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Torsten Frings (l., mit Ballack) bestritt im Februar 2099 sein letztes Länderspiel © imago

Nach dem WM-Aus von Michael Ballack fordern immer mehr Fans und Experten eine Rückkehr von Torsten Frings in die Nationalmannschaft.

Von Sizilien berichtet Martin Volkmar

Sciacca - Nach dem WM-Ausfall von Michael Ballack fordern immer mehr Fans und Experten ein Comeback von Torsten Frings in der DFB-Auswahl.

Doch die sportliche Leitung schließt eine Rückkehr des 79-maligen Nationalspielers aus.

"Torsten hat wahnsinnig viel für die Nationalmannschaft gemacht. Aber nach der Analyse in diesem Jahr sind die Trainer zu dem Schluss gekommen, dass er hier in diesen Kreis jetzt nicht gehört", sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Montagabend in einer ARD-Sondersendung.

In Bremen sieht man das erwartungsgemäß völlig anders. "Wäre ich Joachim Löw, ich würde keine Sekunde zögern und Torsten Frings anrufen", erklärte Werders Aufsichtsratsboss Willi Lemke.

Lemke: "Torsten drängt sich als Ideallösung auf"

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"Er kann für den Bundestrainer von unschätzbarem Wert sein. Torsten Frings drängt sich als Ideallösung geradezu auf."

Daher sei er davon überzeugt, dass Joachim Löw mit seinem Trainerstab über eine Rückholaktion des 33-Jährigen nachdenke: "Ich bin mir sicher, dass er jetzt auch über Torsten Frings diskutiert. Ich hoffe, er wird die richtige Entscheidung treffen."

Auch ehemalige Nationalspieler wie Olaf Thon und Mehmet Scholl sprachen sich für den Routinier aus, der bei der WM 2006 und der EM 2008 erfolgreich zusammen mit Ballack im zentralen Mittelfeld gespielt hatte.

Frings rechnet nicht mit Löws Anruf

Doch Frings selber glaubt nicht an eine solche Wende. Auf die Frage, wie er bei einem Anruf von Löw reagieren würde, sagte er der ?Bild? kurz und knapp: "Wird er nicht!"

Eher noch würde der Bundestrainer wohl Thomas Hitzlsperger nachträglich berufen. Der Mittelfeldmann war aufgrund seines Reservistendaseins bei Lazio Rom noch aus dem WM-Kader geflogen.

Vorerst schloss Löw jedoch Nachnominierungen aus und zeigte sich zuversichtlich, dass die Mannschaft auch mit den verbliebenen Akteuren eine erfolgreiche WM spielen werde.

Nachnominierung nur bei weiteren Ausfällen

Ändern wird er diese Meinung wohl nur bei weiteren Ausfällen, etwa einem der sieben Bayern-Profis im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand.

Das bekräftigte auch noch mal Bierhoff: "Wir haben 27 Spieler in den erweiterten Kreis nominiert, um eventuelle Verletzungen ausgleichen zu können."

Favorit auf die Position neben dem gesetzten Bastian Schweinsteiger ist der Stuttgarter Sami Khedira, Alternativen wären sein VfB-Teamkollege Christian Träsch und der Schalker Heiko Westermann.

Kein Platz also für Frings, dem Löw die Ausbootung am 19. Januar in Bremen mitgeteilt hatte.

"Mir bleibt nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren, auch wenn ich völlig anderer Meinung bin als Joachim Löw", hatte er damals erklärt.

Tischtuch zerschnitten

Später allerdings machte er mehrmals deutlich, dass das Tischtuch zwischen den beiden zerschnitten ist.

"Dass es in der Nationalmannschaft nicht um Leistung geht, wissen doch alle. Mein Charakter ist wohl nicht gefragt", sagte Frings unter anderem.

Daher sorgte auch die gute Rückrunde des Werder-Kapitäns nicht für ein Umdenken bei Löw.

Vielmehr dürfte Frings' schwacher Auftritt beim 0:4-Debakel im DFB-Pokalfinale gegen Bayern inklusive Platzverweis den Bundestrainer in seiner Meinung bestätigt haben.

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