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Cacau erzielte im Freundschaftsspiel gegen Malta zwei Treffer © getty

Das DFB-Team lässt gegen Außenseiter Malta nichts anbrennen, ein Offensiv-Feuerwerk bleibt aber aus. Cacau trifft doppelt.

Vom DFB-Team berichtet Christian Paschwitz

Aachen - Wenn man Weltmeister werden will, liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor Bundestrainer Jogi Löw:

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei ihrem vorletzten WM-Test zwar einen standesgemäßen 3:0 (1:0)-Sieg gegen Malta eingefahren. 233646(DIASHOW: Der vorläufige WM-Kader).

Defensiv wie auch in der Chancenverwertung zeigte das DFB-Team jedoch vor allem in der ersten Halbzeit viele Defizite.

Cacau (16./58.) und ein Eigentor von Kenneth Scicluna (60.) waren es, die für den Erfolg über die Nummer 154 der Fußball-Welt verantwortlich zeichneten.

"Ergebnis fällt zu niedrig aus"

"Es waren einige Tore zu wenig. Wir haben uns zwar viele gute Möglichkeiten herausgespielt, aber auch einige zu lässig vergeben. Das Ergebnis ist zu niedrig ausgefallen", stellte auch Löw nach der Partie fest und fügte an: "Wir müssen nun ganz hart, intensiv und beharrlich arbeiten."

Sein Gegenüber John Buttigieg zog ein positiver Fazit:

"Es war eine sehr gute Erfahrung für meine Mannschaft, die es nicht gewohnt ist, auf diesem Niveau zu spielen. Natürlich war es schwer für uns. Mit dem Ergebnis bin ich nicht ganz zufrieden, und wir haben uns zwei Treffer durch Konter eingefangen."

Von Beginn an spielbestimmend

Vor 26.000 Zuschauern im ausverkauften Tivoli-Stadion in Aachen war das DFB-Team trotz des Fehlens von zwölf Stammkräften von Beginn an spielbestimmend, ließ insgesamt aber immer wieder Nachlässigkeiten durchscheinen.

Für die erste Chance sorgte Piotr Trochowski, der mit einem Warnschuss an Maltas Keeper Justin Haber scheiterte (4.).

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Trochowski kurbelt an

In der 12. Minute suchte der agile Hamburger erneut sein Heil aus der Distanz - wieder war Haber zur Stelle.

Wenig später musste sich der Keeper dann aber doch geschlagen geben:

Cacau setzte einen Kopfball gegen die Laufrichtung von Haber. Und der Stuttgarter sorgte mit seinem ersten Länderspieltor im sechsten Einsatz für die Führung (16.).

Kießling kriegt den Ball nicht unter

In der 22. Minute verpassten die Leverkusener Toni Kroos und Stefan Kießling mit einer Doppel-Chance, den zweiten Treffer nachzulegen.

Zudem scheiterte Kießling noch mit zwei Kopfbällen am Gäste-Torwart (29./30.).

Obendrein wurde dem Stürmer wegen Abseitsposition ein Tor aberkannt (33.), während Kroos unmittelbar vor der Pause nochmals freistehend gegen Haber vergab.

Aogo kommt zum Debüt

Ohne die Nationalspieler der Pokalfinalisten FC Bayern und Werder Bremen sowie ohne den etatmäßigen Kapitän Michael Ballack (FC Chelsea) baute Löw auf gleich fünf Debütanten.

Der Hamburger Dennis Aogo spielte in Abwesenheit von Münchens Philipp Lahm auf der linken Abwehrseite.

Nach der Pause duften auch noch Christian Träsch (VfB Stuttgart), Stefan Reinartz (Leverkusen) sowie Mats Hummels und Kevin Großkreutz von Borussia Dortmund ran.

Neuer auf der Hut

Im Tor kam wie angekündigt der Schalker Manuel Neuer zu seinem dritten Länderspiel. Bis zur 28. Minute blieb der Favorit auf die Nummer eins im deutschen WM-Tor beschäftigungslos.

Dann verhinderte Neuer gegen den Ex-Lauterer Michael Mifsud den möglichen Ausgleich gegen die sich keineswegs versteckenden Gäste.

Der formschwache Lukas Podolski unterstützte im Angriff Kießling und Cacau.

Podolski ohne echte Durchschlagskraft

Wirklich gepunktet haben im Kampf um einen neuerlichen Start-Platz im Sturm dürfte der Kölner indes genauso wenig wie Kießling, der im zweiten Abschnitt abtauchte:

Seine noch mit beste Szene hatte Podolski eine halbe Stunde vor Abpfiff, als seine Hereingabe von rechts in das Eigentor von Scicluna mündete.

Beim Klärungsversuch aus drei Metern drosch der Malteser den Ball hoch in die eigenen Maschen.

Aogo und Großkreutz top

Gute Noten verdienten sich dagegen die Neulinge Aogo und Großkreutz: Mit einer Balleroberung im Mittelfeld und einem klugen Pass vor dem 3:0 war der Dortmunder an zwei Treffern maßgeblich beteiligt.

Auch Aogo setzte regelmäßig Impulse, unter anderem bei einem Schuss von halblinks (77.), schlug zudem gute Flanken. Eine davon führte zum 1:0 durch Cacau.

Mit einem Freistoß an die Latten-Oberkante setzte auch Trochowski noch mal für ein deutsches Ausrufezeichen.

Kießling rutschte kurz vor Abpfiff noch zweimal an guten Hereingaben vorbei.

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