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Rene Adler bestritt neun Länderspiele für die deutsche Nationalelf © getty

Der vor zwei Wochen erlittene Rippenbruch lässt eine WM-Teilnahme des Leverkuseners nun doch nicht zu. Ein Münchner könnte profitieren.

Von Martin Volkmar

München/Leverkusen - Schock für die deutsche Nationalmannschaft: Rene Adler muss für die WM in Südafrika absagen!

Grund sind die Folgen seines im Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart am 17. April erlittenen Rippenbruchs.

Adler fasste nach seinem Comeback am Samstag gegen Hertha BSC gemeinsam mit den behandelnden Ärzten den Entschluss, die Fraktur operieren zu lassen.

Dies teilte er in einem Telefonat Bundestrainer Joachim Löw mit, der zuvor schon von Adlers Leverkusener Teamkollege Simon Rolfes über dessen WM-Absage unterrichtet worden war.

"Schwierigste Entscheidung meines Lebens"

"Das war die schwierigste Entscheidung meines Lebens. Aber es wäre mir selbst, meinem Verein und der Nationalmannschaft gegenüber letztlich unverantwortlich gewesen, an der WM teilzunehmen", erklärte Adler.

"Medizinisch betrachtet ist es zwar möglich. Doch die Schmerzen sind so erheblich, dass ich auf Dauer sowohl im Training als auch in den Spielen keine Bestleistung hätte bringen können. In einem derart langen und intensiven Turnier aber ist das unerlässlich. Da braucht es topfitte Spieler."

Löw nahm die Hiobsbotschaft zumindest nach außen relativ gelassen entgegen.

"Natürlich tut es uns sehr leid, dass Rene nun doch operiert werden muss und somit für die Weltmeisterschaft ausfällt", sagte der DFB-Coach.

Butt als Nachrücker?

"Wir werden nun im Trainerteam gemeinsam darüber beraten, wer als weiterer Torhüter mit nach Südafrika fährt, und dies am Donnerstag bei der Pressekonferenz zur Nominierung des WM-Kaders in Stuttgart bekannt geben."

Beste Chancen auf den dritten Torhüter-Platz neben dem Schalker Manuel Neuer und dem BremerTim Wiese dürfte wohl Bayern-Keeper Jörg Butt haben.

"Natürlich könnte ich von meiner Leistung her auch bei der WM spielen", hatte der 35-Jährige, der schon 2002 bei der WM als dritter Mann dabei war, vor kurzem bei SPORT1 erklärt.

Neuer gilt derweil als Favorit auf die Nummer 1, die Löw vor dem Länderspiel gegen Argentinien im März (0:1) Adler zugesprochen hatte. Doch auch Wiese hofft noch.

"Ich weiß nicht, ob ich jetzt die Nummer eins bin. Das muss der Trainer entscheiden. Ich habe immer meine Leistung gezeigt", sagte der 28-Jährige nach dem Werder-Training.

"Für Rene tut es mir leid."

"Habe wirklich alles versucht"

Adler traf die schwere Entscheidung nach dem Härtetest mit einem speziellen Rippenpanzer gegen Hertha BSC (1:1).

"Ich habe wirklich noch einmal alles versucht, doch nach dem Spiel musste ich einsehen, dass es keinen Sinn macht", sagte der 25-Jährige, für den die Saison nun gelaufen ist.

Zuvor war er mit den Ärzten übereingekommen, bei zu starker Schmerzentwicklung einer Operation zuzustimmen.

"René hatte nach dem Spiel extreme Schmerzen", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler dem "Express".

"Daraufhin wurde er nochmal von DFB-Arzt Dr. Müller-Wohlfahrt untersucht. Dabei kamen alle zum Ergebnis, dass eine WM-Teilnahme nicht möglich ist."

Schon 2006 hatte der Leverkusener Keeper einen komplizierten Rippenbruch erlitten, der fast seine Karriere beendet hätte und ihn zu einer siebenmonatigen Pause gezwungen hatte.

Großes Bedauern bei Zwanziger und Völler

Mit Bedauern nahm Völler Adlers Aus zur Kenntnis. "Es tut mir unheimlich leid für René", erklärte der ehemalige DFB-Teamchef.

"Sein großer WM-Traum ist geplatzt, aber wir müssen die Entscheidung der Ärzte akzeptieren. Ich hoffe und glaube fest daran, dass René beim nächsten großen Turnier für Deutschland zwischen den Pfosten stehen wird."

Ähnlich äußerte sich DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Es tut mir sehr leid für René Adler", sagte er.

"Ich hoffe, dass der Bundestrainer von weiteren Hiobsbotschaften verschont bleibt. Im Moment habe ich noch keine Sorgen für die WM, aber es dürfen keine weiteren Leistungsträger mehr für die WM ausfallen."

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