vergrößernverkleinern
Seit 2006 ist Joachim Löw Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft © getty

Bundestrainer Löw will sich dem öffentlichen Druck nicht beugen und den Schalker in den kommenden Spielen weiter beobachten.

München - Torjäger Kevin Kuranyi bleibt in der Warteschleife:

Bundestrainer Joachim Löw will sich nicht unter Druck setzten lassen und hat die Entscheidung über eine mögliche Rückkehr Kuranyis in die Nationalmannschaft vertagt.

"Ich bin mir der Verantwortung als Bundestrainer bewusst, aber wir lassen uns vom öffentlichen Druck nicht treiben", sagte Löw.

Nach der dreitägigen Klausurtagung mit seinem Assistenten Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke in Baiersbronn im Schwarzwald kündigte Löw auf der DFB-Homepage eine Entscheidung im "Fall Kuranyi" innerhalb der nächsten beide Wochen an:

"Wir werden die nächsten Spiele beobachten. Wir werden uns bis Ende April äußern."

Kader-Nominierung am 6. Mai

Löw wird sein 23-köpfiges WM-Aufgebot am 6. Mai in Stuttgart benennen.

"Wir werden auch in der Sache Kevin Kuranyi rechtzeitig bekannt geben, wie unsere Entscheidung ausgefallen ist", sagte der Bundestrainer.

Im Oktober 2008 hatte Löw den Schalker Stürmer aus der Nationalmannschaft verbannt.

Kuranyi war in Dortmund während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland (2:1) frustriert aus dem Stadion geflüchtet, weil er nicht berücksichtigt wurde.

Für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes hat der 28-Jährige, Schütze von 18 Bundesliga-Toren in dieser Saison, 52 Spiele (19 Tore) absolviert.

Beckenbauer pro Kuranyi

Sein letztes Tor datiert vom 22. August 2007. Damals erzielte er in London das 1:1 beim deutschen 2:1 gegen England.

In den letzten Wochen hatten sich deshalb viele Experten für eine Rückkehr von Kuranyi stark gemacht, allen voran "Kaiser" Franz Beckenbauer.

"Wenn ich Bundestrainer wäre, würde ich ihn mitnehmen. Er ist im Moment der beste deutsche Stürmer, dagegen haben die anderen derzeit Probleme", hatte Beckenbauer erklärt.

Dass Löw durch seine Entscheidung Autorität einbüßen könnte, glaubt der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld indes nicht.

Vielmehr sieht er dies sogar als ein Zeichen der Stärke:

"Absolut, denn es geht am Ende immer um eine erfolgreiche Mannschaft. Da gehören die besten Spieler hin, auch wenn ein Spieler mal eine Disziplinlosigkeit gezeigt hat. Aber dafür wurde er ja auch eine lange Zeit suspendiert."

"Wir sind im Plan"

Mit dem Stand der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Südafrika zeigte sich Löw zufrieden:

"Wir sind mit Sicherheit im Plan", sagte der Bundestrainer: "Wir haben gute Spiele gemacht, aber auch gesehen, dass wir Spiele gemacht haben, in denen wir nicht unser absolutes Leistungsniveau erreicht haben."

In der WM-Vorbereitung gelte es nun, mit aller Konsequenz und mit aller Klarheit zu arbeiten, um die Spieler auf Top-Niveau zu bringen:

"Uns als Nationalmannschaft tun drei Wochen Vorbereitung enorm gut, das haben wir vor den anderen Turnieren auch gesehen", sagte Löw.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel