Nachdem der Stürmer durch die Hintertür vom DFB-Team abgereist war, ist der Rauswurf durch Bundestrainer Löw die logische Konsequenz.

Einige Verantwortliche beim DFB dürften sich wohl vor Ärger sonst wohin beißen:

Da zeigt die zuletzt ja nicht ganz unumstrittene Nationalmannschaft zumindest eine Halbzeit lang eine Gala und feiert in der WM-Qualifikation einen enorm wichtigen Sieg gegen den härtesten Rivalen aus Russland.

Die Fans sind vom Tempo-Fußball begeistert, Bundestrainer Joachim Löw freut sich über wieder gewonnene Stärken und neues Selbstbewusstsein.

Doch all das ist schon in der Nacht zum Sonntag kein Thema mehr, weil einer aus dem deutschen Team alles kaputt macht: Kevin Kuranyi.

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Der Schalker hat mit seiner Frust-Abreise für einen Eklat gesorgt, der nach Jahren der Ruhe im DFB-Team fast schon Dimensionen besitzt wie die WM-Rauswürfe von Stefan Effenberg 1994 und Uli Stein 1986.

Zwar handelt es sich diesmal nur um ein Qualifikationsspiel, aber noch nie hat ein Spieler auf seine Ausbootung so reagiert wie der immerhin 52-malige Nationalspieler.

Kuranyi verschwand durch die Hintertür und ließ seinen Rücktritt vermelden, um dann sein Mobiltelefon abzuschalten und sich beleidigt auf den Weg nach Hause machen, wo er den Sonntag allein im Schmollwinkel verbrachte.

Dass nicht er selber, sondern zwei angebliche Freunde noch in der Nacht seine persönlichen Sachen im DFB-Teamhotel abholten, lässt wenig Gutes über Kuranyis Umfeld erahnen.

Von einem 26 Jahre alten zweifachen Familienvater und langjährigem Profi mit immerhin 200 Bundesligaspielen kann man erwarten, dass er zu seinen Entscheidungen steht statt abzutauchen.

Und man kann auch etwas mehr Selbstkritik voraussetzen, denn nach seinen Leistungen der vergangenen Wochen und Monate war die Versetzung auf die Tribüne gegen Russland absolut nachvollziehbar.

Der Rauswurf am Sonntag war daher die logische Konsequenz, denn Löw kann sich ein solch undiszipliniertes Verhalten nicht gefallen lassen.

Die Entscheidung erleichtert haben dürfte Löw dabei, dass Kuranyi sich seit seinem rasanten Aufstieg in Stuttgart eher zurück- denn weiterentwickelt hat.

Derzeit gibt es so viele stärkere deutsche Stürmer, dass das Aus des Schalkers keinen großen Verlust für die DFB-Auswahl darstellt.

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