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Nach Robert Enkes Handbruch ist Rene Adler ab sofort die deutsche Nummer eins © getty

Während Joachim Löw bei der EM meist der gleichen Formation vertraute, ist die Startelf vor dem Spiel gegen Russland offen.

Von der DFB-Elf berichtet Martin Volkmar

Düsseldorf - Bei der EM-Endrunde hatte man manchmal den Eindruck, Joachim Löw habe nur elf Spieler nominiert.

Denn fast immer vertraute der Bundestrainer der gleichen Formation und ließ die Nachrücker größtenteils außen vor. Piotr Trochowski etwa kam keine Minute zum Einsatz.

Diese Situation hat sich seitdem grundlegend geändert: Löw hat den Konkurrenzkampf auf allen Positionen ausgerufen und fördert ihn nach Kräften.

Vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Russland am Samstag gegen Russland (Sa., ab 20.15 Uhr LIVE) wird das überdeutlich: Selten war die Startelf so offen wie diesmal.

"Machen uns Tag und Nacht Gedanken"

"Wir machen uns Tag und Nacht Gedanken, wie wir gegen die Russen spielen", meinte Löw.

Und im Gespräch mit Sport1.de ergänzte er: "Wir brauchen Spieler, die mental und körperlich in einer Top-Verfassung sind und 90 Minuten ihr Leistungsmaximum abrufen können. Darauf werde ich in den Trainingseinheiten besonders achten."

Fest steht seit Freitagmorgen lediglich, dass Rene Adler den verletzten Robert Enke im Tor ersetzen wird - ansonsten hat Löw die Qual der Wahl.

Sport1.de gibt einen Überblick über den Kampf um die Stammplätze.

Tor: Adler feiert Debüt

Robert Enke hatte die Nase vorn, aber nach seinem Kahnbeinbruch wird nun Rene Adler sein Debüt in der Nationalelf feiern.

Der Leverkusener erhält den Vorzug vor Tim Wiese. "Wir haben volles Vertrauen in Rene und sind überzeugt, dass er ein sicherer Rückhalt sein wird", sagte Torwarttrainer Andreas Köpke. "Er wird ein Super-Spiel machen, dann erübrigen sich alle Diskussionen."

Der 23-Jährige erklärte er sei "angespannt, aber nicht nervös. Denn das ist der absolute Höhepunkt in meiner bisherigen Karriere".

Innenverteidiger: Mertesacker nicht sicher

Der WM- und EM-Teilnehmer aus Bremen kann sich keineswegs sicher sein, dass er sein 50. Länderspiel bestreiten wird. Denn nach seiner Meniskusoperation ist der 24-Jährige noch nicht in Bestform.

Das wurde bei Bremens 5:4 gegen Hoffenheim deutlich, wo Mertesacker nach einer Notbremse die Rote Karte sah.

Daher hoffen Heiko Westermann und Serdar Tasci, die seit der EM dreimal zusammen spielten, auf eine erneute Bewährungsprobe.

"Ich denke, unsere Leistung war schon in Ordnung. Man kann bei nur drei Spielen ja nicht erwarten, dass wir alles wegputzen", sagte Tasci Sport1.de.

Gegen das Duo sprechen neben der Unerfahrenheit (zusammen nur neun Länderspiele) vor allem die Probleme beim 3:3 gegen Finnland. Daher könnte Mertesacker zusammen mit dem bei Schalke bislang überzeugenden Westermann auflaufen.

Tasci gibt sich allerdings kämpferisch: "Gegen den schwersten Gegner in der Gruppe können und wollen wir uns jetzt beweisen und zu null spielen. Damit könnten wir es unseren Kritikern zeigen."

Außenverteidiger: Friedrich kehrt zurück

Gesetzt ist auf der linken Seite Philipp Lahm, zumal nach Marcell Jansens Ausfall auch keine Konkurrenz besteht.

Auf der rechten Seite wird der zuletzt konstante Rückkehrer Arne Friedrich den formschwachen Clemens Fritz verdrängen.

Alternative auf beiden Positionen wäre "Allrounder" Westermann, der aber auf einen Platz in der Innenverteidigung hofft.

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