So bitter das WM-Aus für Adler ist: Auf der Torwartposition hat Löw im Gegensatz zu anderen Bereichen die geringsten Probleme.

Langsam wird eng für Jogi Löw. Erst der Verzicht auf Torsten Frings und Kevin Kuranyi, dann die verletzungsbedingten Absagen von Simon Rolfes und Rene Adler.

Vor allem der Ausfall von Rolfes ist schmerzlich, denn der Leverkusener Kapitän wäre die ideale Ergänzung zu Bastian Schweinsteiger und Michael Ballack im defensiven Mittelfeld gewesen.

Nun aber sind die Alternativen Lazio-Reservist Thomas Hitzlsperger und Sami Khedira, der nicht nur unerfahren ist, sondern auch keine überragende Saison spielt.

So rächt es sich, dass sich der Bundestrainer frühzeitig auf eine WM ohne Frings festgelegt hat, der in seiner momentanen Form der ideale Nachrücker wäre.

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Die gleiche Misere droht, falls sich einer der Kandidaten im Sturm in den nächsten Wochen noch verletzen sollte - denn Kuranyi steht ja nun nicht mehr zur Verfügung.

Da kann man im Tor fast von einem Luxus-Problem sprechen, so schlimm der geplatzte WM-Traum für den unglücklichen Adler auch sein mag.

Denn Manuel Neuer und Tim Wiese haben eine mindestens genauso starke Saison wie der Leverkusener hingelegt.

Der Schalker dürfte die Nase vorn haben, denn seit der siegreichen U-21-EM hat Neuer einen Lauf - und sich dabei in den vergangenen Monaten noch weiter verbessert.

Noch einfacher sollte die Entscheidung in der Frage der Nummer 3 sein. Schließlich werden sich Ehrgeizlinge wie Jens Lehmann und Roman Weidenfeller nicht mit dieser undankbaren Rolle zufrieden geben und ein neuer "Torwartkrieg" bis zur WM ist nicht im Sinne Löws.

Daher läuft alles auf Jörg Butt hinaus: Der 36-Jährige spielt eine höchst erfolgreiche Saison, hat bislang die wenigsten Gegentore in der Liga kassiert und besitzt die internationale Erfahrung, die Neuer und Wiese fehlt.

Zudem ist Butt der Typ, der auch als dritter Mann keinen Stunk macht, wie er schon in der selben Position bei der EM 2000 und der WM 2002 bewiesen hat.

Die Qual der Wahl hat der Bundestrainer ohnehin in den anderen Mannschaftsteilen, vor allem in der Innenverteidigung und im Sturm - ganz ohne Verletzungen.

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