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Joachim Löw (r.) und Kevin Kuranyi: Der Stürmer hat nun offenbar seinen Rücktritt erklärt © getty

Kevin Kuranyi hat offenbar seinen Rücktritt aus der DFB-Elf erklärt. Noch während des Russland-Spiels trat er die Heimreise an.

München - Das Rätselraten um Kevin Kuranyi geht weiter.

Der Nationalstürmer hat nach Informationen der "Bild am Sonntag" seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft erklärt.

Kuranyi soll noch während des Spiels Deutschland gegen Russland am Samstagabend (2:1) das Stadion in Dortmund verlassen und die Heimreise angetreten haben.

"Er ist nicht mit dem Bus zurückgefahren", erklärte auch DFB-Mediendirektor Harald Stenger. "Nach erfolgloser Suche ist die Mannschaft ohne Kuranyi abgefahren."

In der Pause weggegangen

Noch in der Nacht hatten zwei Bekannte des 26-Jährigen im Düsseldorfer Hilton-Hotel, wo die DFB-Auswahl Quartier bezogen hat, die persönlichen Sachen des 52-maligen Nationalspielers abgeholt.

Vor dem Russland-Spiel hatte Bundestrainer Joachim Löw Kuranyi für das Spiel auf die Tribüne verbannt.

In der Pause hatte der Schalker dann den Betreuern mitgeteilt, dass er das Spiel nicht mehr auf der Gegen-, sondern mit einem Freund auf der Haupttribüne verfolgen wolle.

Löw überrascht

Die Mannschaftsleitung zeigte sich von Kuranyis Abreise überrascht, der Grund sei dem DFB aber noch nicht bekannt.

Von einem Rücktritt aus der Nationalmannschaft wollte Löw aber nichts wissen.

"Ich habe persönlich noch nicht mit ihm gesprochen", sagte der Bundestrainer am Sonntag: "Ich bin selber überrascht. Es gibt Klärungsbedarf und danach werden wir uns abschließend äußern."

Kuranyi sei, so Löw weiter, "maßlos enttäuscht gewesen, dass er auf die Tribüne musste, aber solch eine Reaktion ist nicht akzeptabel und verständlich".

"Wir sind hier derzeit bei der Nationalmannschaft 20 Topleute und da werden wir Trainer immer wieder aufs Neue harte Entscheidungen treffen müssen", sagte der DFB-Coach.

Verständnis vom Spielerberater

Um Verständnis für seinen Schützling warb Roger Wittmann, der einen Rücktritt Kuranyis nicht bestätigen wollte

"Kevin hat seine Entscheidung getroffen und das muss man akzeptieren", erklärte der Spielerberater des Schalkers im DSF.

Wittmann schloss aber Differenzen des Stürmers mit Löw oder einem Spieler als Grund für die abrupte Abreise aus. "Ich habe mit Kuranyi telefoniert und er hat mir versichert, dass die Mannschaft intakt ist und er keine Probleme mit den Trainern hat."

Jedoch fügte der Schweizer hinzu: "Viellleicht wäre es von Kevin besser gewesen, das zweite Spiel am Mittwoch gegen Wales abzuwarten."

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