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Dieter Eilts wurde mit Werder Bremen zweimal deutscher Meister © imago

Für die deutsche U 21 und Trainer Eilts geht es im Play-off-Rückspiel gegen Frankreich (Mi., ab 19 Uhr) mehr als nur um die EM-Qualifikation.

Saarbrücken/Metz - Dieter Eilts steht vor seinem persönlichen "Endspiel":

Nach dem 1:1 im Play-off-Hinspiel der EM-Qualifikation steht am Mittwoch in Metz (19 Uhr LIVESCORES und im DSF) gegen Frankreich auch die Zukunft des Fußball-Europameisters von 1996 als DFB-Trainer auf dem Spiel.

Bei einem erneuten Scheitern in der Qualifikation wie vor zwei Jahren gegen England könnte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wohl kaum an Eilts festhalten.

Der 43-jährige Ostfriese, dessen Vertrag im Juni 2009 ausläuft, wollte seine Konzentration im Vorfeld der Begegnung zwar voll auf die 90 Minuten richten.

Hat Eilts noch Rückendeckung?

Den unangenehmen Fragen nach seiner Zukunft konnte der Coach aber nicht ausweichen.

"Für mich ist das derzeit kein Thema. Da muss man die Verantwortlichen fragen, ob sie mir Rückendeckung geben", antwortete der Trainer auf die Frage, ob er den Rückhalt seiner Vorgesetzten noch spüre.

Bündelung der Kräfte

Allerdings ist die Maßnahme des Verbands, U 20-Trainer Horst Hrubesch für die Ausscheidungsspiele an die Seite von Eilts zu stellen, nur beim Blick durch die DFB-Brille als Rückendeckung zu bewerten.

"Wir haben alle Register gezogen, um Dieter Eilts zu unterstützen. Ich sehe das als Bündelung der Kräfte, Hrubesch soll positive Impulse setzen", erklärte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer.

Schon vor dem Hinspiel am vergangenen Freitag in Magdeburg hatte der Funktionär mit markigen Worten erläutert, dass Eilts und sein Team unter großem Druck stehen: "Es geht um Leben und Sterben."

Spiele, die man sich wünscht

Die andauernden Spekulationen um den Coach sowie das Fehlen der verletzten A-Nationalspieler Marko Marin und Sami Khedira haben die Situation nach dem mageren Remis im ersten Aufeinandertreffen noch verschärft.

Trotzdem glaubt Eilts, der mit seinem Team am Dienstag vom Quartier in Saarbrücken nach Metz umgezogen ist, weiter an einen guten Ausgang im Stade Saint-Symphorien.

"Natürlich stehen wir unter Druck - aber die Franzosen auch. Wir müssen mit Leidenschaft ins Spiel gehen und zielstrebig und schnell nach vorne spielen. So wie es die Mannschaft in den ersten 20 Minuten im Hinspiel hervorragend gemacht hat", meinte der seit 2004 im Amt befindliche Coach.

Eilte weiter: "Das sind doch die Spiele, für die wir trainieren und die man sich wünscht. Spiele, in denen es um alles geht."

Spieler optimistisch

Auch die Profis unterstützen den Kurs des Trainers und haben die Teilnahme an der Endrunde vom 15. bis 29. Juni in Schweden noch fest im Visier. "Wir müssen aggressiv spielen. Wir wissen, um was es geht. Wir wollen zur EM", meinte Trorjäger Rouwen Hennings.

Mit einem Erfolg rechnet auch Toni Kroos. "Ich gehe davon aus, dass wir das Rückspiel gewinnen. Frankreich ist nicht übermächtig", sagte der Jungstar von Bayern München, der voraussichtlich Marin im Mittelfeld ersetzen wird.

Drei Kandidaten

Hinsichtlich der vakanten Position Khediras hat Eilts drei Kandidaten zur Auswahl. `Dort können Jerome Boateng, Eugen Polanski und Gonzalo Castro spielen", meinte der Coach, der auf einer anderen Position keine Personaldiskussion zulässt.

"Manuel wird spielen, und ich bin überzeugt, dass er herausragend halten wird", sagte Eilts im Hinblick auf Torwart Manuel Neuer, der mit seinem Fehler den Ausgleich der Franzosen in Magdeburg ermöglicht hatte.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Neuer (Schalke 04) - Beck (1899 Hoffenheim), Schwaab (SC Freiburg), Höwedes (Schalke 04), Boateng (Hamburger SV) - Kroos (Bayern München), Kruska (Borussia Dortmund), Castro (Bayer Leverkusen), Özil (Werder Bremen) - Dejagah (VfL Wolfsburg), Hunt (Werder Bremen)

Schiedsrichter: Paolo Tagliavento (Italien)

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