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Löw begann seine aktive Trainerkarriere 1994 beim FC Winterthur in der Schweiz © getty

Der Bundestrainer zieht geplante Leistungstests zurück und betont die gute Zusammenarbeit mit den Bundesliga-Vereinen.

München - Bundestrainer Joachim Löw hat den für Mitte April geplanten Kurzlehrgang der deutschen Nationalelf abgesagt und wird seinen Kader für die WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) noch vor dem dem letzten Spieltag am 8. Mai bekanntgeben.

Offen ist derzeit noch, ob Löw nach einem "weiteren intensiven Gedankenaustausch" mit seinem Stab dann 23 oder wie vor der EM 2008 26 Spieler für das vorläufige Aufgebot nominieren wird.

Den endgültigen Kader muss der Bundestrainer dann Ende Mai dem Weltverband FIFA melden.

Bundestrainer reagiert auf hohe Belastung

Unabhängig vom WM-Casting in den kommenden sechs Wochen hat Löw auf die Belastungen der Klubs im Saison-Endspurt reagiert und den vom 12. bis 14. April geplanten Leistungstest aus dem Kalender gestrichen.

"Der Leistungstest wird nicht stattfinden. Der Termin war mit der DFL fest vereinbart, aber wir haben uns zuletzt nochmals unsere Gedanken gemacht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir mit Rücksicht auf die Interessen der Vereine auf den Leistungstest verzichten werden", sagte Löw am Dienstag.

Im Januar hatte es Kritik aus der Liga an einem Treffen der DFB-Auswahl in Stuttgart gegeben.

Leistungstests werden nachgeholt

Erfreulicherweise sei Bayern München, Wolfsburg und der Hamburger SV weiterhin im internationalen Geschäft dabei.

"Das ist natürlich eine zusätzliche Belastung. Außerdem stehen Klubs wie Schalke, Leverkusen, Bremen und auch Stuttgart in der Bundesliga vor äußerst wichtigen Wochen.

Und da aus diesen Vereinen der Großteil der Spieler unseres erweiterten WM-Aufgebots kommt, haben wir den Test definitiv abgesagt", begründete Löw das Entgegenkommen:

"Und was jetzt an Leistungstests ausfällt, können wir problemlos im Rahmen der WM-Vorbereitung in unseren Trainingslagern einbauen."

Löw lobt Bundesliga

Gleichzeitig unterstrich er die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen:

"Sicher gab es in der Vergangenheit immer wieder mal Diskussionen mit einzelnen Verantwortlichen der Klubs, doch generell unterstützt die Bundesliga die Nationalmannschaft immer vorbildlich. Für unsere Arbeit und Ziele wurde bei allen unterschiedlichen Interessen im Endeffekt stets viel Verständnis von der Liga aufgebracht."

Löw wird am Mittwoch zusammen mit Assistent Hansi Flick und Bundestorwarttrainer Andreas Köpke das DFB-Pokal-Halbfinale Schalke gegen den FC Bayern beobachten.

Zu Gast bei Bayern gegen United

Danach steht ein zweitägiges Treffen in Frankfurt/Main an, wo laut Löw das DFB-Trainerteam gemeinsam mit Manager Oliver Bierhoff "nochmals gemeinsam alle organisatorischen WM-Fragen bis ins letzte Detail erörtern wird".

In der kommenden Woche ist zudem eine Klausurtagung in München geplant, "um über sportliche Analysen und Entwicklungen zu reden".

Dabei werden die DFB-Trainer auch das Champions-League-Viertelfinale der Bayern gegen Manchester United besuchen.

"Werden uns nicht beunruhigen lassen"

Zu Personalfragen äußerte sich Löw derweil nicht, etwa zur Problematik im Angriff oder zur jüngsten Diskussion um seine Nummer eins Rene Adler.

"Es gibt von uns zu vielen Personalien klare Aussagen, die wir nicht ständig wiederholen müssen", meinte der 50-Jährige lapidar.

Es gehöre doch "zu den ganz normalen Abläufen vor jedem großen Turnier dazu, dass in den Wochen zuvor eine gewisse Anspannung und Unsicherheit herrscht. Deshalb werden wir uns jetzt nicht beunruhigen lassen, wenn Vereine oder Berater mit einem gewissen Eigeninteresse kurz vor der WM ihre Spieler verstärkt ins Gespräch bringen."

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