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Kevin Kuranyi (l., mit Löw) hat bislang 52 Länderspiele für Deutschland absolviert © getty

Der Bundestrainer macht dem Schalker Torjäger nun doch noch Hoffnung auf eine WM-Teilnahme: "Wir werden sicherlich über Kuranyi reden."

Berlin - Bundestrainer Joachim Löw hat Kevin Kuranyi Hoffnung auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gemacht.

"Wir drei Trainer (Löw, Assistent Flick, Torwarttrainer Köpke - Anm. d. Red.) und Urs Siegenthaler (Chefscout des DFB) treffen uns ab Montag für drei Tage im Schwarzwald, um über viele Dinge zu sprechen - auch über personelle", sagte Löw der "Bild am Sonntag" und deutete im Fall Kuranyi eine Wende an:

"Wir werden sicherlich über Kuranyi reden, das Thema Kuranyi ist ja vorhanden. Wir werden das besprechen."

Viel Fürsprache für Kuranyi

Bislang hatte Löw immer kategorisch ausgeschlossen, dass der Schalker Torjäger, der bislang 18 Saison-Treffer auf seinem Konto hat, in seiner Amtszeit überhaupt noch einmal ein Länderspiel bestreitet.

Nachdem aber viele Experten wie Franz Beckenbauer oder auch Schalke-Trainer Felix Magath dem Bundestrainer eine Begnadigung nahegelegt hatten, scheint bei dem 50-Jährigen ein Sinneswandel vonstatten zu gehen.

Entscheidung vor dem 6. Mai

"Es ist nicht der Zeitpunkt, jetzt öffentlich darüber zu reden. Wir diskutieren intern und werden rechtzeitig eine Entscheidung bekannt geben. So wie bei anderen Spielern auch. Aber es ist klar, dass wir die Entscheidung bei Kuranyi vor dem 6. Mai treffen werden. Also nicht erst am Tag der WM-Nominierung", sagte der Bundestrainer, der am 6. Mai in Stuttgart sein vorläufiges WM-Aufgebot bekannt gibt.

Bei "Sky" lobte Löw Kuranyi sogar und deutete durch die Blume an, dass die Tür für ihn wieder einen Spalt offen stehe: "Kuranyi spielt eine gute Saison, das nehmen wir zur Kenntnis."

"Kein Gesichtsverlust" für Löw

Beckenbauer scheint mittlerweile davon überzeugt, dass Löw den Schalke mit nach Südafrika nimmt. (Beckenbauer setzt sich für Kuranyi ein)

"Ich gehe davon aus, dies würde auch für keinen einen Gesichtsverlust bedeuten. Das sind alles intelligente Menschen, und deshalb glaube ich an eine vernünftige Lösung", so Deutschlands Fußball-Kaiser bei "Sky".

Bierhoff: Keine schnelle Lösung

Unter der Woche hatte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff noch eine schnelle Lösung im Fall Kuranyi ausgeschlossen.

"Wir können und wollen nicht auf jede Spekulation um Personalien reagieren", sagte Bierhoff und verwies darauf, dass Löw bis zum 6. Mai Zeit habe, Entwicklungen zu beobachten und entsprechend zu reagieren.

Eklat während Russland-Spiel

Kuranyi wird seit seinem Weggang aus dem Dortmunder Stadion im Oktober 2008 während des WM-Qualifikationsspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Russland (2:1) von Löw nicht mehr berücksichtigt.

Der Torjäger hatte sich für sein Verhalten mehrmals in der Öffentlichkeit entschuldigt, war bei Löw bislang aber immer auf taube Ohren gestoßen.

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