vergrößernverkleinern
Michael Ballack (l.) erzielte gegen Russland sein 39. Länderspieltor © getty

Im Interview spricht Michael Ballack über die Lehren aus der Partie, die Ziele bis zur WM 2010 und seinen "Assistenten" Torsten Frings

Aus Dortmund berichtet Martin Volkmar

Dortmund - Seine Rückkehr war mit Spannung erwartet worden.

Michael Ballack feierte beim dramatischen 2:1 im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland sein Comeback in der DFB-Auswahl nach mehrwöchiger Verletzungspause.

Und der Kapitän war in seinem 88.Länderspiel von Beginn an wieder die Führungsfigur in der deutschen Mannschaft, auch wenn es keine überragende Vorstellung war.

Trotzdem hatte der 32-Jährige mit seinem enormen Pensum im Mittelfeld und vor allem seinem Treffer zum 2:0 maßgeblichen Anteil am Erfolg.

Torjubel mit Finger auf den Lippen

Für Aufsehen sorgte aber auch seine Jubelgeste nach dem 38. Tor im DFB-Trikot, als Ballack den Finger auf die Lippen legte.

Ein eindeutiger Hinweis des Chelsea-Stars, dass er die anhaltenden Diskussionen um seinen Stellenwert im Team beendet wissen will.

Dafür dürften vor allem eine ähnlich starke Leistung von ihm und der Mannschaft wie in der ersten Halbzeit beim nächsten Qualifikationsspiel am Mittwoch gegen Wales sorgen.

Im Interview nach dem Spiel spricht Ballack über die Lehren aus der Partie, die Ziele bis zur WM 2010 und die Tatsache, dass sein "Assistent" Torsten Frings in Dortmund nur auf der Bank saß.

Frage: Wie bewerten Sie die Begegnung?

Michael Ballack: Es war ein sehr intensives Spiel. Wir sind ein hohes Tempo gegangen in der ersten Halbzeit, haben ein tolles Spiel gemacht und zwei schöne Tore geschossen. In der zweiten Halbzeit sind die Russen stärker geworden, da haben wir uns nicht mehr ganz so befreien können.

Frage: Lukas Podolski hat gesagt, dass die erste Halbzeit eine der besten gewesen sei, seit er bei der Nationalmannschaft ist. Stimmen Sie dem zu?

Ballack: Ich denke schon. Denn die Russen haben eine sehr starke Mannschaft, das haben wir vor allem nach der Pause gesehen. Deshalb kann man schon sagen, dass es eine sehr, sehr gute Halbzeit von uns war.

Frage: Wo sehen Sie die Gründe?

Ballack: Wir haben insgesamt clever gespielt und auch im richtigen Moment die Tore gemacht. Auch das 3:0 war drin, aber das wäre vielleicht ein Tick zu viel gewesen. Denn die Russen waren immer gefährlich, physisch sehr stark und haben uns alles abverlangt. Da hätten wir uns auch nicht beschweren können, wenn wir noch den Ausgleich kassiert hätten. Aber mit ein bisschen Glück haben wir das 2:1 noch behauptet.

Frage: Hat Joachim Löw in der Vorbereitung etwas anders gemacht?

Ballack: Er hat natürlich auch gespürt, dass es ein enorm wichtiges Spiel war, und das auch in dieser Woche der Mannschaft vermittelt. Denn neben uns sind die Russen sicherlich Favorit in der Gruppe und die anderen Mannschaften kommen ein bisschen dahinter. Daher galt es, sich mit voller Konzentration vorzubereiten. Und ich denke, das Team hat das gut umgesetzt.

Frage: Was nehmen Sie aus dem Spiel mit?

Ballack: Wenn wir beide Halbzeiten so stark gespielt hätten, wären die Russen vielleicht als zu schwach dargestellt worden. So hat man gesehen, dass es ein sehr guter Gegner war. Und wir haben weiter Potenzial nach oben und das wissen wir auch.

Frage: Was muss noch besser werden?

Ballack: Wir müssen uns weiterentwickeln. Das wird noch eine ganz, ganz schwere Qualifikation. Wir dürfen keine Punkte verschenken, denn ich glaube nicht, dass die Russen nicht viele Punkte abgeben werden gegen die anderen Teams. Und bis 2010 wollen wir natürlich noch mal einen Schritt nach vorne machen, um bei der WM dann auf einem höheren Niveau zu sein als im Sommer bei der EM.

Frage: Wie haben Sie Ihren Nebenmann Thomas Hitzlsperger gesehen?

Ballack: Er hat eine große kämpferische Leistung gebracht. Wir haben noch nicht so oft zusammengespielt, von daher sind die Aufgabenverteilungen nicht so automatisiert wie bei mir und Torsten Frings. Von daher hat es ganz gut geklappt.

Frage: Waren Sie auch überrascht, dass er gespielt hat und nicht Torsten Frings?

Ballack: Das sind Sachen, die der Trainer entscheidet und das muss man nicht bewerten. Ich denke, er hat alles richtig gemacht - wir haben gewonnen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel