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Joachim Löw (r.) ist seit dem 12. Juli 2006 Trainer der Nationalmannschaft © imago

Der Bayern-Präsident stellt sich in der Kuranyi-Frage hinter Joachim Löw. Dagegen greift ein Dortmunder den Bundestrainer an.

München - Bundestrainer Joachim Löw hat in der Diskussion um eine Begnadigung von Torjäger Kevin Kuranyi für die WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) Rückendeckung von Uli Hoeneß erhalten.

"Joachim Löw verhält sich vollkommen korrekt. Ich verstehe es vollkommen, dass er sich nicht von den Medien vorschreiben lässt, wann er was zu entscheiden hat", sagte der Präsident von Rekordmeister Bayern München dem "kicker". (Beckenbauer setzt sich für Kuranyi ein)

Laut Hoeneß sei es noch früh genug, eine Entscheidung in Sachen Kuranyi erst am 6. Mai bei der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders zu treffen.

Löw meidet Topspiel

Löw selbst hat sich zu dem Thema seit knapp zwei Wochen nicht geäußert.

Das Topspiel der Bundesliga am Osterwochenende zwischen Schalke 04 und Bayern München (2:1) ließ Löw von DFB-Chefscout Urs Siegenthaler beobachten.

Kuranyi hofft noch

Kuranyi selbst hofft nach seinen zehn Toren in der Rückrunde weiter auf eine Nominierung für die WM. Dass er nach der WM 2006 auch die WM 2010 verpassen könnte, nagt bereits seit Wochen an dem Stürmer von Schalke 04.

"Es ist genauso hart wie damals. An so etwas kann man sich als ehrgeiziger Fußballer nicht gewöhnen. Es tut genauso weh. Aber ich habe noch ein klein wenig Hoffnung", sagte Kuranyi zuletzt.

Seine mögliche erste Teilnahme an einer WM bezeichnete er als "wahren Traum".

Owomoyela greift Löw an

Harsche Kritik am DFB und speziell an Löw äußerte hingegen Patrick Owomoyela. Laut dem ehemaligen Nationalspieler habe Borussia Dortmund keine Lobby beim Bundestrainer.

Man kann auf den Gedanken kommen, dass da etwas an Dortmund vorbeiläuft. Wir werden nicht gebührend ernst genommen und respektiert", sagte der 30-Jährige dem Internet-Portal "Spox".

Löw schaut keine Dortmund-Spiele

So hatte Löw am vergangenen Wochenende den persönlichen Besuch des Spiels Stuttgart gegen Mönchengladbach (2:1) den der beiden Top-Spiele Schalke gegen München (1:2) und BVB gegen Bremen (2:1) vorgezogen und sich in Dortmund durch Torwarttrainer Andreas Köpke und Assistent Hansi Flick vertreten lassen.

Die Borussia habe schon "im letzten Jahr eine ordentliche Runde gespielt und den Europapokal nur knapp verpasst. Damals wurde es von der Öffentlichkeit als Überraschung abgetan. In dieser Saison bestätigen wir unser Leistungsvermögen - und dennoch kommen nach wie vor Stimmen auf: 'Ja ja, ist schon ganz gut, aber das können die nie durchhalten'. Diese Einstellung sieht man auch in der Nationalmannschaft."

Keine ausreichende Wertschätzung

Der BVB bekomme nicht die Wertschätzung, die er verdiene, sagte Owomoyela und nennt als Bespiel die bisherige Nicht-Berücksichtigung von Mats Hummels, Roman Weidenfeller, Sebastian Kehl, Marcel Schmelzer oder Sven Bender im Nationalteam.

Er selbst habe das Thema Nationalmannschaft abgehakt. "Immerhin wurde ich seit vier Jahren nicht mehr berücksichtigt", sagte Owomoyela.

"Weidenfeller hat es verdient"

Unverständlich für den Außenverteidiger ist auch die Ignoranz gegenüber Torhüter Weidenfeller. Dazu Owomoyela:

"Roman bringt immer eine gute Leistung, das war letztes Jahr schon so. Daher hätte er natürlich eine Berücksichtigung verdient gehabt. Vor allem die Asien-Reise letztes Jahr wäre eine gute Möglichkeit gewesen, um ihn kennenzulernen. Das ist leider nicht passiert, dennoch kann Roman damit gut umgehen."

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