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Während der EM war Piotr Trochowski (l.) Ersatz. Jetzt jubelt er auf dem Feld mit Philipp Lahm © getty

In der DFB-Elf fühlen sich Philipp Lahm und Piotr Trochowski richtig wohl. Im Doppel-Interview verraten sie die Stärken der Truppe.

Von Martin Volkmar

Dortmund/Düsseldorf - "Das Herz schlägt links" - diese medizinische Binsenweisheit kann man nicht nur in der Politik, sondern seit einiger Zeit auch auf die deutsche Nationalmannschaft anwenden.

Denn die linke Seite mit Philipp Lahm und Piotr Trochowski ist seit der EM das Paradestück der DFB-Auswahl, was beim 2:1 im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland erneut deutlich wurde.

Das gute Zusammenspiel der beiden Akteure kommt nicht von ungefähr, denn beide spielten von der B-Jugend an bis zu den Amateuren gemeinsam für den FC Bayern.

Mittlerweile ist Lahm beim FCB zum Weltklasse-Verteidiger gereift, während Trochowski beim Hamburger SV immer mehr in die Van-der-Vaart-Rolle hineinwächst.

Sport1.de sprach mit den beiden über die Partie gegen Russland und die Ziele im nächsten Qualifikationsspiel am Mittwoch in Mönchengladbach gegen Wales.

Sport1.de: Wie zufrieden waren Sie mit der Leistung gegen Russland?

Philipp Lahm: Es war ein sehr gutes Spiel von uns, vor allem in der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit hatten wir etwas Probleme. Aber das ist normal, dass es bei einem frühen Gegentor gegen so eine offensivstarke Mannschaft wie die Russen noch mal eng wird. Trotzdem sind wir verdient als Sieger vom Platz gegangen.

Piotr Trochowski: Wir haben sehr gut zusammen gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir allerdings ein bisschen die Ordnung verloren, da hätten wir einfach besser agieren müssen. Im Endeffekt haben wir aber 2:1 gewonnen, das ist das Wichtigste.

Sport1.de: War das Ihre beste Leistung im DFB-Trikot?

Trochowski: Komisch, das werde ich in letzter Zeit nach jedem Länderspiel gefragt (lacht). Mit meiner persönlichen Leistung bin ich auch ganz zufrieden. Wenn mein Lattenschuss noch reingegangen wäre, wäre das natürlich das Highlight gewesen.

Sport1.de: War das die beste erste Halbzeit, seit Sie Nationalspieler sind?

Lahm: Zumindest was das schon eine der besseren Halbzeiten. Auch wie wir uns auf den Gegner eingestellt haben war sehr gut. Gleiches gilt für unser Offensivspiel. In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass wir uns mit wenigen Kontakten durchkombinieren können und immer für ein Tor gut sind.

Trochowski: Ich bin noch nicht so lange wie Philipp dabei, aber in der Mannschaft steckt unheimlich viel Potenzial. Wir haben viele junge Spieler, die hungrig sind und große Qualität haben. Daher kann sich zurzeit einfach niemand sicher sein, dass er spielt. Jeder gibt im Training Gas und davon profitiert die gesamte Mannschaft.

Sport1.de: Wie wichtig war der Sieg für die WM-Qualifikation?

Lahm: Natürlich war das wichtig, denn dadurch bleiben wir weiter an der Spitze. Aber wir haben ja schon oft gezeigt, dass wir bei solchen bedeutenden Spielen unsere Leistung abrufen können. Wie in der EM-Quali in Tschechien, wie bei der WM oder wie bei der EM.

Trochowski: Russland ist der stärkste Gegner in der Gruppe. Und das ist es wichtig, dass wir schon einmal ein Ausrufezeichen gesetzt haben. Jetzt müssen wir am Mittwoch nachlegen, dann kann man danach schöne Weihnachten haben.

Sport1.de: Hat die Mannschaft nach dem 0:0 gegen Wales im vergangenen November etwas gutzumachen?

Lahm: Wir wollen es natürlich besser machen und die drei Punkte holen, um weiter in unserer Gruppe vorne weg zu marschieren. Denn für uns zählen nur zwei Heimsiege und bis jetzt haben wir nur die Hälfte geschafft. Außerdem darf man gegen die vermeintlich kleinen Teams keine Punkte liegenlassen.

Trochowski: Ich glaube, das 0:0 spielt keine Rolle mehr. Wir sind letztes Jahr in der Qualifikation super durchmarschiert und waren zu dem Zeitpunkt schon für die Endrunde qualifiziert. Klar, für die Fans ist ein 0:0 natürlich nicht erfreulich, aber das ist Schnee von gestern.

Sport1.de: Besteht die Gefahr, dass die Waliser unterschätzt werden?

Trochowski: Der Sieg gegen Russland war schön, aber das zählt jetzt nicht mehr. Wir wissen ja, dass Wales aggressiv und sehr kompakt spielt. Also müssen wir konzentriert in die Begegnung gehen und unser Spiel durchsetzen. Sonst sind die drei Punkte vom Samstag nichts wert.

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