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Michael Ballack ist seit 2004 Kapitän der deutschen Auswahl © getty

Der DFB-Kapitän gibt grünes Licht für das WM-"Quali" gegen Wales und will die Tabellenführung in der Gruppe ausbauen. Die Fakten:

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Düsseldorf - Beim Abschlusstraining am Dienstag fehlte Michael Ballack noch, beim so genannten Anschwitzen war der Spielführer der deutschen Nationalspieler aber mit dabei.

Der Mittelfeldspieler absolvierte zuletzt im Mannschaftshotel ein individuelles Reha-Training wegen seiner Wadenverletzung.

Mit Erfolg: Denn Ballack wird nach Informationen der "Bild" am Abend gegen Wales (ab 20.15 Uhr LIVE) die DFB-Auswahl als Kapitän aufs Feld führen.

Gegner keine Luft lassen

Schon im Vorfeld hatte Oliver Bierhoff gehofft, dass der 32-Jährige spielen kann und "topfit die Mannschaft aufs Feld führen kann".

Der Teammanager nahm den Rest der Mannschaft in die Pflicht.

"Unabhängig vom Personal ist die Zielrichtung gegen die Waliser klar: Wir wollen dem Gegner keine Luft und Zeit geben und unsere Qualitäten so einbringen, dass wir am Ende als Sieger vom Platz gehen."

Schweinsteiger mahnt

Bastian Schweinsteiger nimmt seine Mannschaftskollegen in die Pflicht. "Wir dürfen uns nicht ausruhen", mahnt der Münchner. "Wenn wir gegen Wales nur Unentschieden spielen oder keine Punkte holen, wäre der Sieg gegen Russland umsonst gewesen. Darum müssen wir nachlegen."

Löw hat das Team nach Aussage von Thomas Hitzlsperger "genauso wie vor dem Russland-Spiel auf den Gegner eingeschworen. Wir wissen, was uns erwartet und werden die Vorgaben des Trainers erfüllen".

Man könne, ergänzte er im Sport1.de-Gespräch, "gegen jeden Gegner glänzen". Das sei unabhängig davon, ob die Waliser um den exzentrischen Stürmerstar Craig Bellamy als unbequem gelten.

Klose fordert Lernprozess

"Das hat nichts mit dem Gegner zu tun, sondern mit der eigenen Bereitschaft, sich hineinzuhängen", meinte der Stuttgarter.

Miroslav Klose fordert einen "Lernprozess", nachdem dem souveränen 6:0 gegen Liechtenstein zuletzt ein 3:3 mit Mühe und Not in Finnland gefolgt war:

"Junge Spieler müssen begreifen, dass sie nach einem guten Spiel auch in der nächsten Begegnung wieder dieselbe Laufbereitschaft haben müssen."

Sport1.de hat die Fakten zum Spiel:

Ausgangslage

Deutschland liegt als Tabellenführer der Gruppe vier mit sieben Zählern nur einen Punkt vor dem direkten Verfolger Wales.

"Es ist wichtig, dass wir uns ein Punktepolster anlegen", fordert deshalb Klose.

Ein Erfolg in Mönchengladbach wäre der 50. Sieg einer deutschen Auswahl im 68. WM-Qualifikationsspiel.

Statistik

Von bislang 15 Begegnungen mit Wales hat die deutsche Mannschaft sieben gewonnen. Neben sechs Unentschieden gab es auch zwei Niederlagen. Am 5. Juni 1991 und dem 14. Mai 2002 unterlag die DFB-Elf jeweils in Wales mit 0:1.

Bei der jüngsten EM-Qualifikation gewannen Löws Mannen am 8. September 2007 dank zweier Treffer von Klose mit 2:0, das Rückspiel am 21. November in Frankfurt blieb ohne Tore.

Personelle Situation

Abgesehen von der Ballack-Personalie "könnte einiges dafür sprechen, dass Joachim Löw auf frische und motivierte Spieler setzt, die gegen Russland nicht zum Zug gekommen sind", orakelte Bierhoff am Dienstag. Als mögliche Variante gilt ein Einsatz von Angreifer Patrick Helmes an der Seite Kloses von Beginn an.

Lukas Podolski würde dann die linke offensive Mittelfeldposition von Piotr Trochowski übernehmen.

Bei den Walisern werden gegenüber dem 2:0 gegen Liechtenstein zwei Änderungen erwartet. Carl Robinson wird im Mittelfeld den Platz von Carl Fletcher einnehmen. James Collins oder Lewin Nyatanga rücken für Christopher Gunter in die Abwehrreihe, die wohl nur noch aus drei Akteuren bestehen wird.

Das sagen die Trainer

Joachim Löw: "Es nützt nichts, wenn wir gegen die Russen gewinnen und dann gegen Wales straucheln. Wir wollen wieder drei Punkte, um unsere Tabellenführung auszubauen. Die Waliser sind spielerisch sicherlich anders als die Russen. Sie sind eine typisch britische Mannschaft, die mit Einsatz und Robustheit Torchancen verhindern will und kämpferisch an ihre Grenzen geht."

John Toshack: "Das wird das schwerste von allen zehn WM-Qualifikationsspielen. Aber meine Spieler wissen alles, was man über Deutschland wissen kann. Wenn sie es abrufen, können wir etwas holen. Wir haben letzten November in Frankfurt ein 0:0 geholt. Dieses Ergebnis zu wiederholen, wäre toll. Wenn wir uns aber qualifizieren wollen, müssen wir auch auswärts Mannschaften schlagen, die höher eingeschätzt werden als wir."

Voraussichtliche Aufstellungen

Deutschland: Adler - Friedrich, Mertesacker, Westermann, Lahm - Schweinsteiger, Ballack (Frings), Hitzlsperger, Trochowski ? Klose, PodolskiWales: Hennessey ? Collins (Nyatanga), Morgan, Williams, - Bale, Robinson, Edwards, Davies, Vokes ? Koumas ? Bellamy

Schiedsrichter: Duhamel (Frankreich)

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