vergrößernverkleinern
Sami Khedira wird wohl Michael Ballack bei der WM ersetzen © getty

Sami Khedira ist drauf und dran, sich seinen Platz in der deutschen WM-Startelf zu sichern. Den Stuttgarter stört ein Vergleich.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Girlan - Die Aussage kommt spontan und mit einer so festen Stimme, dass man geneigt ist sie zu glauben.

"Nein", sagt Sami Khedira. "Nervös bin ich überhaupt nicht. Warum sollte ich mich verrückt machen lassen?"

Die unverhoffte Perspektive, vom talentierten Backup für das zentrale Mittelfeld zum tragenden Element der deutschen WM-Elf von Südafrika aufzusteigen, kann den Stuttgarter nicht schrecken.

"Genau das, was ich will"

"Es ist ja genau das, was ich will: Ich will spielen und versuchen, der Mannschaft auf dem Platz weiterzuhelfen", sagt er.

[image id="39ba1c93-65c0-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Die Chance dazu verdankt er Kevin-Prince Boateng, dessen Tritt DFB-Kapitän Michael Ballack für den Sommer außer Gefecht gesetzt hat. 239581(DIASHOW: Binde sucht starken Arm)

"Natürlich ist es für Michael sehr bitter, und man will von so etwas auch nicht profitieren", meint Khedira. "Aber letztendlich geht es darum, seine Chance zu nutzen."

Khedira demonstriert Selbstvertrauen

Dazu ist der 23-Jährige wild entschlossen: "Ich versuche, dem Bundestrainer im Training zu zeigen, dass ich will, dass ich ehrgeizig bin. Ich kann meine Leistung auf dem Platz abrufen, wenn er mich braucht."

Khedira demonstriert Selbstvertrauen. Den Vergleich mit Ballack, den er nun ersetzen möchte, scheut er aber noch.

"Ich finde es ihm gegenüber nicht fair, wenn man sieht, was er in den letzten Jahren alles für den deutschen Fußball getan und was er erreicht hat", zollt er Ballack Respekt.

"Ich muss mich noch extrem weiterentwickeln, um auf sein Niveau zu kommen. Er ist ein Weltklassespieler, davon bin ich noch ein Stück weit entfernt."

Schweinsteiger "noch einmal gereift"

Von daher gebe es keinen Anlass, ihn an Ballack zu messen. Außerdem besitze er sein "eigenes Spiel und einen eigenen Charakter", ergänzt er.

Von Bastian Schweinsteiger, seinem angehenden Senior Partner im zentralen Mittelfeld, hat Khedira eine ähnlich hohe Meinung wie von Ballack:

"Bastian ist ein hervorragender Fußballer, der in dieser Saison noch einmal gereift ist - ein sehr gestandener Spieler, der Verantwortung übernehmen will."

Einige Berührungspunkte

Zu ihm sieht der Stuttgarter aber schon deutlich mehr Berührungspunkte. "Wir sind beide taktisch ganz gut geschult, wollen den Ball haben und das Spiel gestalten", findet Khedira.

"Wir sehen aber beide auch in der Defensive unsere Aufgaben."

Wie sich der Münchner in der Champions League für seine Mannschaft geopfert und Zweikampfstärke bewiesen hat, hat ihm imponiert.

Die Mischung macht?s

"Auch mir macht es Spaß, den Ball zu erobern und das Aufbauspiel des Gegners zu unterbinden", sagt er. "Gleichzeitig möchte ich aber auch den Ball schnell machen und zügig nach vorne bringen."

Die Aufgabenteilung zwischen ihm und Schweinsteiger könne also nicht darin bestehen, dass der eine allein den offensiveren und der andere nur den defensiveren Sechser-Part übernimmt: "Es muss eine gute Mischung geben."

Dass die Zeit zum Einspielen arg knapp bemessen ist, weil Schweinsteiger erst am Mittwoch in Südtirol eintrifft, ist Khedira bewusst.

"Keine optimale Situation"

"Das ist keine optimale Situation, das ist ja völlig klar", urteilt er. "Genauso ist jedem klar, dass nicht alles sofort klappen wird. Es muss eben der eine Rücksicht auf den anderen nehmen."

Die mangelnde Abstimmungszeit sei wie seine nur drei Einsätze umfassende, arg überschaubare Länderspielerfahrung kein Alibi für eventuelle schlechte Leistungen.

"Wenn man den Willen hat, etwas zu erreichen, kann man viel wettmachen", sagt Khedira. Kein Grund zur Nervosität also. Er hat ja auch nie etwas anderes behauptet.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel