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Kevin-Prince Boateng startete seine Profikarriere 2005 bei Hertha BSC Berlin © getty

Wolfsburgs Manager kritisiert seinen Ex-Schützling hart nach dessen Foul an Ballack: "Er steht sich immer wieder selbst im Weg."

Wolfsburg/Köln - Schockstarre in Fußball-Deutschland nach dem WM-Aus für Michael Ballack:

Und Manager Dieter Hoeneß vom VfL Wolfsburg äußerte sich sehr kritisch über seinen ehemaligen Spieler Kevin Boateng.

Boateng, den Hoeneß aus der gemeinsamen Zeit beim Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin bestens kennt, hatte Ballacks Verletzung mit einem groben Foul im FA-Cup-Finale verursacht.

"Er kann solche Dinge einfach nicht lassen. Das ist leider nicht das erste Mal. So etwas ist wirklich sehr, sehr ärgerlich. Denn das hat Kevin nicht nötig, er ist ja ein ganz hervorragender Fußballspieler", sagte Hoeneß.

Ballack "ganz schwer zu ersetzen"

Der Manager weiter: ""Aber er steht sich eben auch immer wieder selbst im Weg. Da kann er sich nicht kontrollieren. Der Wesenszug gehört zu ihm. Dabei ist er mit Talent gesegnet."

Hoeneß ist allerdings nicht der Ansicht, Boateng, der für den deutschen Vorrundengegner Ghana bei der WM spielen will, habe Ballack absichtlich verletzt.

"Da will ich nicht ins Detail gehen. Ich glaube es nicht. Und ich hoffe auch sehr, dass es keine Absicht war", sagte Hoeneß.

Ballack sei bei der WM "ganz schwer zu ersetzen. Das ist ein ganz herber Rückschlag. Michael Ballack ist ein exzellenter Spieler, aber er fehlt vor allem als Führungspersönlichkeit. Viele Alternativen sehe ich nicht. Das ist ganz bitter."

SPORT1 hat die weiteren Reaktionen zu Michael Ballacks Ausfall:

Berti Vogts (Ex-Bundestrainer): "Der Kapitän fehlt, das ist ein enormer Verlust. Für viele Spieler könnte dieser Ausfall aber auch ein Impuls sein, noch mehr Gas zu geben. Bastian Schweinsteiger ist zum Beispiel in einer Superform. Ich glaube, dass er einer der herausragenden Persönlichkeiten dieser WM werden kann und werden wird."

Rudi Völler (Ex-DFB-Teamchef): "Das ist brutal, furchtbar für Michael. Er war ja noch vor wenigen Tagen zum Bernd-Schneider-Abschiedsspiel bei uns. Er war da voller Optimismus und wollte eine super WM spielen. Es tut mir natürlich für ihn sehr leid. Es gibt Spieler, die kann eine Mannschaft nur schwer ersetzen, dazu zählt sicherlich ein Michael Ballack."

Olaf Thon (ehemaliger Nationalspieler): "Mit Michael Ballack fällt der Kopf der Mannschaft aus. Für ihn persönlich ist es ganz bitter, denn Südafrika wäre seine letzte WM als Spieler gewesen. Wir trauern alle mit ihm. Sein Ausfall wird im Team für Unruhe sorgen. Für mich kommt nur Torsten Frings als Ersatz infrage."

Jupp Heynckes (Trainer Bayer Leverkusen): "Das ist bitter und tragisch, ein riesiger Verlust für die Nationalmannschaft und für Michael Ballack persönlich besonders schlimm. Das war wahrscheinlich seine letzte Chance, an einer WM teilzunehmen. Der Nationalmannschaft fehlt jetzt ein Weltklassespieler."

Mirko Slomka (Trainer Hannover 96): "Das ist ein ganz schwerer Schlag für die Mannschaft, den Bundestrainer und die Fans. Vom Typ, vom Standing und von der Erfahrung ist er fast nicht zu ersetzen. Das aufzufangen, wird sehr schwer. Wir hätten die ideale Doppelsechs gehabt. Mich persönlich stimmt das sehr traurig. Für Ballack platzt ein Traum. Es war seine letzte Chance, Weltmeister zu werden."

Reinhard Rauball (Ligaverbands-Präsident): "Ich bin von DFB-Präsident Theo Zwanziger informiert worden. Man muss sich nun dem Faktum stellen, dass Michael Ballack bei der WM nicht zur Verfügung steht und wir mit dem vorhandenen Spielermaterial auskommen müssen. Es gibt wohl niemanden, der Ballack nicht bedauert, der schließlich schon einmal das WM-Endspiel 2002 durch eine Gelbsperre verpasst hat. Michael Ballack ist Meister und Pokalsieger in England geworden, aber die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist durch nichts zu ersetzen."

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