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Michael Ballack absolvierte 87 Länderspiele für den DFB © getty

Gegen Russland (ab 20.15 Uhr LIVE) soll in Dortmund eine neue Serie aufgebaut werden. Ballack lobt bei Sport1.de die Fans

Aus Dortmund berichtet Martin Volkmar

Dortmund - Rund zwei Jahre ist es her, dass Michael Ballack auf dem Rasen des Dortmunder WM-Stadions bittere Tränen vergoss.

Kurz zuvor hatte der spätere Weltmeister Italien an diesem 4. Juli 2006 den großen Traum der DFB-Auswahl vom Titelgewinn im eigenen Land zerstört.

Die 0:2-Niederlage nach Verlängerung bedeutete auch das Ende einer langen Erfolgsserie, denn bis dahin hatte die deutsche Nationalmannschaft kein Länderspiel in Dortmund verloren.

Bei der ersten Rückkehr am Samstag im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland (ab 20.15 Uhr LIVE) soll dieser Mythos wiederbelebt werden.

"Da kitzeln die Fans noch mehr aus einem heraus"

"Ein Länderspiel in Dortmund ist immer etwas ganz Besonderes. Da kitzeln die Fans noch mehr aus einem heraus", sagte Ballack auf Nachfrage von Sport1.de.

Ähnlich sieht es Andy Köpke. "Das Italien-Spiel haben wir vergessen. Einen besseren Rückhalt als in Dortmund kann man als Mannschaft nicht haben", sagte der Bundestorwarttrainer.

"Bei der besonderen Atmosphäre in diesem Stadion kann man wirklich von Heimvorteil sprechen und den müssen wir nutzen. Und wir wollen natürlich eine neue Serie starten."

Bis zum WM-Halbfinale waren die Gastgeber in der Ruhr-Metropole 14-mal ungeschlagen geblieben, darunter im WM-Relegationsspiel im November 2001 gegen die Ukraine (4:1).

Bewusste Entscheidung für Dortmund

"Wir haben Dortmund bewusst ausgewählt, da es für uns immer ein gutes Pflaster war und wieder sein soll?, erklärte Teammanager Oliver Bierhoff.

"Wir brauchen die Stimmung in diesem tollen Stadion."

Den größten Anteil an diesem Mythos Dortmund hatte das schon jetzt legendäre 1:0 im WM-Vorrundenspiel 2006 gegen Polen durch Oliver Neuvilles Last-Minute-Tor.

"Das Dortmunder Publikum hat uns auch in schwierigen Situationen immer geholfen", erklärte Kapitän Ballack vor dem Auftritt in der mit 65.607 Zuschauern ausverkauften Arena.

Daher vertraut auch Bundestrainer Joachim Löw auf die Heimstätte von Borussia Dortmund: "Weil ich mir vorstelle, dass die Stimmung für Russland Angst einflößend sein kann."

Hervorragende DFB-Bilanz gegen russische Teams

Zumal auch die Bilanz gegen die Russen, gegen die zuletzt bei der EM 1996 3:0 gewonnen wurde, und das Vorgängerteam der Sowjetunion ebenfalls hervorragend ist.

In 17 Begegnungen gab es zwölf Siege, darunter der bis heute höchste Erfolg der DFB-Geschichte beim 16:0 während der Olympischen Spiele 1912. Dem stehen zwei Unentschieden, zuletzt beim 2:2 im Juni 2005, und drei Niederlagen gegenüber.

Neuer "Club der Nationalspieler"

Die letzte Pleite liegt allerdings schon 23 Jahre zurück, als die deutsche Elf 0:1 in Frankfurt unterlag. Die wichtigsten Erfolge waren das 3:0 im EM-Finale 1972 und das 2:1 im WM-Halbfinale 1966.

Da könnte es ein weiteres gutes Omen sein, dass zahlreiche bei diesen beiden Spielen beteiligte DFB-Akteure auf der Tribüne in Dortmund die Daumen drücken werden. Denn rund 250 frühere Nationalspieler treffen sich vor dem Anpfiff im neu gegründeten "Club der Nationalspieler".

Kein BVB-Profi dabei

Zu diesen Ehemaligen gehört seit dieser Woche offenbar auch Sebastian Kehl. Joachim Löw erklärte nämlich, dass der BVB-Kapitän und WM-Teilnehmer von 2006 in seinen Planungen keine Rolle mehr spielt.

Somit findet ein Länderspiel in Dortmund erstmals seit einer kleinen Ewigkeit ohne einen Profi der Borussia statt.

Sorgen vor einem kritischen Publikum muss sich die deutsche Mannschaft dennoch nicht machen.

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