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Toni Kroos hat bisher zwei A-Länderspiele absolviert © imago

Der Bayern-Rückkehrer darf im Test gegen Ungarn wohl seine Qualitäten unter Beweis stellen und gibt sich bei SPORT1 kess.

Vom DFB-Team berichtenMartin van de Flierdt und Martin Volkmar

Girlan - Toni Kroos ist das Nesthäkchen.

20 Jahre zählt der Noch-Leverkusener, keiner im vorläufigen WM-Kader von Bundestrainer ist jünger. In der Rubrik Länderspiele steht bei ihm eine Zwei.

Normalerweise müsste Kroos froh sein, überhaupt eingeladen worden zu sein und sich still und leise in die Rolle des potenziellen Streichkandidaten fügen.

Tut er aber nicht, und das mit einiger Berechtigung. 239581(DIASHOW: Die deutschen Kapitäne)

"Kann der Mannschaft weiterhelfen"

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"Ich denke, aus der Bundesligasaison das Selbstvertrauen ziehen zu können, dass ich der Mannschaft weiterhelfen kann", sagt Kroos im Gespräch mit SPORT1. "Es ist klar, dass ich hier nicht mehr weg will."

Beim Vorbereitungsspiel in Budapest gegen Ungarn (ab 19.30 Uhr imLIVE-Ticker) dürfte er die Chance erhalten, gemeinsam mit Mesut Özil in der offensiven Mittelfeldzentrale eines 4-1-4-1 das deutsche Spiel zu lenken.

Das hat in den verkürzten Testkicks gegen den FC Südtirol und eine U-20-Auswahl der Großgemeinde Eppan ordentlich geklappt.

Auch wenn das Niveau der Gegner keine wirklichen Rückschlüsse zuließ.

Kroos hat "gutes Gefühl"

"Wer bei der Nationalmannschaft dabei ist, hat ja ein Grundverständnis von Fußball", erklärt Kroos das gute Spielverständnis mit Özil. "Hier bringt jeder die Qualität mit. Deshalb wird vieles bis zum WM-Start automatisiert sein."

Daran, dass er die Reise nach Südafrika mit antreten darf, hat Kroos eher geringe Zweifel. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Wenn der Bundestrainer meine Qualitäten schätzt, dann wird er mich nicht nach Hause schicken", sagt er. Diesbezüglich habe er "ein gutes Gefühl".

Selbstbewusstes Auftreten

Kroos bewegt sich im Kreis der Nationalmannschaft nicht wie ein Frischling, sondern mit dem Selbstbewusstsein eines Spielers, der weiß, dass er etwas anzubieten hat.

"Ich denke, dass ich eine ganz ordentliche Technik besitze und immer an den Standards gearbeitet habe", nimmt er für sich in Anspruch.

"Durch ruhende Bälle werden heutzutage unheimlich viele Spiele entschieden. Das ist eine Waffe. Und eine wichtige Möglichkeit, zu Toren zu kommen, selbst wenn man mal nicht so gut spielt."

Nur ein Spiel verpasst

Letzteres ist bei Kroos in der vergangenen Bundesligasaison eher selten vorgekommen. 33 Mal stand er für Bayer Leverkusen auf dem Rasen. Das fehlende eine Spiel verpasste er wegen einer Sperre.

"Der Wechsel zu Bayer und die Spielzeit, die ich dort hatte, waren Gold wert", urteilt Kroos über die anderthalbjährige Leihzeit am Rhein. 241981(DIASHOW: Das DFB-Formbarometer)

"Mit Leverkusen habe ich einen Bundesliga-Spitzenklub gefunden, der sehr gut zu mir gepasst hat, weil dort sehr stark auf technisch guten Fußball gesetzt wird. So konnte ich all denen, die mich in München schon abgeschrieben hatten, zeigen, was ich kann."

Effektivität ruft Bayern auf den Plan

Kroos überragende Saison dokumentiert sich auch in neun Treffern und zehn Torvorlagen. Diese Argumente ließen die Bayern auf eine Rückkehr des Talents drängen, dem Uli Hoeneß einst die Trikotnummer zehn reserviert hatte.

Die trägt bei den Münchnern inzwischen zwar Arjen Robben. Das Spiel von Kroos ist mitunter jedoch ein ähnlicher ästhetischer Genuss wie das des Niederländers.

Dass seine Spielweise den Eindruck erweckt, ihm ginge alles leicht von der Hand, lässt er sich aber nicht negativ auslegen.

In der Defensive dazugelernt

"Man kann Spieler, bei denen es womöglich von außen etwas eleganter aussieht, nicht dahingehend abstempeln, dass sie nicht arbeiten", meint er.

"Ich versuche, meine Qualitäten so gut es geht einzubringen. Das Grätschen ist dann vielleicht nicht meine größte Qualität." Dennoch habe er "in der Defensive dazugelernt".

"Trotzdem will ich meine Stärken wie das technische Spiel, Zuspiele in die Spitze und Abschlüsse natürlich ausspielen", erklärt Kroos. "Das sieht dann womöglich nicht so "gequält" aus.

Löw nimmt ihn mit

Joachim Löw wird den sportlichen Wert des in der offensiven Mittelfeldreihe vielseitig einsetzbaren Vorpommers längst erkannt haben. (EINWURF: Gelungene Diplomatie)

Es ist nicht davon auszugehen, dass er ihn vor der WM noch aussortiert.

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