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Der Stuttgarter Sami Khedira bestritt bisher drei Länderspiele © getty

Khedira soll bei der WM keinen Geringeren als Ballack ersetzen. Der Youngster stellt sich der Aufgabe selbstbewusst.

Aus Sizilien berichtet Martin Volkmar

Sciacca - Über Nacht ist er vom Außenseiter zum Hoffnungsträger avanciert:

Sami Khedira soll bei seiner ersten Weltmeisterschaft keinen Geringeren als Michael Ballack ersetzen.

Nach dem verletzungsbedingten Aus des DFB-Kapitäns spricht fast alles dafür, dass der 23-Jährige an der Seite von Bastian Schweinsteiger im zentralen Mittelfeld auflaufen wird.

Und der Stuttgarter stellt sich selbstbewusst und sachlich der Aufgabe. "Wenn es so kommt, dann bin ich bereit", erklärt Khedira.

"Nicht den Gute-Laune-Onkel machen"

"Ich habe immer gesagt, dass ich spielen will und nicht nur den Gute-Laune-Onkel machen will. Mir war aber klar, dass Ballack und Schweinsteiger gesetzt sind. Nun muss ich meine Chance nutzen."

Die Fähigkeiten dazu besitzt er nach Ansicht von Joachim Löw. "Er hat seine Qualitäten und muss nun mehr Verantwortung übernehmen", macht der Bundestrainer seine Präferenz von Khedira bereits deutlich.

Die Erfolge der vergangenen Jahre haben auch für das nötige Zutrauen in die eigene Leistung gesorgt. "Mir liegt es, eine Mannschaft an die Hand zu nehmen", glaubt Khedira.

Schon mit 20 Jahren Deutscher Meister

Schon mit gerade mal 20 Jahren war der Deutsch-Tunesier bei der Meisterschaft 2007 Stammspieler beim VfB, bei dem er sieht der E-Jugend spielt und auch Deutscher Meister bei den A- und B-Junioren war.

Und im Vorjahr hatte er als Kapitän der U-21-Nationalmannschaft in Schweden maßgeblichen Anteil am Gewinn der Europameisterschaft.

"Dadurch und durch die Erfahrung mit Stuttgart in der Champions League ist man einen gewissen Druck gewohnt, auch wenn das Niveau und die Anforderungen bei der Nationalmannschaft noch viel höher sind", sagt Khedira.

Zumal er erst drei Länderspiele mit gerade mal 104 Minuten Spielzeit bestritten hat. Deshalb ist ihm selber klar, dass er Ballack "weder vom Spielerischen noch von seiner Persönlichkeit eins zu eins ersetzen kann".

Noch nicht mit Schweinsteiger zusammengespielt

Darüber hinaus hat er noch nie mit Schweinsteiger zusammengespielt, mit dem er nun in Südafrika das Herzstück der deutschen Mannschaft bilden soll.

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Und zum Einspielen bleibt nur noch das zweite WM-Trainingslager ab kommender Woche in Südtirol.

"Wir sind beide taktisch gut geschulte Spieler, deshalb denke ich, dass wir problemlos harmonieren werden - auch wenn die Zeit knapp wird", zeigt sich Khedira dennoch optimistisch.

"Ich bin bereit, die Verantwortung zu übernehmen und will den Trainer in den kommenden zwei Wochen davon überzeugen, dass er auf mich bauen kann."

Damit rechnet auch Oliver Bierhoff. "Sami verfügt für sein Alter schon über eine unglaubliche Reife. Er wird sich schnell freischwimmen", glaubt der Teammanager.

Xavi als großes Vorbild

Ziel ist es, möglichst bald auf das Niveau seines großen Vorbildes zu kommen. "Xavi ist die perfekte Sechs", meint Khedira über den Star des FC Barcelona und von Europameister Spanien.

"Er spielt unauffällig, aber total effektiv. Nach vorne macht er das Spiel und in der Defensive gewinnt er nahezu jeden Zweikampf."

Sollten dem Stuttgarter ähnliche Leistungen bei der WM gelingen, würde vermutlich nicht nur das DFB-Team davon profitieren.

WM als Bühne

Denn der VfB Stuttgart hätte vermutlich nichts dagegen, wenn Khedira durch eine starke Vorstellung auf der großen Bühne internationale Top-Klubs auf sich aufmerksam machen würde.

Denn sein Vertrag läuft 2011 aus und bislang weigert sich der Mittelfeldmann beharrlich, zu verlängern.

Schließlich wäre dann spätestens nächstes Jahr der Weg frei zu einem Spitzenverein - wenn seine rasante Karriere sich fortsetzt. Die WM wird daher auch für Khedira zu einem ganz wichtigen Gradmesser für seine Zukunft.

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