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Rene Adler hat bisher neun Länderspiele absolviert © getty

Welche Auswirkung hat die Verletzung von Rene Adler auf die WM-Planung? Der Bundestrainer muss auf Zeit spielen.

Frankfurt/Main - Rene Adler hofft, Joachim Löw bangt:

50 Tage vor Beginn der WM hat die Torwart-Frage in der deutschen Nationalmannschaft wegen des Rippenbruchs der Nummer eins Fahrt aufgenommen.

Zwar stellten die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen am Mittwoch ein schnelles Comeback von Adler in Aussicht, doch Bundestrainer Löw traut den positiven Signalen ganz offensichtlich noch nicht über den Weg.

"Wir werden jetzt erst mal die weiteren medizinischen Untersuchung und die aktuelle Entwicklung abwarten", sagte Löw am Mittwoch.

Und der Bundestrainer ließ wissen: "Andreas Köpke und ich haben mit Rene Adler telefoniert. Wir wünschen ihm schnelle und gute Besserung."

Löw spielt damit in der T-Frage wie auch im Fall Kevin Kuranyi rund sechs Wochen vor dem WM-Start auf Zeit spielt.

2006 drohte Karriereende

Denn der Bundestrainer weiß um die Krankenakte Adlers.

Bereits im Jahr 2006 hatte der gebürtige Leipziger mit einem schmerzhaften Rippenbruch zu kämpfen, zwischenzeitlich drohte sogar das Ende der Karriere.

Damals wurde eine Titanplatte mit vier Schrauben eingesetzt.

Nach Angaben von Bayer ist nun aber eine andere Rippe betroffen.

Leverkusens Sportchef Rudi Völler und Trainer Jupp Heynckes rechnen nach Rücksprache mit den Ärzten sogar damit, dass Adler bereits in 14 Tagen wieder einsatzbereit ist.

Heynckes ist optimistisch

"Ich bin zuversichtlich, dass er für die WM zur Verfügung steht", meinte Bayer-Trainer Jupp Heynckes.

Adler selbst zeigte sich allerdings nur "vorsichtig optimistisch":

"Die Art der Fraktur lässt nach Aussage der Ärzte einen günstigen Heilungsverlauf erwarten."

Neue Chance für Neuer und Wiese?

Insgeheim wittern nun wieder Adlers Konkurrenten Manuel Neuer (Schalke 04) und Tim Wiese (Werder Bremen) ihre Chance.

Löw hatte sich zwar vor dem enttäuschenden 0:1 gegen Argentinien Anfang März auf den Leverkusener Adler als deutschen WM-Keeper festgelegt.

Der ungewisse Ausgang der Rippenverletzung könnte bei Löw jedoch in den kommenden Wochen noch einmal zu einem Umdenken führen.

Für den Fall, dass Adler tatsächlich nicht rechtzeitig fit wird, gilt Neuer als Favorit.

Löw lobt Neuer

"Wir wissen um seine Qualitäten - er bleibt in der Eins-Gegen-Eins-Situation lange stehen. Das ist die Qualität des Torhüters. Er ist absolut eine Option für die WM", sagte Löw zuletzt über Neuer.

Neuer selbst, der beim Gewinn der U21-EM im vergangenen Jahr in Schweden ein herausragendes Turnier spielte, hat die Nummer eins bei der WM ohnehin noch nicht abgeschrieben: "Ich will dabei sein und spielen."

Wiese frustriert

Das will unbedingt auch der Bremer Wiese, der aber allein schon durch sein Fehlen zu Beginn des WM-Trainingslagers in Sizilien wegen des DFB-Pokal-Finals gegen Bayern München am 15. Mai schlechtere Karten als Adler und Neuer hat.

Doch nicht nur der scheinbar aussichtlose Kampf um den Stammplatz im Tor der Nationalmannschaft, auch die Sticheleien von Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann sorgen bei Wiese für Frust.

"Der soll nicht labern"

"Der soll lieber Bälle halten und nicht labern. Als der sich im Ohr gebohrt und überlegt hat, was er sagen will, war klar wie Kloßbrühe, dass er gegen mich stänkert", sagte Wiese der "Bild": "Der Typ juckt mich nicht! Dass wir keine Freunde im Leben mehr werden, ist doch klar. Ich habe mich immer für Olli Kahn ausgesprochen. Das hat Lehmann mir wohl krumm genommen."

Lehmann hatte im Aktuellen Sportstudio des ZDF allen deutschen Torhütern die nötige Reife für ein komplettes WM-Turnier abgesprochen.

Immerhin hätten aber Neuer und Adler im Gegensatz zu Wiese zumindest Angebote von Topklubs erhalten.

"Bei Wiese habe ich nie etwas gehört. Und Rene und Manuel haben, obwohl ihnen die Konstanz fehlt, deutlich mehr Potenzial", sagte Lehmann.

"Lehmann hätte kurze Wege"

Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt hält es derweil sogar für möglich, dass Lehmann in letzter Sekunde noch auf den WM-Zug springt.

"Jens Lehmann ist ja so oder so vor Ort, dass wären für ihn kurze Wege", sagte Heldt flachsend und spielte damit auf den Job des VfB-Keepers als TV-Experte an.

Trainer Christian Gross meinte: "Jens hat mit der Nationalmannschaft ja nie ganz abgeschlossen."

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