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Im Februar 2009 absolvierte Andreas Beck (r.) sein erstes A-Länderspiel für den DFB © getty

Im SPORT1-Interview spricht Andreas Beck über seine WM-Chancen, den Ausfall von Michael Ballack und die Bundesliga-Saison.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

München - Keine Nummer eins, kein Kapitän, kein Ballack-Ersatz - Bundestrainer Joachim Löw steht nach dem Umzug des Vize-Europameisters am Freitag von der Mittelmeerinsel Sizilien nach Südtirol vor einigen ungelösten Problemen.

Dazu wird sich Löw gegen Ende des Trainingslagers in der Region, in der schon Franz Beckenbauer 1990 seine Mannschaft für den WM-Titel in Form brachte, noch gegen drei Mitglieder seines bisherigen 26-Mann-Kaders entscheiden müssen.

Denn spätestens am 1. Juni verlängt die FIFA die Benennung des endgültigen, 23 Mann starken Aufgebots.

Zu den am häufigsten genannten Wackelkandidaten zählt der Hoffenheimer Andreas Beck. Im Interview mit SPORT1 äußert sich der Rechtsverteidiger über seine WM-Chancen, den Ausfall von Michael Ballack und die angelaufene Bundesliga-Saison.

SPORT1: Sie gelten als erster Wackelkandidat im vorläufigen WM-Aufgebot. Stört Sie das?

Andreas Beck: Nein, überhaupt nicht. Ich gehe damit positiv um. Es ist schon Druck, aber kein negativer. Denn ich habe die Möglichkeit, bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Daher freue ich mich über die Aufgabe, mich hier bei der Nationalmannschaft beweisen zu können. Dann wird man am 1. Juni sehen, welche Entscheidung der Bundestrainer trifft.

SPORT1: Haben Sie denn das Gefühl, dass Sie die gleichen Chancen wie alle anderen haben?

Beck: Definitiv, sonst wäre ich ja nicht hier. Denn dann hätte sich Joachim Löw ja direkt für einen anderen Spieler entscheiden können. Also muss ich jetzt Gas geben und das werde ich tun.

SPORT1: Wie war Ihr Eindruck von der ersten Vorbereitungsphase?

Beck: Gut. Wir haben viel individuell im Kraft- und Fitnessbereich gearbeitet. Aber auch auf dem Platz an den Basics bei Abwehr- und Angriffsverhalten. Das sind wichtige Dinge, auf die wir in Südtirol aufbauen können.

SPORT1: Welche Bedeutung hat der Ausfall von Michael Ballack?

Beck: Das ist natürlich eine enttäuschende Nachricht für uns alle gewesen. Aber die Mannschaft versucht jetzt nach vorne zu schauen und damit positiv umzugehen. Diese neue Situation kann ja auch eine Chance für uns als Team sein.

SPORT1: Ohne Ballack ist die deutsche Mannschaft noch jünger. Hilft es da, dass sich viele Spieler aus den DFB-Juniorenteams wie der U-21-Europameistermannschaft gut kennen?

Beck: Ich glaube schon. Gerade wir U-21-Spieler haben durch die EM eine gewisse Turniererfahrung und kennen uns natürlich auch gut. Wir haben einige dabei, die trotz ihres jungen Alters eine Mannschaft führen können. Deshalb gehe ich davon aus, dass der Bundestrainer ein schlagkräftiges Team für die WM formen wird.

SPORT1: Wie sind Sie mit Ihrer Saison im Verein zufrieden?

Beck: Natürlich war die abgelaufene Spielzeit mit Hoffenheim sehr durchwachsen, aber auch sehr, sehr lehrreich. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg hatten wir eine tolle Saison, da hat niemand mit uns gerechnet. Diesmal war die Erwartungshaltung sehr hoch, und wir konnten ihr leider nicht gerecht werden. Es gab sehr viel Wirbel im Umfeld, was uns ebenfalls nicht geholfen hat. Jetzt wollen wir es nächste Saison wieder besser machen.

SPORT1: Und für Sie persönlich?

Beck: Für mich war es ebenso eine durchwachsene Saison. Ich hatte einen Innenbandriss und danach eine Muskelverletzung, was mich immer wieder zurückgeworfen hat. Die letzten Wochen liefen dann aber wieder sehr gut, da ging meine Formkurve stark nach oben. Ich fühle mich jetzt richtig im Saft, so dass ich wieder marschieren kann. Und das ist ja das Spiel, das mich stark macht.

SPORT1: Sind Sie froh, dass Ralf Rangnick in Hoffenheim verlängert hat?

Beck: Ja, definitiv.

SPORT1: Warum?

Beck: Weil die Mannschaft von ihm geformt wurde und seine Handschrift trägt. Viele Spieler haben ihm sehr viel zu verdanken. Wenn wir wieder zu unserem Top-Niveau des vorletzten Jahres zurückkehren, können wir wieder eine gute Saison spielen. Das ist unser Ziel.

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