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Christian Träsch musste mit einer Verletzung ausgewechselt werden © getty

Bundestrainer Joachim Löw muss wohl den nächsten Ausfall für die WM hinnehmen. Christian Träsch verletzt sich bei einem Testspiel.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Girlan - Die deutsche Nationalmannschaft hat einen ungefährdeten 4:0 (0:0)-Testspielsieg gegen den italienischen Drittliga-Aufsteiger FC Südtirol mit dem nächsten verletzungsbedingten Ausfall für die WM bezahlt.

Der Stuttgarter Christian Träsch musste das Spielfeld der "Sportzone Rungg" in Girlan schon nach acht Minuten wieder verlassen.

Er wurde zur Kernspintomografie in ein Krankenhaus in Bozen gebracht. Dort stellten die Ärzte beim 22-Jährigen eine Kapselverletzung im rechten oberen Sprunggelenk fest.

Damit fällt er für die WM definitiv aus, wie Co-Trainer Hansi Flick am Dienstag bestätigte. Nachnominierungen werde es nicht geben.

Hin und Her beim DFB

Der DFB meldete am Montagabend erst den WM-Ausfall des Mittelfeldspielers, wenig später ließ Bundestrainer Löw mitteilen, er entscheide frühestens am Dienstag über die weitere Behandlung von Träsch und was dies für die WM bedeute.

Löw muss bei der WM in Südafrika bereits auf Kapitän Michael Ballack verzichten.

Der 33-Jährige fällt ebenfalls wegen einer Sprunggelenksverletzung aus.

Spiel überschattet

Träsch war eine Rettungsaktion zum Verhängnis geworden, bei der er ohne gegnerische Einwirkung in den Begrenzungszaun gerutscht war. Dabei war er umgeknickt.

"Das war eine blöde Situation, aber es sieht so aus, dass nur etwas an der Kapsel ist und nichts gerissen", hatte sich Bundestrainer Joachim Löw zunächst verhalten optimistisch gezeigt.

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Das Spiel gegen den frisch gebackenen Meister der italienischen Serie C2, der noch am Vortag sein letztes Meisterschaftsspiel absolviert hatte, geriet dadurch in den Hintergrund.

"Wir wollen nach den ganzen Trainingseinheiten, in denen sehr viel individuell gearbeitet wurde, nun wieder die Spielsituation hineinbringen", hatte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff noch am Nachmittag über die Partie gesagt, die über zwei Mal 30 Minuten ausgespielt wurde.

"Es erwartet uns da schon ein anspruchsvoller Gegner, der wie viele italienische Gegner taktisch gut aufgestellt ist."

Löw testet 4-1-4-1

Löw testete dabei das 4-1-4-1-System mit unterschiedlichen Besetzungen. Vor Torhüter Tim Wiese agierte eine Abwehrreihe aus Rechtsverteidiger Jerome Boateng, Serdar Tasci, Heiko Westermann und Dennis Aogo.

Träsch sollte die vier offensiven Mittelfeldspieler Marko Marin, Mesut Özil, Toni Kroos und Marcell Jansen absichern, wurde dann aber nach seiner Verletzung durch Sami Khedira vertreten. Stefan Kießling agierte als einzige Spitze. 239581(DIASHOW: Binde sucht starken Arm)

Das DFB-Team tat sich bis zum Seitenwechsel schwer, klare Chancen gegen die Italiener herauszuspielen. Das Bemühen, Kießling über die Außen Jansen und Marin mit Flanken zu versorgen, war zwar zu erkennen. Allein es fehlte die Präzision.

Quartett bleibt auf dem Rasen

Nach der Halbzeit blieben nur Aogo, Khedira, Kroos und Özil auf dem Platz. Andreas Beck, Per Mertesacker und Arne Friedrich rückten in die Viererkette vor Manuel Neuer.

Piotr Trochowski und Lukas Podolski in die offensive Mittelfeldreihe hinter Angreifer Cacau. Gegen den nun konditionell abbauenden Gegner entwickelte diese Besetzung deutlich mehr Zug zum Tor.

Dabei wussten sich vermehrt Kroos und der dynamische Podolski in Szene zu setzen.

Dem Führungstor durch einen direkt verwandelten Freistoß von Trochowski aus 20 Metern (36.) folgten weitere Treffer durch einen Distanzschuss von Özil (46.), einen Abstauber von Cacau (55.) und ein Eigentor von Verteidiger Zullo Walter (58.) nach scharfer Hereingabe von Beck.

Deutschland: Wiese (31. Neuer) ? Boateng (31. Beck), Tasci (31. Mertesacker), Westermann (31. Friedrich), Aogo ? Träsch (8. Khedira) ? Marin (31. Trochowski), Kroos, Özil, Jansen (31. Podolski) ? Kießling (31. Cacau)

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