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Joachim Löw ist seit Juli 2006 Trainer der deutschen Nationalmannschaft © getty

Die Spekulationen um seinen möglichen Nachfolger interessieren den Bundestrainer nicht. Er hat mit anderen Sorgen zu kämpfen.

Frankfurt/Main - Bundestrainer Joachim Löw wird wegen des DFB-Pokal-Finales zwischen Bayern München und Werder Bremen beim Start in die WM-Vorbereitung wohl erneut mehr als 23 Spieler in den vorläufigen Kader berufen.

Die Spekulationen um seinen möglichen Nachfolger Matthias Sammer lassen den Bundestrainer dagegen kalt.

"Das Thema beschäftigt mich überhaupt nicht, ich lasse mich in keiner Form von meiner vollen Konzentration auf die WM ablenken", sagte Löw dem "kicker".

Löw kann Thema Sammer nicht gebrauchen

"Es ist okay, wenn Matthias seine Meinung äußert. Ich sehe es anders. Wir haben klare Vorstellungen, wir im Trainerteam treffen unsere Entscheidung. Wir stehen zu unseren drei nominierten Torhütern", fügte er mit Blick auf die von Sammer zuletzt angeheizte Torwart-Diskussion an.

Der DFB-Sportdirektor Sammer gilt als erster Kandidat, falls Löw nach der WM seinen auslaufenden Vertrag als Bundestrainer nicht verlängert.

Doch das Thema Sammer ist das letzte, dass Löw vor Beginn der unmittelbaren WM-Vorbereitung Anfang Mai gebrauchen kann.

Personelle Sorgen

Denn der Bundestrainer hat mit Blick auf das Benefizspiel am 13. Mai gegen Malta in Aachen und den Beginn des Trainingslagers in Sizilien personelle Sorgen.

Löw muss zunächst auf die zehn WM-Fahrer verzichten, die sich am 15. Mai im Pokal-Endspiel im Berliner Olympiastadion gegenüberstehen.

Zudem droht auch noch Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack trotz des Ausscheidens in der Champions League mit dem FC Chelsea zum Start der Vorbereitung auf die WM in Südafrika auszufallen.

Ballack und Bayern-Spieler drohen Auszufallen

Der 33 Jahre alte Mittelfeldspieler trifft mit den Blues am 10. April im FA-Cup-Halbfinale auf Aston Villa. Das Finale findet ebenfalls am 15. Mai statt.

Die sicheren Münchner WM-Fahrer Miroslav Klose, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Mario Gomez und Thomas Müller dürfen trotz des Hammerloses im Viertelfinale gegen Manchester United zudem noch von der Finalteilnahme in der Champions League am 22. Mai in Madrid träumen.

Sollte das Team von Trainer Louis van Gaal tatsächlich das Endspiel der Königsklasse erreichen, müssten die Bayern-Profis komplett auf das für Löw wichtige Regenerationstrainingslager in Sizilien verzichten.

Worst Case Szenario denkbar

Weitere Ausfälle zu Beginn der WM-Vorbereitung drohen, da der Hamburger SV oder der VfL Wolfsburg noch in das Finale der Europa League am 12. Mai einziehen können.

Im schlechtesten Fall müsste Löw auf rund die Hälfte seines erweiterten 30-köpfigen Kaders verzichten.

Der Bundestrainer hatte bereits vor der EM 2008 in Österreich und der Schweiz zunächst 26 anstatt 23 Spieler mit in das erste Trainingslager genommen.

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