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Dieter Eilts (r., mit Mesut Özil) ist seit 2004 Trainer der U 21 © getty

Der U 21 von Trainer Eilts droht nach dem Remis gegen Frankreich ein Deja-vu. Sammer fordert fürs Rückspiel eine andere Marschroute.

Magdeburg - Torwart Manuel Neuer ist verunsichert, Trainer Dieter Eilts scheint geschwächt, und von der geforderten Siegermentalität war lange Zeit keine Spur.

Der Traum vom Europameistertitel droht für die deutsche U-21-Nationalmannschaft nach dem 1:1 (1:1) im ersten Playoff-Duell gegen Frankreich frühzeitig zu platzen.

Im entscheidenden Rückspiel am Mittwoch (19 Uhr LIVESCORES und im DSF ) in Metz muss sich der DFB-Nachwuchs gewaltig steigern, um sich noch für die EM 2009 in Schweden (15. bis 29. Juni) zu qualifizieren.

"Es ist noch nichts verloren"

Denn die Junioren des Deutschen Fußball-Bundes offenbarten in Magdeburg viele Schwachstellen.

"Es ist noch nichts verloren, aber natürlich stehen wir jetzt unter Druck. Wir müssen mit viel Leidenschaft ins Spiel gehen und uns deutlich im Zweikampf verbessern", sagte Eilts nach der wenig überzeugenden Vorstellung seiner Mannschaft.

Fehler von Neuer

Die DFB-Elf begann engagiert und ging vor 12.550 Zuschauern durch den Wolfsburger Stürmer Ashkan Dejagah (15.) verdient in Führung.

Doch nach dem krassen Fehler von Neuer, der sich bei einem Eckball verschätzte und ins Leere griff, konnte Younes Kaboul (23.) für die Franzosen ausgleichen.

Anschließend waren die Gastgeber mutlos und brachten nur wenig zu Stande.

Sicherheit geht verloren

"Das Gegentor war ein Schock für uns. Danach ging unsere Sicherheit verloren", meinte Eilts.

"Bei mir hat der letzte Schritt gefehlt. Ich bin mit beiden Beinen abgesprungen, vielleicht lag es daran", erklärte Neuer den Gegentreffer.

Zwar glaubte Eilts nicht, dass "Manuel insgesamt verunsichert ist", dennoch wirkte der 22 Jahre alte Schalker, der drei Monate nach seinem Mittelfußbruch zurückkehrte, nach seinem Fauxpas ebenso wie das gesamte Team sichtlich nervös.

Erinnerungen an 2007 werden wach

"Wir dürfen uns nicht so durch individuelle Fehler beeinflussen lassen. Für das Rückspiel muss die Marschroute sein, dass wir auf alle Schwierigkeiten eine Antwort finden", sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, nachdem die deutsche Mannschaft die von ihm geforderte Siegermentalität nur in den ersten 15 Minuten zeigte.

Nun droht den DFB-Junioren in Metz das gleiche Schicksal wie vor zwei Jahren, als das Eilts-Team in den Ausscheidungsspielen zur EM 2007 an England gescheitert war.

Khedira und Marin fallen verletzt aus

Gleichzeitig geht es im Rückspiel, für das der Stuttgarter Mittelfeldspieler Sami Khedira wegen einer in Magdeburg erlittenen Sprunggelenkverletzung und Marko Marin aufgrund von Wadenproblemen ausfallen, wohl auch um die Zukunft von Eilts.

Für die wichtigen Playoff-Spiele stellten Sammer und Bundestrainer Joachim Löw dem seit seinem Amtsantritt im August 2004 erfolglosen Ex-Bremer bereits U-20-Trainer Horst Hrubesch an die Seite.

Die Maßnahme kann durchaus als öffentliche Schwächung von Eilts interpretiert werden. Sammer sah es naturgemäß nicht so.

"Hrubesch soll positive Impulse setzen"

"Ich sehe es eher als Bündelung der Kräfte. Hrubesch soll als Coach der U-19-Europameister-Mannschaft positive Impulse setzen", sagte der DFB-Sportdirektor.

Eilts, dessen Vertrag beim DFB im Juni 2009 endet, kommentierte Hrubeschs Anwesenheit nur mit den Worten: "Die sportlich Verantwortlichen wollten mehr Hauptamtlichkeit." Freude über die zusätzliche Unterstützung klingt anders.

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