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Mario Gomez (li.) und Miroslav Klose wurden 2008 Vize-Europameister © getty

Mario Gomez drängt auf einen Stammplatz bei der WM. Tim Wiese hat den Kampf um die Nummer eins noch nicht abgehakt. Jansen hofft.

Von Tobias Hlusiak

München - Die Nationalmannschaft ist nicht der FC Bayern.

Im Verein hat Mario Gomez seinem bajuwarischen Sturmkollegen Miroslav Klose längst den Rang abgelaufen. Bayern-Trainer Louis van Gaal setzt auf Gomez als Sturmpartner von Ivica Olic, wenn er denn mit zwei Angreifern agieren lässt. Klose hütet die Bank.

Bundestrainer Jogi Löw hingegen zieht weiterhin den verdienten Nationalspieler Klose vor. Gomez hat gelernt, damit umzugehen, will aber um einen Stammplatz kämpfen:

"Ich weiß, dass Miro ein Spieler ist, auf den Joachim Löw noch mehr setzt, dass er vor mir steht", sagte der 24-Jährige der "Bild". "Aber ich werde natürlich weiterhin um einen Stammplatz kämpfen."

"Ich müsste immer spielen"

Klose lief bislang 94 Mal mit dem Adler auf der Brust auf, erzielte dabei 48 Tore. Dass der Bundestrainer den Routinier nicht ohne Weiteres auf's Abstellgleis verfrachtet, ist auch seinem Mannschaftskameraden klar.

"Den Status, den Miro hat, muss ich mir erst erkämpfen", gibt der Ex-Stuttgarter zu, schickt aber eine Kampfansage hinterher.

"Wenn ich die Tore zusammenzähle, die ich in den letzten drei Jahren erzielt habe, müsste ich immer spielen."

Betrachtet man nur die Bundesliga, kommt man an Gomez zweifelsohne nicht vorbei. In den vergangenen drei Spielzeiten bejubelte er 53 Treffer. Klose kommt im gleichen Zeitraum auf 22 Tore.

Probleme mit dem Adler auf der Brust

Gomez eilt der Ruf voraus, ein "Knipser" zu sein - allerdings nicht in der DFB-Elf.

"Ich mache keinen Hehl daraus, dass es dort nicht optimal läuft. Das sieht ja jeder", erklärt Gomez, der in 32 Länderspielen elf Mal traf.

Dass ihm neben Klose auch der notorisch glücklose Lukas Podolski (2 Saisontore) - der beim Bundestrainer allerdings eher als Mittelfeldspieler gilt - vorgezogen wird, findet Gomez nachvollziehbar, "weil Poldi und Miro bewiesen haben, dass sie wichtig sind für die Nationalelf. Ich finde es gut, dass sie deshalb die Rückendeckung des Trainers haben."

Einen Stammplatz bei der Weltmeisterschaft hat Gomez dennoch im Auge: "Ich hoffe, dass wir in Südafrika mit zwei Spitzen spielen." Dann müsste sich Löw nicht zwischen Klose und seinem Teamkollegen entscheiden.

Wiese kämpft um seine Chance

Im Kampf um die Nummer eins haben sich Bundestrainer Löw und sein Team auf Rene Adler festgelegt. Manuel Neuer soll der Stellvertreter des Leverkuseners sein. Von Tim Wiese spricht kaum jemand.

Dabei ist der 28-Jährige in den letzten Wochen der Konstanteste der drei Bewerber.

"Mein großes Ziel bleibt, dass ich bei der WM im Tor stehe. Und dafür kämpfe und ackere ich weiter bis zum Ende", meldet sich der Werder-Keeper jetzt in der Syker "Kreiszeitung" zu Wort.

In den vergangenen Wochen hatten Adler und Neuer vermehrt durch schwere Patzer von sich reden gemacht - Wiese blieb konzentriert, wurde aber als DFB-Stammkeeper nie wirklich in Betracht gezogen.

"Es gibt immer irgendwelche Lieblinge. Ich bin es nun mal nicht. Aber vielleicht bin ich ja am Ende der lachende Dritte", blickt Wiese voraus.

Falls Löw am Ende doch die Karte Adler ausspielt, "dann muss ich es akzeptieren", sagt der Torwart: "Doch solange kein anderer auf dem Platz steht, glaube ich an meine Chance."

Wird Jansen rechtzeitig fit?

Marcell Jansen schöpft indes neue Hoffnung auf eine WM-Teilnahme.

Trotz eines Riss des Syndesmosebandes, der den HSV-Mann seit geraumer Zeit außer Gefecht setzt, hat der 24-Jährige Südafrika noch nicht abgehakt.

"Mir geht's prima, ich habe ein sehr gutes Gefühl", sagt er.

Am Montag fliegt Jansen zu Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach München. Der legt fest, wie es um Jansens WM-Chance bestellt ist.

"Wenn alles gut verheilt und nach Plan verlaufen ist, sind alle Chancen für mich da", erklärt Jansen, der sich im Austausch mit dem Bundestrainer befindet:

"Wir haben Kontakt. Und ich denke, dass ich weiter eine ernsthafte Option bin - ich habe von ihm nie eine Absage bekommen", sagte er der Hamburger "Morgenpost".

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