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Jens Lehmann bestritt 61 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft © imago

Stuttgarts Keeper traut seinen Nachfolgern zu, eine "ordentliche WM zu spielen" - allerdings mangele es ihnen an Erfahrung.

München - Der frühere Nationaltorhüter Jens Lehmann spricht seinen Nachfolgern Rene Adler und Manuel Neuer die Fähigkeit ab, Deutschland bei der WM zu großen Erfolgen zu führen.

"Beide haben großes Potenzial, aber man sieht, dass die Konstanz nicht so vorhanden ist. Die Konstanz sollte aber da sein. Es wird schwierig, denn WM, das ist ein anderes Niveau", sagte der Torhüter des VfB Stuttgart im "ZDF-Sportstudio".

Er traue der neuen Nummer eins Adler (Bayer Leverkusen) und Neuer (Schalke 04) jedoch grundsätzlich zu, eine "ordentliche WM zu spielen" - allerdings mangele es den jungen Torhütern an der nötigen Erfahrung: "Sie spielen eben erst ihre dritte oder vierte Saison im Profifußball."

"Adler muss sich einfinden"

Rene Adler, "der wohl spielen wird", sagte Lehmann, müsse sich "einfinden und gut organisieren. Aber das kann man nach drei oder vier Saisons in der Bundesliga noch nicht so gut."

Er selbst sei in diesem Alter "ziemlich grün hinter den Ohren" gewesen: "Ich denke im Rückblick, was für ein schlechter Torwart ich zu diesem Zeitpunkt noch war."

Allerdings sieht Lehmann Adler und Neuer im Vergleich mit Tim Wiese von Werder Bremen klar im Vorteil.

"Der Markt sagt, dass Rene und Manuel begehrt sind. Rene hatte, glaube ich, ein Angebot aus dem Ausland. Manuel hatte das Interesse von Bayern München. Bei Wiese habe ich nie etwas gehört. Rene und Manuel haben deutlich mehr Potenzial."

Probleme für Löw

Sich selbst brachte Lehmann, der seine Karriere mit dem Abschluss der Saison beenden wird, diesmal nicht ins Spiel. Allerdings deutete er an, dass Bundestrainer Joachim Löw bei der WM Probleme bekommen wird.

"Wichtig ist, was der Jogi denkt. Der Bundestrainer hat sich festgelegt, da muss er jetzt durchgehen."

Auf anderer Ebene wird Lehmann offenbar in den letzten Wochen seiner Karriere doch noch milde.

Versöhnung mit Balljunge

Im Sportstudio versöhnte er sich am Samstagabend mit einem Balljungen von Hannover 96, der den Routinier im Oktober 2009 während des Duells gegen den VfB genarrt hatte.

Aron Schulz hatte damals in der 81. Minute die Herausgabe des Balles an Lehmann verweigert und das Spielgerät stattdessen in die Luft geworfen.

Der Ball landete auf Lehmanns Kopf - und der Torhüter regte sich mächtig auf.

Als Lehmann am Samstag an die Torwand treten wollte, brachte Aron Schulz überraschend den Ball ins Studio und wurde von Lehmann umarmt.

Der 40-Jährige flüsterte dem Teenie zudem noch einige Worte ins Ohr.

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