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Oliver Bierhoff (re.) ist seit 2004 Manager der deutschen Nationalmannschaft © getty

Oliver Bierhoff reiht sich in die Gruppe der Fürsprecher ein und erklärt, warum der Bundestrainer nicht beim Spitzenspiel war.

Frankfurt/Main - Oliver Bierhoff hat Bundestrainer Joachim Löw verteidigt und eine schnelle Lösung im Fall Kevin Kuranyi ausgeschlossen.

"Wir können und wollen nicht auf jede Spekulation um Personalien reagieren", sagte Bierhoff der "Bild": "Die Entscheidung, wer im WM-Kader steht, wird am 6. Mai bekannt gegeben. Das haben wir immer wieder betont, und bis dahin hat der Bundestrainer Zeit, Entwicklungen zu beobachten und entsprechend zu agieren."

In der Diskussion um eine Begnadigung des Schalker Top-Angreifers (18 Saisontore) für die WM hatte sich zuletzt immer mehr Fußball-Prominenz, unter anderem auch Franz Beckenbauer, für Kuranyi ausgesprochen.

Bierhoff sagte: "Aktuell liegt die Konzentration der Klubs und Spieler auf Meisterschaft, Pokal und den internationalen Wettbewerben."

Trainerstab gewährleistet Überblick

Auch gegen Kritik, dass Löw nicht persönlich das Spitzenspiel am vergangenen Wochenende zwischen Schalke und Bayern München (1:2) besucht habe, verteidigte Bierhoff den Bundestrainer.

"Joachim Löw hat seinen genauen WM-Plan, unter anderem auch, wen er wann beobachtet."

Auch durch die Arbeit von Co-Trainer Hansi Flick, Torwart-Trainer Andreas Köpke und Chefscout Urs Siegenthaler sei gewährleistet, "dass Joachim Löw einen sehr genauen Überblick hat, welcher Spieler wie in Form ist".

Konträre Meinungen in Deutschland

Erst am Dienstag hatte auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß den Bundestrainer in Schutz genommen: "Joachim Löw verhält sich vollkommen korrekt. Ich verstehe es vollkommen, dass er sich nicht von den Medien vorschreiben lässt, wann er was zu entscheiden hat."

Als Fürsprecher Kuranyis meldete sich nun auch Trainer Jürgen Klopp von Schalkes Erzrivalen Borussia Dortmund zu Wort. Die Sanktion, die Löw verhängt habe, sei "wichtig", sagte er der Sport Bild: "Jetzt ist aber auch gut."

Löw darf nicht "als Umfaller gelten"

Bei der WM sollten die besten Spieler dabei sein, sagte Klopp, "der Bundestrainer und der DFB sollten deshalb die Tür öffnen, um eine Entscheidung pro Kuranyi fällen zu können. Es muss klar sein, dass Jogi Löw dann nicht als Umfaller gelten darf."

Kuranyi wird seit seiner Flucht aus dem Dortmunder Stadion im Oktober 2008 während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland (2:1) von Löw nicht mehr berücksichtigt.

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