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Manuel Neuer (l.) scheint Joachim Löws Favorit für den Stammplatz im Tor zu sein © getty

Der Bundestrainer hat sich in Südtirol entschieden, wen er bei der WM ins Tor stellt und wer Michael Ballack als Kapitän beerbt.

Girlan - 18 Tage vor dem Start der WM-Endrunde in Südafrika sind die wichtigsten Personalentscheidungen bei der deutschen Nationalmannschaft gefallen.

"Wir sind in unserer Entscheidungsfindung bei der Torwart- und Kapitänsfrage klar", sagte Joachim Löw am Sonntag in Girlan/Südtirol, wo der dreimalige Weltmeister seit Freitag sein Trainingslager aufgeschlagen hat.

Der Bundestrainer erklärte aber auch, dass er die Entscheidungen erst dann öffentlich verkünden werde, wenn er zuvor mit den betroffenen Spielern gesprochen und anschließend die Mannschaft informiert habe.

Dies wird vermutlich frühestens Donnerstag passieren, da Löw erst ab Mittwoch seinen vollständigen vorläufigen WM-Kader von 26 Spielern zur Verfügung steht. Am Dienstag und Mittwoch werden die Profis von Champions-League-Finalist Bayern München in Südtirol eintreffen.

In der Kapitänsfrage gelten nach dem WM-Aus von Spielführer Michael Ballack die Münchner Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger als Favoriten, aber auch dessen Vereinskollege Miroslav Klose ist im Gespräch. 239581(DIASHOW: Binde sucht starken Arm)

Neuer Favorit, Wiese hintendran

Als neue Nummer eins nach dem Ausfall von Rene Adler wird der Schalker Manuel Neuer favorisiert, dem Münchner Routinier Jörg Butt werden lediglich Außenseiterchancen eingeräumt.

Der Bremer Keeper Tim Wiese wird sich wahrscheinlich in Südafrika mit der Nummer drei begnügen müssen.

Löw betonte, dass er seine Personalentscheidung nach Rücksprache mit dem Trainerstab alleine getroffen habe. Die Mannschaft sei in diesem Thema nicht involviert gewesen.

Unterdessen machte Löw eine Woche vor dem Meldeschluss für den endgültigen, 23 Mann starken WM-Kader seinen Wackelkandidaten Mut.

"Alle wahnsinnig fokussiert"

"Zum jetzigen Zeitpunkt wüsste ich niemanden, den ich nach Hause schicken müsste. Das wird eine sehr, sehr schwierige Entscheidung", sagte der Bundestrainer.

"Jeder Einzelne investiert mehr als 100 Prozent, keiner beschwert sich über die Trainingsbelastung. Es gibt keinen, dem ich Beine machen müsste. Auch von den vielen jungen Spielern fällt keiner vom Niveau her ab. Sie sind alle wahnsinnig fokussiert."

Einen Freifahrtschein stellte er quasi dem Stuttgarter Innenverteidiger Serdar Tasci aus. "Er hat viele Qualitäten, die ich sehr schätze. Vor allem hat er von hinten heraus eine sehr gute Spielauslösung."

Marin erneut gefährdet

Aber auch Dennis Aogo, Andreas Beck und Christian Träsch würden während des Trainingslagers ihr "großes Potenzial" zeigen. Vor der EM 2008 hatte es Marko Marin, der auch diesmal wieder zum vorläufigen DFB-Aufgebot zählt, sowie Patrick Helmes und Jermaine Jones getroffen.

Im Moment gelten neben Träsch, Aogo und Beck auch Piotr Trochowski, der Münchner Neuling Holger Badstuber, erneut Marin, Toni Kroos und der lange Zeit verletzte Marcell Jansen als mögliche Streichkandidaten.

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