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Mats Hummels absolvierte bereits für die U-21-Nationalmannschaft 20 Spiele © imago

Gegen Malta feiert der Dortmunder sein Länderspiel-Debüt. Richtig Freude mag bei Mats Hummels aber nicht aufkommen. Der WM wegen.

Von Martin van de Flierdt

München - Beim Turnier in Südafrika in 29 Tagen ist er höchstwahrscheinlich nicht dabei.

Dafür stehen andere im vorläufigen deutschen WM-Kader wie beispielsweise Holger Badstuber vom FC Bayern 233646(DIASHOW: Der vorläufige WM-Kader).

Keine Frage: Der 21-jährige Innenverteidiger ist enttäuscht, dass für ihn nach dem Länderspiel-Debüt in Aachen vorerst wohl schon wieder Schluss ist in schwarz-rot-gold.

Als so genannter Perspektivspieler bestreitet Hummels gegen Malta nur den Aufgalopp der deutschen Nationalmannschaft in die heiße WM-Phase .

Das wurmt Hummels auch im Interview mit SPORT1.

SPORT1: Herr Hummels, fühlen Sie sich fehleingestuft?

Mats Hummels: Ich bin zwar noch jung, würde mich aber prinzipiell auch nicht mehr als Perspektivspieler bezeichnen. Hinsichtlich der Nationalmannschaft ist das etwas anderes, weil ich dort noch keinen Einsatz hatte. Mit den U-21-Erfahrungen, die ich in den vergangenen drei Jahren gemacht habe, passe ich aber wohl auch dort nicht mehr hundertprozentig in diese Kategorie.

SPORT1: Holger Badstuber steht ohne Länderspiel sogar im vorläufigen WM-Aufgebot. Sehen Sie sich auf einem vergleichbaren Niveau?

Hummels: Ja, schon. Mit Ausnahme der letzten drei Spiele, mit denen ich absolut nicht zufrieden war, habe ich gezeigt, dass ich auch in diesen Kreis hineingehören könnte. Dass jetzt Holger dabei ist, freut mich für ihn. Allerdings denke ich, dass ich es auch verdient gehabt hätte.

SPORT1: Ist es fest vereinbart, dass Sie nach dem Malta-Spiel den DFB-Tross verlassen, oder ist es möglich, dass Sie ins WM-Aufgebot nachrücken, wenn sich jemand verletzt?

Hummels: Wie das in dem Fall ist, weiß ich nicht. Ich gönne allerdings niemandem eine Verletzung - das möchte ich mal als Erstes festhalten. Ich hatte selbst schon viel Verletzungspech, deshalb wünsche ich das keinem. Ich gehe nach aktuellem Stand davon aus, dass ich nach dem Malta-Spiel wieder abreise und das Thema Südafrika für mich dann leider beendet ist.

SPORT1: Hat Bundestrainer Joachim Löw Ihnen eine feste Zusage gegeben, dass Sie gegen Malta zu Ihrem Länderspiel-Debüt kommen?

Hummels: Nein, die habe ich noch nicht bekommen. Ich hoffe natürlich, dass es dazu kommt. Dass man spielen will, wenn man dabei ist, ist ja klar.

SPORT1: Viele befürchten in Aachen einen holprigen Aufgalopp ins WM-Unternehmen, weil Michael Ballack sowie die Münchner und Bremer noch fehlen. Teilen Sie diese Befürchtung?

Hummels: Ich denke, dass jeder weiß, was für ein Event da vor der Tür steht. Daher steht für jeden Einzelnen eine Menge auf dem Spiel. Jeder Spieler wird mit Spannung und Konzentration in die Partie gehen.

SPORT1: Mit Borussia Dortmund haben Sie die Saison als Fünfter beendet. Ist das für Sie zufriedenstellend, oder war mehr drin?

Hummels: Im Großen und Ganzen können wir schon zufrieden sein. Aber es war natürlich noch mehr drin. Aus den letzten fünf Spielen haben wir nur fünf Punkte geholt. Hätten wir da an die vorherigen Spiele anknüpfen können, hätten wir noch um einiges besser dastehen können. Dennoch ist die Saison für uns gut verlaufen.

SPORT1: Woran hat es gelegen, dass dem BVB ein starkes Finish gefehlt hat?

Hummels: Wir sind ja jetzt nicht vom Gas runtergegangen. Wir haben zum Beispiel gegen Hoffenheim den Sieg völlig unnötig hergeschenkt. Hoffenheim hatte eine Torchance, und das war die in der 92. Minute. Dann haben wir es in den letzten Spielen nicht mehr geschafft, den Gegner aus dem Spiel zu nehmen und nur wenige Chancen zuzulassen. Deswegen haben wir in den letzten fünf Spielen nur noch ein Mal gewonnen.

SPORT1: Der BVB hat eine junge Mannschaft mit Entwicklungspotenzial. Ist Platz fünf nur eine Zwischenstation auf dem Weg noch weiter nach oben?

Hummels: Das wäre möglich. Platz fünf entspricht schon dem, was die Mannschaft im Moment leisten kann. Es ist klar, dass wir rein von der individuellen Klasse nicht zu den allerbesten Mannschaften gehören, sondern uns im oberen Mittelfeld befinden. Trotzdem haben wir ein paar Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Dazu kommen wir natürlich darüber, dass wir eine geschlossene Einheit sind. Das ist einer der wichtigsten Faktoren, die es im Fußball überhaupt gibt. Deswegen sind wir so erfolgreich.

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