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Rene Adler bestritt bislang 48 Bundesligaspiele. Alle für Bayer Leverkusen © getty

Der "Bundes-Adler" möchte eine neue Ära im deutschen Tor einläuten. Toni Schumacher äußert sich bei Sport1.de zu diesem Vorhaben.

Von der DFB-Elf berichtet Martin Volkmar

Düsseldorf - Eine Nacht ließ sich der Trainerstab noch Zeit, doch die Entscheidung stand eigentlich schon vorher fest:

Rene Adler wird den verletzten Robert Enke im WM-Qualifikationsspiel am Samstag (ab 20.15 Uhr LIVE ) gegen Russland ersetzen und damit vielleicht eine neue Ära im DFB-Tor einleiten.

Durch Enkes Handbruch bekommt der Überflieger von Bayer Leverkusen früher als erwartet die große Chance, die Vorschusslorbeeren der Experten zu bestätigen.

Schumacher: "Ihm gehört die Zukunft"

"Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen und habe volles Vertrauen in Rene", sagte Ex-Nationaltorwart Toni Schumacher Sport1.de. "Ihm gehört die Zukunft."

Ähnlich bewertete Bundestorwarttrainer Andy Köpke die Entscheidung gegen den Bremer Tim Wiese und für den neuen "Bundes-Adler".

"Wir sind überzeugt, dass Rene ein sicherer Rückhalt sein wird", erklärte der 59-malige Nationalkeeper.

Nur zwei jüngere Debütanten

Zumal der gebürtige Leipziger schon nach dem Rücktritt von Jens Lehmann Favorit als neue Nummer 1 gewesen war, dann aber wegen einer Schulterverletzung in den ersten drei Länderspielen nach der EM zuschauen musste.

Dennoch waren in den vergangenen 40 Jahren nur zwei Torhüter bei ihrem Debüt jünger als der 23-Jährige: Schumachers Nachfolger Eike Immel und Bodo Illgner, die beide jeweils mit 20 Jahren ihr erstes Länderspiel absolvierten.

"Absoluter Höhepunkt meiner bisherigen Karriere"

Entsprechend angespannt sei er, gab Adler zu. "Aber das ist für die Konzentration eher positiv. Denn das ist der absolute Höhepunkt in meiner bisherigen Karriere."

Wohin sie führen kann, zeigt Illgners Beispiel. Der Kölner wurde 1990 drei Jahre nach seinem Debüt im Alter von Adler bereits als jüngster Torhüter der Fußball-Geschichte Weltmeister.

Immel dagegen musste sich nach seinem Einstand 1980 noch sieben Jahre als Nummer zwei hinter Schumacher gedulden. Auch diesmal besteht durchaus die Möglichkeit, dass Adler wieder rausrotiert wird.

Endgültige Entscheidung erst vor der WM 2010?

Denn der Trainerstab will sich die endgültige Entscheidung über die Nachfolge von Jens Lehmann so lange wie möglich offen lassen.

Der am Freitag bereits operierte Enke, Wiese sowie Manuel Neuer und laut Köpke möglicherweise auch wieder Timo Hildebrand dürfen weiter auf einen Stammplatz bei der WM 2010 hoffen.

"Es gibt kein Zeitlimit", meinte Köpke, der sich sogar einen Wettkampf bis kurz vor den Titelkämpfen in Südafrika vorstellen kann.

Mit einem überzeugenden Auftritt gegen den EM-Halbfinalisten aus Russland kann sich EM-Reservist Adler daher einen Vorteil in der "T-Frage" erspielen. Bei einer schwachen Leistung würde hingegen am kommenden Mittwoch gegen Wales vielleicht Wiese seine Chance bekommen.

"Rene wird ein Superspiel machen"

"Über Wales machen wir uns überhaupt noch keine Gedanken", meinte Köpke dazu. "Rene wird ein Superspiel machen, damit erübrigen sich weitere Fragen."

Ähnlich sieht es Michael Ballack. "Rene hat trotz seiner jungen Jahre eine tolle Ausstrahlung", erklärte der Kapitän. "Er hat die volle Unterstützung und das Vertrauen der gesamten Mannschaft."

Nun liegt es an Adler zu zeigen, ob er den rasanten Aufstieg seit seinem ersten Bundesligaspiel im Februar 2007 (1:0 auf Schalke) auch vor ausverkauftem Haus in Dortmund gegen eine der weltbesten Offensiven fortsetzen kann.

Sein Mentor Köpke sieht diesen Druck aber als leistungsfördernd an: "Für so ein Highlight vor 80.000 Zuschauern hätte ich mich auch noch mal fit machen können."

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