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Arne Friedrich und Kevin Boateng spielten von 2005 bis 2007 gemeinsam bei der Hertha © imago

Arne Friedrich ärgert sich über seinen Ex-Hertha-Kollegen und erklärt, dass er auch in der Zweiten Liga spielen würde.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Sciacca - Abgesehen von Jerome Boateng kennt von den deutschen Nationalspielern Arne Friedrich Kevin-Prince Boateng am Besten.

Und der 30-Jährige, der mehrere Jahre bei Hertha BSC mit dem gebürtigen Berliner zusammenspielte, hat eine klare Meinung zu dessen Foul an Michael Ballack.

"Kevin ist ein überragender Fußballer. Aber man muss ganz klar sagen, dass er immer wieder Aussetzer im Kopf hat", sagt Friedrich im Gespräch mit SPORT1.

"Das ist sein Problem. Ich weiß nicht, was ihn bei der Aktion gegen Balle geritten hat. Mit Fußball hatte das jedenfalls nichts zu tun."

"Jerome kann nichts dafür"

Das sei nicht nur schade für den bei der WM fehlenden Kapitän und die gesamte deutsche Mannschaft, "sondern auch für Jerome, weil er jetzt von allen Seiten damit konfrontiert wird und überhaupt nichts dafür kann".

Aufgrund der klaren Rückendeckung aus der Mannschaft hat sich der Wirbel um Jerome Boateng nun wieder gelegt. Nach der WM wird der HSV-Profi fast sicher zu Manchester City gehen, wie er SPORT1 bestätigte.

Kein Wechsel ins Ausland

Friedrich hingegen, der auch mit dem jüngeren Boateng bei Hertha zusammengespielt hat, schließt einen Wechsel ins Ausland aus:

"Darüber habe ich nachgedacht, es gab auch Anfragen. Aber die Tendenz geht Richtung Bundesliga."

Als Top-Kandidaten gelten der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV, doch noch sei alles offen. "Es gibt noch nirgendwo irgendwelche Zusagen", sagt Friedrich, dessen Berater Jörg Neubauer momentan für Friedrich auf Vereinssuche ist.

Denn Hertha BSC will den teuren Kapitän nach dem Abstieg offenbar loswerden.

So jedenfalls interpretiert der Verteidiger die Tatsache, dass sich weder Manager Michael Preetz noch der neue Trainer Markus Babbel bisher bei ihm gemeldet haben.

"Wenn Hertha die Option zieht, spiele ich Zweite Liga"

"Deshalb gehe ich davon aus, dass ein Verbleib kein Thema ist", erklärt Friedrich, der die Hauptstadt keineswegs unbedingt verlassen will:

"Wenn Hertha die Option zieht, dann werde ich definitiv in der Zweiten Liga spielen."

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Ohnehin sei er "ganz entspannt", was seine Zukunft betrifft. Sein Hauptaugenmerk gilt nach der bitteren Bundesliga-Saison nun voll und ganz der Weltmeisterschaft.

"Natürlich trifft uns der Ausfall von Michael Ballack hart. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch ohne ihn eine gute WM spielen werden", glaubt der 70-fache Nationalspieler:

Nur das WM-Finale zählt

"Mein Ziel ist ganz klar das Finale. Alles andere zählt für uns nicht."

Und Friedrich ist nach zwei Europa- und einer Weltmeisterschaft selbstbewusst genug, dass er fest mit einem Platz in der WM-Elf von Joachim Löw rechnet.

"Meine Formkurve ging in der Rückrunde ganz klar nach oben. Ich sehe mich überhaupt nicht als Wackelkandidat", sagt er.

"Das ist mein viertes großes Turnier und da möchte ich wie bei den letzten auch Stammspieler sein. Ich sehe mich als Innenverteidiger, aber ich kann genauso gut rechts in der Viererkette spielen. Das ist mir letztlich egal."

Lahm Favorit auf die Kapitänsbinde

Auch die Kapitänsbinde würde der Routinier nicht ablehnen, sieht aber andere als erste Anwärter auf die Ballack-Nachfolge.

"Man muss Führungsfigur und Sprachrohr der Mannschaft sein. Gerade die Bayern-Spieler sind mit ihrer Erfahrung und ihren Erfolgen dazu prädestiniert", meint Friedrich.

239581(DIASHOW: Binde sucht starken Arm)

"Das trifft am ehesten auf Philipp oder Schweini zu. Daher denke ich, einer von beiden wird es werden. Wobei Philipp von seiner Persönlichkeit her noch ein bisschen besser in die Rolle passen würde und mein Favorit ist."

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