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Rene Adler begann seine Karriere beim damaligen VfB Leipzig © getty

Zwei Arztbesuche werden Klarheit bringen, wie gefährlich der Rippenbruch den WM-Ambitionen des Keepers von Leverkusen wird.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist der Tag der Wahrheit für Rene Adler.

Wie ist das beste Vorgehen nach seinem Rippenbruch?

An diesem Donnerstag weilt der Leverkusener Keeper in München, um genau das zu klären.

Er konsultiert den Teamarzt der Nationalelf, Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, sowie den Orthopäden Dr. Ludwig Seebauer.

Am Ende wird der Nationalkeeper wissen, wie groß die Bedrohung ist, die von seinem Rippenbruch für seine Rolle als WM-Keeper Nummer eins ausgeht.

Vor allem wird die Frage zu klären sein, ob eine Operation nötig ist. Für eine WM-Teilnahme und schnelle Genesung erscheint die fast unumgänglich.

Nach aktuellem Stand geht zwar niemand ernsthaft von einem Ausfall für Südafrika aus, aber die Beeinträchtigung ist wohl größer als zunächst angenommen.

Heynckes fürchtet Saison-Aus

Wo Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser anfangs von einem Spiel Pause ausging, kalkuliert Trainer Jupp Heynckes mittlerweile mit einem Saison-Aus für Adler.

Von "drei Wochen" Ausfallzeit sprächen nach seinen Angaben die Ärzte. Der Coach hofft allerdings auf einen Einsatz im letzten Ligaspiel bei Borussia Mönchengladbach.

Eine Computertomographie in zwei Wochen soll bis dahin den Heilungsverlauf dokumentieren.

Kein Thema wäre die Idee, Adlers Comeback mit einem Brustschutz aus Carbon zu beschleunigen: "Es wäre dumm etwas zu riskieren. Der Verein hat eine Fürsorgepflicht", wird Heynckes in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert.

Positionierungen beginnen

Adler hat in seiner Karriere nach Verletzungen meistens schnell wieder seine Form gefunden.

Dennoch: Ein Einsatz in Gladbach und den WM-Vorbereitungsspielen danach wäre für Adler hilfreich um Zweifel verstummen zu lassen, die sich durch die Verletzung an seinem Nummer-eins-Status regen.

Adlers Rippenbruch hat die allgegenwärtigen Torwartdebatten wieder neu angefacht. Vor allem die, was wäre, wenn es für Adler doch nicht reichen würde.

Bundestrainer Joachim Löw bräuchte dann einen neuen Schlussmann für Südafrika. Und die öffentlichen Positionierungen haben schon beginnen.

Klopp plädiert für Weidenfeller

Dortmund-Coach Jürgen Klopp legt Löw seinen Keeper Roman Weidenfeller ans Herz: "Wenn einer der drei Torhüter ausfallen sollte, macht der Bundestrainer garantiert keinen Fehler, wenn er Weidenfeller mitnimmt."

Löw schätzt bekanntermaßen eher Spieler, die nicht zur Unruhestiftung neigen - gerade in der chronisch aufgeregten Torwartfrage.

Das spricht gegen Weidenfeller und auch gegen den vom Boulevard mal wieder dankbar ins Feld geführten Jens Lehmann.

Vieles spricht für Butt

Wahrscheinlicher wäre im Falle des Falles eine Berufung von Bayern-Keeper Jörg Butt.

Für ihn sprechen gute Leistungen im FCB-Tor, seine Routine und die Tatsache, dass er die Rolle als Ersatzmann immer ohne Murren angenommen hat ? bei Bayern vor der Ausbootung von Michael Rensing, in der Nationalelf bei der WM 2002.

Es wäre eine Ironie der Geschichte, sollte ihm die Rückkehr in die Nationalelf durch eine Verletzung von Adler geebnet werden - dem Mann, der ihn einst bei Leverkusen verdrängte.

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