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In 52 Länderspielen für Wales erzielte Craig Bellamy 15 Tore © getty

Beim deutschen Gegner Wales sorgt besonders die Rückkehr von Reizfigur Craig Bellamy für Aufsehen, der nicht nur Hoffnungsträger ist.

Cardiff - Ein Jahr lang war es relativ ruhig um den walisischen Fußball. Craig Bellamy war schließlich verletzt.

Doch rechtzeitig vor dem WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Mönchengladbach gegen Deutschland ist er zurück.

Der Stürmer ist zweifellos der beste Fußballer des Landes und Hoffnungsträger, aber gleichzeitig auch der "Bad Boy".

Grenzwertige Scherze

Wie passte es ins Bild, dass die walisischen Kicker ausgerechnet beim Comeback ihres Kapitäns auf dem Hotelflur Cricket spielten, um die Langeweile zu vertreiben.

Bellamy verweigerte die Aussage, ob er der Anstifter dazu war. "Ich habe mich ja daran gewöhnt, dass immer zuerst mein Name fällt, wenn irgendwo etwas zu Bruch geht", meinte er und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Wenig zu lachen hatte hingegen Bellamys Opfer John Arne Riise. Der war zu gemeinsamen Liverpooler Zeiten im Februar 2007 von Bellamy mit einem Golfschläger eingeprügelt, nur weil der Norweger an einem Partyabend im Trainingslager nicht beim Karaoke mitmachen wollte.

120.000 Euro Strafe hat es Bellamy gekostet. Und ihm den Spitznamen "The Nutter with the Putter" ("Der Spinner mit dem Golfschläger") eingebracht.

Wandervogel Bellamy

Es war jedoch nur die markanteste von zahlreichen Eskapaden, die in der Karriere des Stürmers genauso regelmäßig ihren Platz hatten wie Geniestreiche auf dem Spielfeld oder der fast schon alljährliche Vereinswechsel.

Nur zu Birmingham City wollte sich der heute 29-Jährige vor zwei Jahren nicht abschieben lassen. "Ich bin Craig Bellamy, und ich gehe nicht zu Scheiß-Vereinen", sagte er.

Verbrannte Erde hinterließ er bei Newcastles United. Coach John Carver warf er einst einen Stuhl an den Kopf, Teammanager Graeme Souness suspendierte ihn nach seiner Weigerung, im rechten Mittelfeld zu spielen, und Stürmer-Ikone Alan Shearer drohte nach Bellamys Wechsel zu Blackburn:

"Ich schlag' ihm den Kopf ab, wenn er je nach Newcastle zurückkehrt."

Ein Jahr Verletzungspause

Und auch sein Comeback nach einjähriger Verletzungspause verlebte Bellamy in Klub und Nationalmannschaft in den letzten Wochen gebührend. Nach dem ersten Testspiel mit seinem Klub West Ham United soll er Fans des Gegners beleidigt haben.

Im ersten Länderspiel am Samstag schnappte er sich nach dem Elfmeterpfiff selbstbewusst den Ball - und versagte eindrucksvoll.

Die Medien schrieben nachher trotzdem, Bellamys Rückkehr habe "Wales zum Sieg getrieben". Es war ein "glorreiches" 2:0 gegen Liechtenstein.

Liebling und Albtraum in einem

Was Bellamy macht, wird eben extrem gesehen. Er ist der Liebling der Medien und der Albtraum der meisten Trainer.

Der walisische Nationalcoach John Toshack machte das "enfant terrible" zu seinem Verbündeten, indem er ihn zum Kapitän ernannte.Schließlich sei "Craig in der Lage, es mit der ganzen Welt aufzunehmen".

Außerdem hat Bellamy auch andere Seiten, so hat er eine Stiftung gegründet für bedürftige Menschen in Sierra Leone.

Der Druck ist weg

Er selbst verspüre keinen Druck mehr, seit er gerade mal zarte 16 war, noch in der Ausbildung steckte und die Freundin plötzlich schwanger wurde. Dagegen sei alles Folgende harmlos gewesen.

Entsprechend unbeschwert lebte Bellamy in den Tag hinein. Doch er meint es durchaus ernst, wenn er sagt: "Ich bin sicher, meine besten Zeiten werden noch kommen."

Die Gegner werden zittern. Die Mitspieler sind sicher noch unschlüssig, ob sie das als Versprechen oder Drohung sehen sollten.

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