Die Verfassung einiger Routinier muss Bundestrainer Löw Sorgen machen. Über die Wahl der Innverteidiger lässt sich diskutieren.

Auch wenn der WM-Härtetest der deutschen Nationalmannschaft mit dem 3:0 gegen Malta eher glanzlos ausfiel:

Die WM deshalb in Bausch und Bogen abzuschreiben, verbietet sich.

Schließlich sind es bis zum Turnierstart in Südafrika noch vier Wochen hin.

Genug Zeit für Jogi Löw, aus dem jetzigen Vorab-Kader in zwei Trainingslagern eine schlagkräftige bis titelträchtige Formation herauszudestillieren.

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Und: Gegen Malta fehlte dem Bundestrainer immerhin nicht viel weniger als ein Elf-Mann-Block aus Akteuren des FC Bayern und von Werder Bremen.

Das war?s dann allerdings auch schon, was dem DFB-Team abging.

Und darin liegt auch die Krux in der Bewertung der Partie - zumal Malta ein Vertreter der Sorte Fußball-Zwerg ist, von der es ja eigentlich keinen mehr gibt.

Der aber trotzdem nur 154. der FIFA-Rangliste ist, diese Feststellung muss erlaubt sein.

Und dem der selbst ernannte Weltmeister-Aspirant Deutschland immerhin noch die geballte Erfahrungskraft von gut 200 Länderspielen gegenüberstellte. Trotz fünf Debütanten über 90 Minuten.

Dass gerade die zwei Routiniertesten schwächelten, bereitet deshalb zu Recht Sorge: Arne Friedrich zeigte in seinem 70. Länderspiel, dass er zentral hinten eher Unsicherheitsposten als Ruhepol ist.

Und Lukas Podolski (71 Partien für schwarz-rot-gold) steckt nach wie vor in der Formkrise, die ihn bereits die ganze Saison begleitet. In ihrer jetzigen Verfassung dürften sie deshalb keinesfalls erste Wahl sein.

Auch die zumindest international genauso erfahrenen Sami Khedira und Serdar Tasci sowie der zweitbeste Liga-Vollstrecker Stefan Kießling als Chancentod blieben viel schuldig.

Umso erfreulicher, dass die Debütanten das Heft selbst in die Hand nahmen. Besonders Kevin Großkreutz trumpfte frech auf - und darf nach seiner Meniskus-OP gern wiederkommen.

Zumal es dem deutschen Team auch nicht auf der angestammten Position des Dortmunders im Mittelfeld krankt.

Handlungsbedarf besteht vielmehr in der Innenverteidigung, wo Mats Hummels im Vergleich mit Friedrich mindestens ebenbürtig scheint.

Fatal nur: Als Perspektivmann hat Löw den 21-Jährigen für Südafrika kategorisch ausgeschlossen.

Wohl und Wehe der WM liegt deshalb womöglich mehr denn je in Löw Personalphilosophie und darin, möglicherweise zu lang an den Etablierten festzuhalten.

Noch besteht die Möglichkeit zur Korrektur.

Ganz viel Arbeit und Luft nach oben bei allen Beteiligten bleibt sowieso.

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