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Jörg Butt bestritt zwischen2000 und 2003 insgesamt drei Länderspiele © getty

Die Bestätigung steht noch aus, aber der Bayern-Keeper wird so gut wie sicher als Nachrücker für Rene Adler zur WM fliegen.

Von Martin Volkmar und Thorsten Mesch

München - Offiziell wird die Entscheidung erst am Donnerstagmittag bekanntgegeben, doch Jörg Butt kann sich schon mal auf eine Reise nach Südafrika einstellen.

Fast alles spricht dafür, dass der Torwart des FC Bayern anstelle des verletzten Rene Adler zur WM-Endrunde fährt.

Die "Bild"-Zeitung vermeldet dies sogar bereits als Fakt, was von DFB-Seite allerdings dementiert wird.

"Das Aufgebot wird erst am Donnerstag bekannt gegeben, vorher gibt es dazu von uns keine Aussage", sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger SPORT1.

Unverständnis in Dortmund

Allerdings wird Bundestrainer Joachim Löw im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum wohl kaum eine überraschende Variante wie etwa Jens Lehmann oder Roman Weidenfeller präsentieren.

Anscheinend wurde den Rivalen sogar schon abgesagt, wie die Reaktion von Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc vermuten lässt.

"Die Entscheidung für Jörg Butt kann ich nicht nachvollziehen", sagte Zorc der "Bild".

"Für mich wäre es logisch gewesen, Roman Weidenfeller mitzunehmen. Er hat in dieser Saison und in der Saison davor hervorragende Leistungen gebracht. Zudem ist er sportlich und menschlich gereift."

"Keine Alternative zu Butt"

Doch auch nahezu alle Experten rechnen mit Butt. "Ich denke, Jogi Löw wird sich für die ruhigere Variante entscheiden. Es gibt keine Alternative zu Butt", sagte Ex-Nationaltorwart Toni Schumacher dem "ZDF".

"Er bringt die nötige Ruhe mit und wird keinen Druck auf Neuer und Wiese ausüben, so dass bei den beiden nicht unnötig Nervosität aufkommt."

Ähnlich sieht es Franz Beckenbauer. "Mit Jörg Butt kann man keinen Fehler machen. Er hat beim FC Bayern ein hervorragendes Jahr hinter sich", erklärte der FCB-Ehrenpräsident in der "Bild".

Dass er sich selber eine WM zutraut, hatte Butt noch kürzlich im Gespräch mit SPORT1 erklärt.

"Natürlich könnte ich von meiner Leistung her auch bei der WM spielen", hatte der 35-Jährige gesagt, der schon 2000 bei der EM und 2002 bei der WM als dritter Mann dabei war.

Lob von den Teamkollegen

Als Wink mit dem Zaunpfahl über die bevorstehende Nominierung konnte man auch Butts kurzfristiges Absage eines Pressegesprächs am Mittwoch werten.

Stattdessen traten Mark van Bommel und Philipp Lahm vor die Journalisten und machten Werbung für ihren Teamkollegen.

"Er ist mit uns Meister geworden und steht mit uns in zwei Endspielen. Das ist nicht so schlecht. Wieso sollte ich da nein sagen?", meinte Lahm über Butt.

"Die Erfahrung spricht natürlich für ihn, weil er schon vieles erlebt hat und der Mannschaft sehr helfen könnte. Man kann aber genauso denken, sehr jungen Torhüter mitzunehmen. Gott sei dank habe ich die Entscheidung nicht zu treffen."

Und van Bommel ergänzte: "Er ist ein guter Torwart, er hat in dieser Saison gut gehalten. Das muss der Bundestrainer entscheiden."

Beckenbauer: Lehmann nur als Nummer 1

Auch ein Comeback des 40-jährigen Lehmann kann sich der "Kaiser" vorstellen - allerdings keinesfalls nur als Nummer 3.

"Das wäre eine Möglichkeit. Lehmann ist unser erfahrenster Torwrt, hat bei den letzten Turnieren 2006 und 2008 gut gehalten", meinte er, schränkte aber ein:

"Eins muss Jogi Löw klar sein: Falls er sich für Lehmann entscheidet, dann nur als Nummer 1. Den kannst du nicht auf die Bank setzen."

Grundsätzlich sehe er solche Rückholaktion jedoch skeptisch, ergänzte der Beckenbauer, zumal es für den Bundestrainer genug Alternativen im Tor gebe.

Neuer Favorit als Adler-Nachfolger

Sein Favorit als neuer Stammkeeper der DFB-Auswahl ist derselbe wie der von Toni Schumacher: Schalkes Manuel Neuer.

"Er hat eine hervorragende Saison gespielt", sagte Schumacher.

"Manuel ist ein sehr guter Fußballer auf Regionalliga-Niveau. Zudem spielt er mit und kann den Ball bis zur Mittellinie abwerfen. Deswegen ist er der richtige Nachfolger für Rene Adler."

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