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Die deutschen Spiele feiern das 1:0 durch Podolski © getty

Beim vorletzten WM-Test in Ungarn wird das DFB-Team so gut wie nie gefordert und feiert einen souveränen Sieg. Badstuber debütiert.

Aus Budapest berichtet Martin van de Flierdt

Budapest - Die deutsche Mannschaft befindet sich gut zwei Wochen vor ihrem ersten WM-Auftritt gegen Australien auf einem passablen Weg. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

In ihrem vorletzten Testspiel gewann die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw in Budapest gegen Ungarn ungefährdet mit 3:0 (1:0).

Lukas Podolski (5.), Mario Gomez (68.) und Cacau (73.) erzielten die Tore für das DFB-Team, das phasenweise spielerische Klasse andeutete, sich aber auch längere Auszeiten gönnte.

Mit Holger Badstuber kam zudem der einzige Novize im vorläufigen WM-Kader zu seiner Länderspielpremiere. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Lob für Khedira

"In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht und viele Chancen herausgespielt", sagte "Ballack-Ersatz" Sami Khedira, der ein starkes Spiel machte, aber wegen muskulärer Probleme nach der ersten Hälfte in der Kabine blieb.

"Sami Khedira hat in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt und hat mir gut gefallen", sagte Löw und gab Entwarnung: "Sami hat nur eine Muskelverhärtung, wir haben ihn vorsichtshalber rausgenommen."

"Neuer hat seine Sache gut gemacht"

Auch Torwart Manuel Neuer, vom Bundestrainer zur Nummer eins bei der WM ernannt, erntete Lob: "Manuel Neuer hat seine Sache gut gemacht. Er hat zwar nicht viel auf das Tor bekommen, aber er hat immer gut mitgespielt.

Neuer selbst ergänzte: "Die Ungarn haben keine Chance gehabt. Auf der anderen Seite war es gut, mal ein paar mehr Tore gemacht zu haben."

Friedrich innen, Westermann links

Vor 20.000 Zuschauern im Ferenc-Puskas-Stadion hatte Löw wie erwartet auf ein 4-1-4-1 gesetzt.

Vor Neuer erhielt Arne Friedrich das Vertrauen als zweiter Innenverteidiger neben Abwehrchef Per Mertesacker.

Jerome Boateng begann als rechter, Heiko Westermann als linker Außenverteidiger.

Vier Mann hinter Klose

Vor dem einzigen defensiven Mittelfeldspieler Sami Khedira testete Löw ein Offensivquartett aus Piotr Trochowski, Mesut Özil, Toni Kroos und Podolski hinter der einzigen Spitze Miroslav Klose.

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Der mit 94 Länderspielen erfahrenste Akteur des deutschen Kaders vertrat die abwesenden Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger als Kapitän.

Die deutsche Mannschaft erwischte einen Start nach Maß. Nachdem Podolski mit einem satten Schuss aus 21 Metern noch am ungarischen Schlussmann Gabor Kiraly gescheitert war (3.), sorgte der Kölner unmittelbar im Anschluss für die frühe Führung.

Podolski vollstreckt vom Punkt

Sandor Torghelle, künftiger Düsseldorfer im ungarischen Angriff, riss Per Mertesacker im Strafraum der Gastgeber zu Boden. Podolski verwandelte den fälligen Strafstoß sicher (5.).

Sein 38.Länderspieltreffer brachte ihm den alleinigen neunten Platz in der ewigen DFB-Torjägerliste ein, er schob sich dort vor Oliver Bierhoff.

Die deutsche Auswahl kombinierte in der anschließenden Viertelstunde immer wieder direkt und zielstrebig und kam zu einer Reihe von Großchancen.

Dabei fand Özil gleich dreimal freistehend vor des Gegners Tor im glänzend reagierenden Kiraly seinen Meister (11./15./17.).

Angriffsspiel stockt

Ab Mitte der ersten Hälfte verlor das deutsche Offensivspiel zunehmend seinen zwingenden Charakter.

Bis zur Pause kamen nur noch Klose, der aus 16 Metern verzog (33.), und Özil, der nach Klose-Vorlage erneut nicht an Kiraly vorbeikam (43.), zu guten Einschussgelegenheiten.

Auf der Gegenseite sorgte lediglich Linksaußen Balasz Dzsudzsak für Gefahr. Seine Hereingaben nach dynamischen Flügelläufen fanden aber bis zur Halbzeit keinen Abnehmer.

Defensiv ohne Mühe

Ansonsten hatte die deutsche Elf, die in der Rückwärtsbewegung auf ein 4-4-1-1 mit Özil als hängender Spitze umschaltete, die Offensive der Platzherren gut im Griff.

Zur zweiten Hälfte musste Löw auf der Sechs umstellen. Dennis Aogo ersetzte Khedira, der aufgrund leichter Oberschenkelprobleme in der Kabine blieb.

Mit Cacau kam ein zweiter Stürmer für Özil. Die DFB-Elf fand zunächst aber nicht in ihren Rhythmus zurück.

Boateng mit leichten Problemen

Die Ungarn drückten nun aufs Tempo, Dszudszak ließ Boateng wiederholt nicht gut aussehen, sein Abschluss ließ aber zu wünschen übrig (50./52.). 241981(DIASHOW: Das DFB-Formbarometer)

Nach einer guten Stunde brachte Löw dann Gomez, Marko Marin und Marcell Jansen für Klose, Trochowski und Kroos aufs Feld.

Das sollte sich lohnen. Marin dribbelte nur wenig später mit Verve durchs Mittelfeld und legte auf Gomez quer. Der stocherte den Ball zum 0:2 über die Linie (68.).

Badstuber debütiert

Nachdem der Münchner Debütant Badstuber von Friedrich die linke Innenverteidigerposition übernommen hatte (72.), erhöhte die deutsche Mannschaft weiter.

Cacau zog im Mittelkreis einen unaufhaltsamen Sprint an, umspielte auch Kiraly und schob zum 0:3-Endstand ein (73.).

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