Für Joachim Löw läuft der Doppelspieltag was die Ergebnisse und die Personalien betrifft sehr gut. Der Sport1.de-Einwurf.

Für Joachim Löw hatte der Doppelspieltag in der WM-Qualifikation mit den kniffligen Partien gegen Russland (2:1) und Wales (1:0) kaum besser laufen können.

Das liegt zum einen natürlich daran, dass seine Mannschaft die angestrebte Maximalausbeute von sechs Punkten realisiert und sich das erhoffte Punkte-Polster auf den direkten Verfolger Russland zugelegt hat.

Es ist zum anderen aber auch darin begründet, dass Löw einen dicken Haken hinter einige im Vorfeld als heikel zu betrachtende Personalien setzen durfte.

Bereits vor der Nominierung hatte Christoph Metzelder - zumindest in der öffentlichen Version - seinen Einsatzverzicht erklärt, um sich im Training bei seinem Klub Real Madrid empfehlen zu können.

[image id="0f55ef0f-6682-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Es ist davon auszugehen, dass der Bundestrainer ihn darüber informiert hatte, dass Metzelder auch beim DFB-Team derzeit nicht über Trainingsteilnahmen hinausgekommen wäre.

Dass der Kahnbeinbruch von Robert Enke den Weg frei machte für das Debüt von Torhüter Rene Adler, der perspektivisch betrachtet ohnehin als Löws Favorit für den Stammplatz zwischen den deutschen Pfosten galt, war nicht abzusehen.

Da sich der loyale Hannoveraner in seinen drei Länderspielen nichts Gravierendes hatte zuschulden kommen lassen, hätte der Wechsel im Tor wohl noch eine Weile auf sich warten lassen.

Die Verletzung Enkes und Adlers Auftreten in den beiden Spielen haben die Torwartfrage nun aber bis auf Weiteres beantwortet.

Nach seiner Ausbootung unmittelbar vor der WM 2006 wäre auch eine - sportlich durchaus vertretbare - erneute Verbannung Kevin Kuranyis aus dem Nationalteam der Öffentlichkeit nur schwer zu vermitteln gewesen, ohne den Eindruck von Herzlosigkeit zu erwecken.

Kuranyis Flucht aus Dortmund eröffnete Löw nun diese Möglichkeit. Er ergriff sie entschlossen.

Dass Torsten Frings seine Rückstufung zum Ersatzspieler zumindest vorerst nicht dem Rücktritt quittierte, passte dem Bundestrainer ebenfalls prächtig ins Konzept.

Der Einbau der Nachfolgegeneration im zentralen Mittelfeld mit dem Bremer als erfahrenem Helfer für Notfälle in der Hinterhand dürfte Löws Idealvorstellung sehr nahe kommen. Fraglich ist allerdings, wie lange Frings diesen Part zu spielen bereit ist.

Denn auch er hat erkannt, dass sich mit Adler, Heiko Westermann, Piotr Trochowski, Patrick Helmes und - auf seiner eigenen Position - Thomas Hitzlsperger oder Simon Rolfes jüngere Kräfte etabliert haben, die eine dauerhafte Rückkehr der "alten Garde" in die Führungspositionen auf dem Feld unnötig machen.

Mit Blick auf die WM 2010 hätte sich Bundestrainer Löw wohl nichts Besseres erhoffen können.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel