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Joachim Löw (l., mit Bierhoff) besucht Michael Ballack in London © getty

Der DFB-Tross sieht sich mit Problemen bezüglich seines Quartiers in Südafrika konfrontiert. Es bestehen wohl Sicherheitsmängel.

Zürich - Besuch beim Kapitän, Aufatmen in Sachen Nummer 1 - aber Probleme mit dem Quartier.

Rund sieben Wochen vor Beginn der WM forciert Bundestrainer Joachim Löw seine Planung für die Endrunde in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli), muss dabei aber eine weitere Hürde überwinden.

Mit dem erstarkten Michael Ballack und dem bald wieder genesenen Rene Adler kann Löw zwar rechnen, doch angebliche Sicherheitsbedenken das WM-Hotel betreffend machen ihm Sorgen.

Nach Informationen der südafrikanischen Tageszeitung "The Times" soll dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) vom südafrikanischen Geheimdienst sowie von Sicherheitsbehörden nahegelegt worden sein, auf das Hotel Velmore bei Pretoria zu verzichten.

Hotel hat Sicherheitsmängel

Die eigens für den DFB umgebaute und erweiterte Anlage wies bei einer Inspektion angeblich erhebliche Sicherheitsmängel auf.

Dennoch plant der DFB vorerst keinen Wechsel seines Quartiers.

"Wir gehen fest davon aus, dass in allen Punkten die Unklarheiten möglichst schnell beseitigt werden und die deutsche Nationalmannschaft wie geplant das Hotel nutzen wird", sagte Mediendirektor Harald Stenger auf Anfrage.

FIFA "zuversichtlich"

Die FIFA räumte in einer Stellungnahme ein, dass es in der Tat Probleme mit dem Velmore-Hotel gibt.

Es seien beim Umbau "Verzögerungen" aufgetreten.

Die FIFA ist aber "zuversichtlich, dass alle Anstrengungen unternommen werden, um alle Sicherheitsaspekte zu erfüllen".

DFB nimmt Kontakt auf

Nach dem Bekanntwerden des Berichts in der "Times" hatte der DFB mit den Hotel-Betreibern und dem WM-Organisationskomitee Kontakt aufgenommen.

Der DFB hatte das WM-Stammquartier ordnungsgemäß über die vom Weltverband FIFA beauftragte Agentur Match gebucht.

Gebucht hat unterdessen auch Löw - einen Flug nach London mit seinem Assistenten Hansi Flick.

Löw besucht Ballack

Dort will er sich beim Besuch des Premier-League-Spiels zwischen dem Ballack-Klub FC Chelsea und Stoke City, bei dem Robert Huth spielt, am Sonntag ein genaues Bild von der Verfassung seines Spielführers machen.

Anschließend will Löw mit Ballack seine Planung mit Hinblick auf das Turnier besprechen.

"Wir haben diesen Besuch lange geplant. Nach dem Spiel wollen wir uns mit Michael in aller Ruhe austauschen", sagte Löw über die Stippvisite in der englischen Hauptstadt.

"Jetzt bin ich beschwerdefrei"

Ballacks Formkurve zeigt mittlerweile wieder nach oben, seine Verletzungen aus der jüngeren Vergangenheit belasten ihn nicht mehr.

"Ich hatte lange Probleme. Jetzt bin ich beschwerdefrei", sagte der 33-Jährige.

Löw ist überzeugt, dass er mit einem fitten Kapitän in die WM-Vorbereitung starten kann.

Ballack fehlt zu Beginn

"Bei ihm sehe ich keine Probleme", sagte er.

Weil Ballack mit Chelsea aber noch das FA-Cup-Finale am 15. Mai gegen den FC Portsmouth bestreiten muss, wird Löw zu Beginn der Vorbereitungsphase und beim ersten Testspiel am 13. Mai gegen Malta in Aachen auf ihn verzichten müssen.

Am 29. Mai in Budapest gegen Ungarn müsste Ballack aber auflaufen können.

Adler fraglich

Ob dann Rene Adler im Tor steht, liegt nun wohl nur noch an Löw - und nicht mehr an der gebrochenen Rippe des Torhüters.

Denn Adler wird zu Beginn der kommenden Woche das Training bei Bayer Leverkusen wieder aufnehmen.

"Aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen, mich Anfang kommender Woche wieder ins Training zu integrieren", sagte Adler, der sich die Blessur am vergangenen Samstag beim 1:2 beim VfB Stuttgart zugezogen hatte.

Heynckes optimistisch

Wann der 25-Jährige wieder spielen kann, ist alledings noch ungewiss.

Ausgeschlossen ist sein Einsatz im Heimspiel gegen Hannover 96 am Samstag (ab 15 Uhr LIVE).

"Ich bin optimistisch, dass er in der laufenden Saison noch einmal eingreifen kann", sagte Trainer Jupp Heynckes am Donnerstag und dachte dabei an den letzten Spieltag am 8. Mai, wenn Bayer auf Borussia Mönchengladbach trifft: "Aber man muss genau abwägen, zumal der Junge auf die WM hingearbeitet hat."

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