vergrößernverkleinern
Anspannung vor dem Schlüsselspiel: Philipp Lahm (l.) und Michael Ballack © getty

Gegen Russland (ab 20.15 Uhr LIVE) geht es für das DFB-Team um die Vorentscheidung um den Gruppensieg. Sport1.de hat die Fakten.

Aus Dortmund berichtet Martin Volkmar

Dortmund - 90 Minuten können am Samstagabend entscheiden, wie ruhig die deutsche Nationalmannschaft ins Jahr 2009 gehen kann.

Mit einem Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland (ab 20.15 Uhr LIVE) würde die DFB-Auswahl an der Spitze ihrer Qualifikationsgruppe überwintern.

Verliert das Team aber in Dortmund gegen den stärksten Gegner, dürften selbst bei einem Sieg am Mittwoch gegen Wales unruhige Monate auf Bundestrainer Joachim Löw zukommen.

"Jetzt kommen richtungweisende Spiele"

"Wir liegen nach zwei Spielen im Soll", sagt Kapitän Michael Ballack trotz der verlorenen Punkte beim 3:3 in Finnland.

"Aber jetzt kommen richtungweisende Heimspiele, in denen wir uns in unserer Gruppe positionieren wollen."

Daher hat sich die Mannschaft in den vergangenen Tagen im Teamquartier in Düsseldorf intensiv auf dieses erste "Endspiel" vorbereitet.

"Man spürt, dass die Spieler heiß sind", meint Teammanager Oliver Bierhoff. "Wir wollen klarstellen, dass wir Gruppenerster werden wollen."

Auch Ballack ist zuversichtlich, dass der EM-Zweite seiner Favoritenrolle gerecht werden kann: "Die Anspannung ist groß, es wird ein knappes Spiel. Aber wir gewinnen 1:0!"

Vor dem Anpfiff hat Sport1.de die Fakten zur Partie zusammengestellt.

Ausgangslage:

Nach dem Unentschieden in Finnland ist ein Sieg gegen den stärksten Gruppengegner beinahe Pflicht, da sich nur der Vorrunden-Erste direkt für die WM 2010 qualifiziert.

"Wir dürfen uns keine weiteren Punktverluste erlauben und müssen gewinnen", sagte Serdar Tasci bei Sport1.de: "Dadurch ist vielleicht etwas mehr Druck da als sonst."

Allerdings hatten auch die Russen Startschwierigkeiten und kamen erst durch einen späten Treffer zu einem mühsamen 2:1 gegen Wales.

Personal und Aufstellung:

Im Tor wird Rene Adler nach dem Kahnbeinbruch von Robert Enke sein Debüt in der DFB-Elf feiern. Er sei vor dem "Höhepunkt meiner bisherigen Karriere" angespannt, aber nicht nervös, meinte der 23-Jährige.

In die Innenverteidigung wird aller Voraussicht nach Per Mertesacker zurückkehren, neben ihm hat Heiko Westermann bessere Karten als Tasci. Außen spielen Philipp Lahm (links) und Arne Friedrich (rechts).

Nach seiner Verletzungspause wird Ballack das Team in seinem 88. Länderspiel wieder aufs Feld führen, gesetzt ist zudem Bastian Schweinsteiger auf rechts.

Offen ist hingegen, ob Rückkehrer Torsten Frings oder der zuletzt starke Simon Rolfes im defensiven Mittelfeld auflaufen. Auf links spricht vieles für Piotr Trochowski, aber auch Lukas Podolski könnte wie bei der EM dort spielen.

Im Sturm hofft der zuletzt überragende Patrick Helmes auf seine Chance neben Miroslav Klose.

Der Gegner:

Die "Sbornaja" hat durch den Halbfinal-Einzug bei der EM und vor allem durch ihren Tempo-Fußball enormes Ansehen gewonnen, auch bei der deutschen Mannschaft.

"Es erwartet uns ein Gegner, der mittlerweile zu den besten Nationen in der Welt gehört. Für mich stehen die Russen auf einer Stufe mit Europameister Spanien", sagte Bundestrainer Joachim Löw Sport1.de.

Die Stärken liegen vor allem im Sturm mit den beiden von zahlreichen europäischen Top-Klubs umworbenen Andrej Arschawin und Pawel Pogrebnijak, der den verletzten Roman Pawljutschenko ersetzt.

Probleme hat der niederländische Nationalcoach Guus Hiddink dagegen in der Defensive, Denis Kolodin fehlt. Zudem fällt Mittelfeldspieler Dmitri Torbinski aus.

Statistik:

Die Bilanz spricht klar für die DFB-Elf: In 17 Partien gab es 12 Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen.

Die letzte Pleite liegt 23 Jahre zurück (0:1). Zuletzt trennten sich beide Teams vor dem Confed Cup im Juni 2005 2:2.

Auch der Spielort Dortmund ist ein gutes Pflaster: Bis zum WM-Halbfinale 2006 gegen Italien (0:2 nach Verlängerung) waren die Gastgeber 14-mal ungeschlagen geblieben.

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw zu Sport1.de: "Gegen Russland brauchen alle elf Spieler eine hervorragende Form. Wenn wir es schaffen, unser Spiel durchzudrücken, dann bekommt auch Russland Probleme."

Guus Hiddink: "Deutschland ist natürlich Favorit. Es wäre schön, einen Punkt zu holen. Aber vielleicht sind wir auch auf mehr aus."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Adler - Friedrich, Mertesacker, Westermann, Lahm - Schweinsteiger, Rolfes (Frings), Ballack, Trochowski (Podolski) - Klose, HelmesRussland: Akinfejew - Anjukow, Ignaschewitsch, W. Beresuzkij, Schirkow - Syrjanow, Semak, Semschow - Sajenko, Arschawin - Pogrebnijak

Schiedsrichter: Fröjdfeldt (Schweden)

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel