mertesacker und Arne Friedrich. Darüber freue ich mich natürlich sehr.

Sport1.de: Befürchten Sie erneute Unruhe durch neue Diskussionen zwischen Ballack und Oliver Bierhoff?

Löw: Es gab eine Aussprache zwischen Michael Ballack und Oliver Bierhoff. Damit ist das Thema für uns abgehakt. Es geht jetzt um rein sportliche Dinge, nur die beiden Spiele gegen Russland und Wales zählen.

Sport1.de: Ist Ballack als Kapitän weiter Ihr verlängerter Arm auf dem Spielfeld?

Löw: Es bestand nie ein Zweifel, dass Michael Ballack als Kapitän in die WM-Qualifikationsspiele gehen wird. Er hat die Mannschaft in den letzten Jahren auf dem Platz geführt und wird das als Kapitän auch weiterhin tun.

Sport1.de: Vor den letzten Spielen gab es Kritik an Ihrem Führungsstil. Ist der Wind für Sie rauer geworden?

Löw: Das, was ich mir vornehme, setze ich auf meine Art und Weise durch. Ich erreiche häufig meine Ziele, ohne dass ich nach außen hin Härte demonstrieren muss. Ich weiß, wie ich zu argumentieren habe und am Ende kann ich gewiss sein, dass die Spieler es annehmen und umsetzen. Damit bin ich bislang gut gefahren.

Sport1.de: Werden Sie trotzdem etwas ändern?

Löw: Dazu gibt es für mich keinen Grund. Die Mannschaft zieht bestens mit. Wir haben seit meinem Amtsantritt 2004 kaum Spiele verloren, eine hervorragende EM-Qualifikation gespielt und standen im EM-Finale.

Sport1.de: Konflikte gab es aber dennoch?

Löw: Natürlich, und das ist ja auch normal. Die Spieler kommen aus ihren Vereinen mit unterschiedlichen Spielauffassungen zur Nationalmannschaft, sechs Wochen waren wir am Stück auf engstem Raum zusammen. Es ist wichtig und ich bin auch froh, wenn die Spannung einmal überzogen wird, die Spieler untereinander diskutieren und ihren Standpunkt vertreten. Das gibt neue Energie. Wir haben es bislang aber immer geschafft, die Mannschaft auf eine Linie einzuschwören.

Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews

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